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Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen von Perplies, Bernd (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen

Fluch und Schicksal sind in seinem Blut vereint! Der junge Iolan ist ein Findelkind und wächst als Sohn eines einfachen Fischers auf. Doch am Tag seiner Weihe zum Mann geschieht das Unfassbare: Soldaten des Königs bringen Feuer und Verderben über sein Dorf. Wie durch ein Wunder entkommt Iolan dem Massaker. Getrieben von dem Wunsch, den Tod seiner Familie zu rächen, macht er sich auf nach Aidranon, der Hauptstadt des Reiches. Noch ahnt er nicht, dass er damit einen Plan erfüllt, der von langer Hand vorbereitet wurde. Denn Iolans wahres Erbe wird die Welt für immer verändern ... High Fantasy trifft Antike! Dieses Fantasy-Epos gewann den Deutschen Phantastik Preis 2015 für den besten deutschsprachigen Roman. eBooks von beBEYOND - fremde Welten und fantastische Reisen. Bernd Perplies, geboren 1977 in Wiesbaden, studierte Filmwissenschaft und Germanistik in Mainz. Parallel zu einer Anstellung beim Deutschen Filminstitut in Frankfurt a. M. wandte er sich nach dem Studium dem Schreiben zu. Heute ist er als Schriftsteller, Übersetzer und Journalist tätig. 2015 erhielt Bernd Perplies den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie 'bester deutschsprachiger Roman' für sein Werk Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 450
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732569731
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 5626 kBytes
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Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen

2

DER FLUCH DER DRACHENHEXE

4. Tag des 4. Mondes

im 284. Jahr der cordurischen Könige

Ein Reisender, der sich mit dem Schiff über die Auriolische See der Königsstadt Aidranon näherte, mochte ihre Größe und Pracht zunächst unterschätzen. Ihr am Fuße einer mächtigen Klippe liegender Seehafen, der durch eine Bucht vor den Gezeiten geschützt wurde, war durchaus eindrucksvoll. Atemberaubend war er jedoch nicht, was vor allem daran lag, dass sich die Herrscher Cordurs seit jeher mit ihren Heeren und Handelszügen bevorzugt über Land bewegten und die Meere dem mächtigen Rivalen Carthaos überließen. Zahlreiche Ruder- und Segelschiffe lagen an den gemauerten Kais, die dazu dienten, vor der Küste zu patrouillieren oder mit den nahen Inseln Handel zu treiben.

Zweifellos fielen dem Reisenden auch der Leuchtturm oben am Rand der Klippe und die trutzige Seefestung auf, die den Hafen vor Angreifern schützte. Doch auch diese beiden Bauwerke waren nicht dazu angetan, die Augen des Neuankömmlings vor Erstaunen groß werden zu lassen, und für die eher schäbigen Wohnhäuser und holzgezimmerten Hütten, die sich entlang gewundener Straßen die steile Küste hinaufzogen, galt das schon gar nicht.

Das wahre Gesicht Aidranons offenbarte sich einem erst, wenn man durch das Seetor trat, welches, als Teil der schützenden Stadtmauer am oberen Rand der Klippe gelegen, das Hafenviertel vom Hauptteil der Stadt trennte. Denn von dort übersah der Reisende plötzlich ein Meer von Gebäuden, das sich in einem weiten Halbkreis beinahe drei Meilen weit in jede Richtung über das küstennahe Hügelland erstreckte. Rotbraune Ziegeldächer drei- oder sogar viergeschossiger Wohnhäuser glänzten in der hellen Nachmittagssonne. Auf breiten, gepflasterten Straßen tummelten sich freie Bürger, Kaufleute, Soldaten und Sklaven. In kleinen Parks wuchsen Schatten spendende Planata-Bäume, und Springbrunnen sprudelten zur Erfrischung. Über alldem aber ragten die prächtigen Sechsgöttertempel, die Große Bibliothek, das Ratsgebäude und die Akademie auf. Das imposanteste Bauwerk jedoch war der mächtige, auf dem nächsten Hügel errichtete Königspalast.

Von dort aus hatte man den besten Blick über die Stadt. Bei klarem Wetter konnte König Iurias Agathon, wenn er auf der obersten Aussichtsplattform des himmelwärts strebenden Verdamon-Turms stand und über Land und Meer schaute, sogar die ersten Inseln ausmachen, die dreißig Meilen vor der Küste aufgereiht waren wie ungeschliffene Edelsteine auf einer Schnur.

Heute musste er sich mit der etwas weniger spektakulären Aussicht zufriedengeben, die sich ihm aus dem breiten, von Steinsäulen gesäumten Fenster bot, das von seinem Strategiezimmer aus nach Süden wies. Es kümmerte ihn nicht, denn genau genommen achtete er kaum auf die zu seinen Füßen liegende Stadt. Sein Blick wanderte von dem goldenen Kuppeldach des aus weißem Marmor erbauten Trahjana-Tempels über das Große Forum hinüber zur ziegelgedeckten Markthalle, die als Hauptanlaufplatz für die Händler Aidranons galt. Doch sosehr ihm diese Momente der stillen Betrachtung für gewöhnlich dabei halfen, zur Ruhe zu kommen: Heute gelang es Iurias nicht, seine Sorgen zu bezwingen.

Hinter ihm wurden Schritte laut, und als der König sich umdrehte, betraten seine obersten Heerführer und Berater den Raum. Iurias nickte den sechs Männern zu, von denen zwei die Gewänder von Großbürgern und Senatoren trugen, drei militärische Kleidung und einer - ein grauhäutiger Quano - die Robe eines Theurgen. Die sechs bildeten den Kleinen Rat, eine Gruppe wechselnder Würdenträger, denen Iurias sein Ohr lieh, auf dass sie ihm beim Regieren des unablässig wachsenden Cordurischen Reichs mit Rat und Tat zur Seite standen.

"Ich grüße Euch, mein König", sagte der älteste der drei Militärführer, ein Mann mit wettergegerbtem Gesicht und schütterem, eisengrauen Haar, in dessen Blick zugleich die Härte eines langen

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