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Könige der Finsternis Roman von Eames, Nicholas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.02.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Könige der Finsternis

Einst war Clay Cooper Mitglied der gefürchtetsten Söldnertruppe im ganzen Land. Kein Ungeheuer, das nicht von ihnen besiegt wurde. Keine Jungfrau in Nöten, die nicht von ihnen gerettet wurde. Inzwischen liegen die Heldentage lange hinter Clay - er hat eine Familie, arbeitet bei der Stadtwache. Dann steht eines Tages sein Freund Gabriel vor der Tür und bittet Clay um Hilfe bei einer Mission, der sich nur die tapfersten Krieger anschließen würden - oder die dümmsten: Gabriel will die alten Gefährten zusammentrommeln und in ein neues Abenteuer ziehen. Doch ein Held zu sein, ist heutzutage gar nicht mehr so einfach wie früher ... Nicholas Eames wurde in Wingham, Ontario geboren. Er besuchte das College für Theaterkünste, gab seine Schauspielkarriere aber auf, um Fantasy-Romane zu schreiben. "Könige der Finsternis" ist sein Debütroman. Er lebt in Ontario, Kanada.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 11.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213787
    Verlag: Heyne
    Serie: Die Bande 1
    Originaltitel: Kings of the Wyld
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Könige der Finsternis

1

EIN GEIST AUF DER STRASSE

C lay Coopers Schatten wirkte mächtiger, als der Mann in Wirklichkeit war. Allerdings überragte er immer noch die meisten anderen Menschen, hatte breite Schultern und einen Brustkorb wie ein Fass mit Eisenringen. Seine Hände waren so groß, dass die meisten Krüge darin wie Teetassen aussahen, und das Kinn unter seinem zotteligen braunen Bart wirkte so breit und scharfkantig wie ein Schaufelblatt. Aber sein Schatten, der durch die untergehende Sonne verlängert wurde, schlich wie die beharrliche Erinnerung an den Mann, der er einmal gewesen war, hinter ihm her: gewaltig und dunkel und mehr als nur ein wenig monströs.

Clay hatte sein Tagewerk vollbracht und schlich nun den ausgetretenen Pfad entlang, der in Decktal als Hauptstraße galt. Er grinste und nickte all jenen zu, die vor dem Einbruch der Dunkelheit noch schnell nach Hause wollten. Dabei trug er den grünen Wappenrock der Wächter über einem schäbigen Lederwams, und an seiner Hüfte hing ein abgenutztes Schwert in einem groben alten Futteral. Seinen Schild - mit den Jahren durch die Wirkung vieler Äxte und Pfeile und zupackender Krallen abgeplatzt, eingedellt und zerkratzt - hatte er sich über den Rücken geschlungen, und sein Helm ... na ja, Clay hatte den, der ihm in der letzten Woche vom Sergeanten gegeben worden war, verloren, so wie er den, den er vor einem Monat erhalten hatte, inzwischen verlegt hatte. So etwas passierte ihm während der beinahe zehn Jahre, die er nun schon in der Wache verbrachte, fast jeden Monat.

Ein Helm versperrte die freie Sicht und behinderte das Hören, und meistens sah man darunter einigermaßen dämlich aus. Clay Cooper mochte einfach keine Helme, das war alles.

"Clay! He, Clay!" Pip kam zu ihm herübergetrottet. Der Junge trug ebenfalls das Grün der Wächter und hatte seinen eigenen lächerlichen Flachhelm in die Armbeuge gesteckt. "Ich hab grade meinen Dienst am Südtor hinter mir", sagte er fröhlich. "Und du?"

"Nord."

"Nett." Der Junge grinste und nickte, als hätte Clay nicht bloß das Wort Nord gemurmelt, sondern etwas außerordentlich Interessantes von sich gegeben. "Gibt's da draußen irgendwas Spannendes?"

Clay zuckte die Achseln. "Berge."

"Ha! 'Berge', sagt er. Mustergültig. He, hast du gehört, dass Ryk Yarsson draußen bei Tassels Hof einen Zentauren gesehen hat?"

"Vermutlich war es ein Elch."

Der Junge schenkte ihm einen zweifelnden Blick, als ob es höchst unwahrscheinlich sei, dass Ryk statt eines Zentauren tatsächlich nur einen Elch gesehen hatte. "Wie auch immer, kommst du noch für ein paar Becher mit in den Königskopf ?"

"Das sollte ich lieber nicht tun", sagte Clay. "Ginny erwartet mich zu Hause, und ..." Er verstummte, denn eine bessere Entschuldigung hatte er nicht.

"Ach, bitte", stachelte Pip ihn an. "Dann eben nur einen ... einen einzigen Becher."

Clay grunzte, blinzelte in die Sonne und wog die Aussicht auf Ginnys Zorn gegen den bitteren Geschmack des Bieres ab, das ihm durch die Kehle rinnen würde. "Also gut", gab er nach. "Aber wirklich nur einen einzigen Becher."

Schließlich war es harte Arbeit, den ganzen Tag nach Norden zu schauen.

Im Königskopf war es schon ziemlich voll; an den langen Tischen drängten sich die Gäste, die nicht nur zum Trinken, sondern auch zu Klatsch und Tratsch herkamen. Pip drängte sich zur Theke, während Clay einen Platz an einem Tisch fand, der so weit wie möglich von der Bühne entfernt stand.

Die Gespräche um ihn herum waren von der üblichen Art: das Wetter und der Krieg, und beides war nicht besonders verheißungsvoll. Weit im Westen, im Endland, hatte es eine große Schlacht gegeben, und den Gerüchten zufolge war sie nicht besonders gut verlaufen. Eine ganze Armee der Republik, die zwanzigtausend Mann umfasste und von einigen Hundert Söldnertruppen unterstützt wurde, war von einer Herzwyld-Horde übe

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