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Im Schatten des Kronturms Die Riyria-Chroniken 1 von Sullivan, Michael J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.02.2020
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Im Schatten des Kronturms

Start der neuen Serie des Bestsellerautors Michael J. Sullivan "Hadrian Blackwater hatte sich erst fünf Schritte vom Schi?ff entfernt, da wurde er ausgeraubt." Zwei undurchschaubare Männer, die einander hassen. Eine aussichtslose Mission. Und eine Legende, die gerade erst ihren Anfang nimmt. In dieser neuen Reihe erzählt Michael J.Sullivan die atemberaubende Geschichte, wie die Diebesbande Riyria gegründet wurde: Die Riyria-Chroniken. Hadrian Blackwater, ein Krieger, der im Moment nichts hat, wofür er kämpfen könnte, begegnet Royce Melborn, einem Dieb und Mörder, der nichts hat, was er verlieren könnte. Beide werden von einem alten Zauberer angeheuert, um ein geheimnisvolles Buch zu stehlen. Es liegt in dem uneinnehmbaren Kronturm, der am besten geschützten Festung, die je errichtet wurde. Und nein, es geht nicht um Gold oder Juwelen ... Es geht um viel mehr. Michael J. Sullivan kehrt zurück zu Riyria und erzählt die Vorgeschichte, das heißt die Abenteuer, bei denen Hadrian und Royce erst zusammenfanden. Michael J. Sullivan, geboren 1961 in Detroit, begann mit acht Jahren seine ersten Geschichten zu schreiben. Er lebt heute als freier Autor mit seiner Frau und drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington D. C. Inzwischen ist sein Werk in 14 Sprachen übersetzt und wurde mit mehr als 100 Preisen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 22.02.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608115956
    Verlag: Klett-Cotta
    Originaltitel: The Crown Tower
    Größe: 4062 kBytes
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Im Schatten des Kronturms

1
Pickles

Hadrian Blackwater hatte sich erst fünf Schritte vom Schiff entfernt, da wurde er ausgeraubt.

Die Tasche - seine einzige - wurde ihm aus der Hand gerissen. Den Dieb bekam er nicht einmal zu Gesicht. In dem von Laternen erhellten Durcheinander auf dem Anlegesteg sah er sowieso nur ein Meer von Gesichtern und Menschen, die von der Gangway des Schiffs wegdrängelten oder sich auf das Schiff zuschoben. An das regelmäßige Auf und Ab des Schiffsdecks gewöhnt, hatte er auf festem Boden inmitten des Gewühls Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Die anderen Neuankömmlinge blieben immer wieder stehen, so dass jede Vorwärtsbewegung zum Stillstand kam. Die am Ufer Wartenden suchten Freunde und Angehörige durch Rufe, Hüpfen und Winken auf sich aufmerksam zu machen. Wieder andere, von Berufs wegen hier und mit Fackeln in den Händen, boten lauthals Unterkünfte und Arbeit an. Ein glatzköpfiger Mann mit einer Stimme wie eine Kriegstrompete stand auf einer Kiste und schwor, im Wirtshaus ZUR SCHWARZEN KATZE sei das stärkste Bier zum günstigsten Preis zu haben. Zwanzig Schritte weiter balancierte sein Rivale auf einem wackligen Fass, hieß den Glatzkopf einen Lügner und behauptete, der GLÜCKSPILZ sei das einzige Wirtshaus, in dem Hammelfleisch nicht durch Hundefleisch ersetzt würde. Hadrian kümmerte das alles nicht. Er suchte nach einem Weg aus dem Gedränge, um den Dieb, der ihm die Tasche gestohlen hatte, verfolgen zu können. Doch musste er schließlich einsehen, dass das wohl aussichtslos war. Er beschloss, dafür ab sofort besonders gut auf seine Geldbörse aufzupassen, die ihm nicht gestohlen worden war. Insofern wenigstens hatte er Glück gehabt: Er hatte nichts Wertvolles verloren - nur Kleider, was angesichts der herbstlichen Kälte in Avryn allerdings sehr unangenehm werden konnte.

Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich im Strom der Menge treiben zu lassen und aufzupassen, dass er nicht in ihr unterging, sondern wenigstens den Kopf oben behielt. Der Steg knarrte und ächzte unter dem Gewicht der Passagiere, die sich fluchtartig von dem Schiff entfernten, das über einen Monat lang ihr beengtes Zuhause gewesen war. An die Stelle der frischen salzigen Luft, die sie wochenlang eingeatmet hatten, war jetzt allerdings ein beißender Gestank von Fisch, Rauch und Teer getreten. Hoch über dem dunklen Hafen stiegen die Lichter der Stadt auf wie helle Punkte an einem gestirnten Himmel.

Hadrian folgte vier dunkelhäutigen Männern aus Calis, beladen mit Käfigen voller bunter Vögel, die kreischten und flatterten. Hinter ihm gingen ein Mann und eine Frau, beide ärmlich gekleidet. Der Mann trug gleich zwei Taschen, eine über der Schulter und die andere unter dem Arm. Für sein Gepäck schien sich freilich niemand zu interessieren. Hadrian wurde klar, dass er die falschen Kleider trug. In einem Land des Leders und der Wolle war sein östliches, weißleinenes Gewand nicht nur lächerlich dünn, sondern zusammen mit dem goldgesäumten Mantel eine plakative Zurschaustellung von Reichtum.

"Heda! Hierher!" Die Stimme war in dem ohrenbetäubenden Lärm von Stimmen, Wagenrädern und Glocken kaum zu hören. "Hier lang. Ja Ihr, kommt. Hierher!"

Am Ende der Rampe angelangt, wo das Gedränge ein wenig nachließ, fiel Hadrians Blick auf einen halbwüchsigen, sehnigen Jungen. In Lumpen gekleidet, wartete er unter dem feurigen Schein einer schwankenden Laterne. Er hielt Hadrians Tasche und begrüßte ihn mit einem strahlenden Lächeln. "Ja genau, Ihr, bitte kommt", rief er und winkte mit der freien Hand. "Hierher."

"Das ist doch meine Tasche!", rief Hadrian empört und beschleunigte seinen Schritt, soweit es die Passanten auf dem schmalen Steg zuließen.

"Vollkommen richtig!" Der Bursche lächelte noch breiter und seine Augen leuchteten. "Ihr hattet ja ein solches Glück, dass ich sie Euch weggenommen habe. Sonst hätte man sie

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