text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Im Reich der Homunkuliden (Science-Fiction-Klassiker) Spannender Zeitreise-Roman von Hawel, Rudolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2016
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Im Reich der Homunkuliden (Science-Fiction-Klassiker)

Dieses eBook: 'Im Reich der Homunkuliden (Science-Fiction-Klassiker)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Doktor Voraus ist ein Forscher. Er hat die Möglichkeit die Lebensfunktionen eines Lebewesens zum Stillstand zu bringen und eine Art Winterschlaf hervorzurufen. Er beschliesst sich selbst für 2000 Jahre in einen Winterschlafzu legen. Rudolf Hawel (1860-1923) war ein österreichischer Schriftsteller, er schrieb unter anderem Gedichte, Erzählungen, Romane und Dramen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 241
    Erscheinungsdatum: 02.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026869238
    Verlag: e-artnow
    Größe: 558 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Im Reich der Homunkuliden (Science-Fiction-Klassiker)

Zweites Kapitel
In welchem man die Bekanntschaft einer höchst wichtigen Person macht und erfährt, welche Wirkungen die Rede des Professors geübt hat und wie sie in der Presse beurteilt wurde. Was der Professor zu unternehmen gedenkt

Inhaltsverzeichnis
Als Herr Professor Voraus am Morgen des Tages nach jener denkwürdigen Versammlung erwachte, mußte er sich erst eine Weile besinnen, um darauf zu kommen, wie er nach jenem großartigen Vortrag, der die Gemüter so heftig erregt hatte, nach Hause gekommen war. Mählich fiel es ihm ein.

Man hatte ihn in einen Fiaker gesteckt, ein höherer Polizeibeamter hatte neben ihm Platz genommen, und ein Wachmann setzte sich neben den Kutscher. Der Polizeibeamte hatte sofort die Fenster geschlossen, weil mehrere durch den Vortrag äußerst erregte Herren in den Wagen zu spucken versuchten. Zwei berittene Polizisten hatten den Wagen zu seiner Wohnung geleitet.

Alles ging ihm wirr durch den Kopf. Er läutete seinem Diener. Das Geklingel der Glocke war noch zu hören, als der Diener eintrat. Es war ein Mann nahe den Vierzigern mit glattrasiertem länglichen Gesicht und graublauen Augen.

"Herr Professor belieben?" fragte er mit einer leichten Verbeugung.

"Die Zeitungen!" befahl der Professor.

"Würden Herr Professor nicht vielleicht doch früher frühstücken?" gab der Diener zu bedenken.

"Nein, Lorenz! Warum denn?"

"Ich meine, daß Herr Professor nach der Lektüre nicht mehr mit dem richtigen Appetit das Frühstück zu sich nehmen würden, übrigens - selbstverständlich - wenn Herr Professor befehlen!..."

"Na, bring mir das Frühstück zuerst!"

Der Diener wendete sich zum Gehen.

"Schimpfen sie sehr stark?" fragte der Professor.

"Es tut's; es sind sehr kräftige Artikel darunter. Die 'Arbeit' könnte man meines Erachtens belangen. Wegen Ehrenbeleidigung, übrigens auch noch andere, vielleicht mit Ausnahme der 'Morgenpost'."

"Warum die nicht, schreibt die gut?"

"Nein. Gar nicht. Sie hat noch keinen Bericht gebracht!"

"Lorenz, bring den Tee!"

"Sehr wohl, Herr Professor!"

Er brachte den Tee. Und während der Professor den Tee schlürfte, erzählte Lorenz:

"Wir haben eine Ehrenwache vor dem Hause!"

"Wieso?"

"Sechs Polizisten! Zwei stehen beim Tor, die anderen vier gehen in der Gasse auf und ab."

"Ja, soll das mir gelten?"

"Ich glaube. Wenn es mir gelten würde, so würden sie bloß einen Polizisten geschickt haben, der mich natürlich dann gleich mitgenommen hätte!"

"Gib mir meinen Schlafrock!" befahl der Professor.

Lorenz half dem Professor in den Schlafrock.

"Ich muß mich doch überzeugen, was da los ist!" sagte der Gelehrte und ging zum Fenster.

"Pardon!" sagte Lorenz. "Ich habe vor einer halben Stunde zum Fenster hinausgesehen und da bekam ich einen Apfel an den Kopf, einen faulen Apfel. Ich will die Sache erst ausprobieren!"

Er öffnete das Fenster und sah hinaus.

"Es ist alles in Ordnung", sagte er dann. "Die Polizei hat die Straße abgesperrt. Die Volksmenge ist entfernt. Herr Professor können ruhig hinaussehen."

Der Professor beugte sich zum Fenster hinaus. Die Wachleute salutierten.

"Es ist schrecklich", sagte er, als er in das Zimmer zurückkehrte. "Heute muß man die Wissenschaft mit Polizei vor dem Volke schützen!"

"Früher war es anders. Man schützte mit Polizei das Volk vor der Wissenschaft!"

"Sind Sie ruhig", befahl der Professor.

"Sehr wohl", sagte Lorenz.

"Die Zeitungen!"

"Alle -? Ich habe der Trafikantin den Auftrag gegeben, von jedem Blatt ein Exemplar für Herrn Professor aufzubewahren!"

"Gut, bring sie alle, alle -, sie sollen schimpfen!"

Der Diener brachte einen Stoß Zeitungen herein.

"Zuerst das 'Freisinnige Tagblatt'!"

Gehorsam reichte Lorenz das Verlangte hin.

"Dann die 'Soziale Rundschau'," ein ebenfall

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen