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John Sinclair - Folge 1993 Hetzjagd der Harpyie von Marques, Rafael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.09.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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John Sinclair - Folge 1993

Isabella sah die Flammen. Ein gewaltiges Loch tat sich über ihr auf, durch das die Dämonin, die dieses Chaos verursacht hatte, nun in das Haus hineinglitt und auf dem Trümmerberg landete. 'Ich hatte dich gewarnt, aber du wolltest ja nicht hören', erklärte die lächelnde Kreatur. 'Wer bist du?', wollte Isabella wissen. 'Oder besser - was? Eine Kreatur der Finsternis?' 'Ja. Ich bin eine Harpyie. Du darfst mich Okypete nennen, wenn dich das glücklich macht. Aber sterben wirst du so oder so!' Die Harpyie breitete erneut ihre Schwingen aus und jagte der ehemaligen Polizistin einen weiteren Feuerball entgegen. Doch auch Isabella handelte. Ohne sich nur einen Zentimeter zu bewegen, drehte sie die Klinge der Axt herum - dieser besonderen Axt, die sie von George Frambon bekommen hatte -, und hielt die breite Seite schützend vor ihr Gesicht ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 20.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732536177
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 816 kBytes
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John Sinclair - Folge 1993

Einzelne dicke Regentropfen prasselten gegen die Scheibe und rissen die Dreißigjährige aus ihren Gedanken. Im Haus war es totenstill. Und das, obwohl sie nicht allein war. Christian Matell, ihr Partner, saß im Arbeitszimmer des alten George Frambon und las wieder einmal ein Buch. Der ehemalige Pfarrer selbst hatte seit Tagen sein Schlafzimmer nicht verlassen.

Isabella wusste genau, was vor einigen Monaten hier geschehen war. Father Ignatius hatte sie über jedes Detail informiert, bevor er ihr den Auftrag erteilt hatte, mit Christian Matell zusammen nach Gravelines zu reisen und zu Frambons Leibwächtern zu werden. Während ihr Partner die Rolle des Pfarrers einnahm, spielte sie selbst die Haushälterin. Etwas, auf das sie gerne verzichtet hätte.

Kurz dachte sie daran, was mit den Personen geschehen war, die vor ihnen diese Rollen ausgefüllt hatten. Der Pfarrer - in dessen Mansardenwohnung Christian eingezogen war - war ermordet worden, die Haushälterin dagegen hatte sich als Dämonin entpuppt. Als Kreatur der Finsternis.

Isabellas Hände ballten sich zu Fäusten. Wieder einmal stieg eine unbändige Wut auf diese Wesen in ihr empor. Aber sie konnte nichts tun. Stattdessen saß sie auf einem kleinen Stuhl in einer kleinen Küche und wartete darauf, dass die Zeit verging.

Ihre Finger glitten zum Griff der Pistole, die vor ihr auf dem Küchentisch lag. Die Waffe war mit geweihten Silberkugeln geladen. Ignatius hatte sie selbst für seine Agenten hergestellt. Gegen manche Kreaturen der Finsternis waren sie eine wirkungsvolle Waffe, aber längst nicht gegen alle. Auch das geweihte Kreuz, dass der Chef der Weißen Macht ihr mitgegeben hatte, war kein Schutz gegen einen koordinierten Angriff dieser Dämonen.

Für einen solchen Fall hatte Ignatius ihr eine Liste von Telefonnummern mitgegeben. Unter anderem befand sich darauf der Name John Sinclair. Ihr Chef hatte in höchsten Tönen von dem Londoner Polizisten gesprochen.

Isabella war das egal. Sie wartete darauf, dass die Dämonen endlich erschienen. Ihr Hass auf sie war unbeschreiblich. Es verging kein Tag, an dem sie sich nicht vorstellte, wie sie eine Kreatur nach der anderen vernichtete.

Langsam zog Isabella die Hand wieder zurück und ließ die Glock auf dem Tisch liegen. Lautlos stand sie auf und ging zum Fenster. Das Gewitter hatte sich in den letzten Minuten noch weiter intensiviert. Sintflutartige Regenfälle ergossen sich auf den Wald, die Kirche und die Stadt Gravelines.

Zu den Einwohnern hatte Isabella nur wenig Kontakt. Sie wollte auch lieber für sich bleiben.

Über kurz oder lang würde ihr Auftrag hier enden. Vor seinen Feinden hatte sie George Frambon beschützen können, nicht jedoch vor sich selbst. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich von Tag zu Tag.

Als Isabella und Christian in Gravelines angekommen waren, war Frambon gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden. Zunächst hatte er noch recht fit gewirkt, doch mittlerweile kam er kaum noch aus dem Bett heraus. Die physischen und psychischen Folgen des Angriffs auf sein Leben forderten ihren Tribut. Er war nun einmal schon ein alter Mann.

Um diese Zeit lag er meistens im Halbschlaf in seinem Bett und murmelte unverständliche Dinge vor sich hin. Einmal hatte sie versucht, ihm zuzuhören, es nach wenigen Minuten jedoch aufgegeben. Der ehemalige Pfarrer hatte zwar etwas von einem Geheimnis gesprochen, das seine silberne Axt umgab, und dabei ein unlesbares Dokument erwähnt, ansonsten aber ergaben seine Aussagen keinen Sinn.

Frambon würde sterben. Isabella sah es ihm an. Es war nur eine Frage der Zeit.

Das Gewitter war wie ein Spiegelbild ihrer Seele. Immer wieder rissen Blitze die Umgebung aus der Düsternis der Nacht, so wie der Hass plötzlich wieder in ihr hoch loderte.

Gerade als sie sich von dem Fenster abwenden wollen, zuckte sie leicht zusammen. Etwas hatte sich verändert. Ein Gesicht zeigte sich auf der Scheibe!

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