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Kane 1: Der Blutstein von Wagner, Karl E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2014
  • Verlag: Golkonda Verlag
eBook (ePUB)
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Kane 1: Der Blutstein

Zwei Herrscher in einem Konflikt, der sich bald zum Krieg aufschaukeln könnte: der gebildete Dribeck, Herr eines Stadtstaates, der seinen Männern noch den Beweis erbringen muss, dass er auch mit dem Schwert umzugehen weiß; und Malchion, der Wolf, trinkfester Anführer der rauen Breim, der in Ermangelung tauglicher Söhne seine Tochter zur Kriegerin ausgebildet hat. Sie beide gieren darauf, ihre Position zu festigen und einander mit Spionen das Leben schwer zu machen. Doch in einer Welt voller Geheimnisse, die bereits in Vergessenheit gerieten, als Berge und Meere noch jung waren, gehen Kreaturen um, die älter sind als die Menschheit. Eine davon ist Kane, der unsterbliche Schwertkämpfer und Gelehrte, und für ihn sind die Fürsten der Menschen und ihre nichtigen Kämpfe nur Mittel zum Zweck. Mit dem Ring aus Blutstein, der ihm in die Hände fällt, will er eines der Rätsel vergangener Zivilisationen lösen, das vielleicht besser im Dunkeln geblieben wäre ... Mit diesem Band startet eine überarbeitete Neuausgabe der Kane-Saga, einem der klassischen Meisterwerke der Fantasy. Neben Robert E. Howards Conan und Michael Moorcocks Elric ist Karl Edward Wagners Kane die dritte zeitlose Heldengestalt, die das Genre maßgeblich geprägt hat.

Karl Edward Wagner (1945-1994) ist für viele Fantasy-Fans der legitime Erbe des Conan-Schöpfers Robert E. Howard. Sein Epos um den unsterblichen Krieger Kane umfasst drei Romane und zwei Sammelbände mit längeren Erzählungen. Außerdem hat er sich als Herausgeber klassischer Fantasy wie auch als Autor ebenso einfühlsamer wie drastischer Horror-Storys einen Namen gemacht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 297
    Erscheinungsdatum: 20.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942396943
    Verlag: Golkonda Verlag
    Serie: Kane-Saga Bd.1
    Originaltitel: Bloodstone
    Größe: 1340 kBytes
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Kane 1: Der Blutstein

2. Kapitel – Der Turm am Abgrund der Zeit

Die Steine unter den Hufen des Pferdes waren ihm inzwischen beinahe tröstlich vertraut, und ganz plötzlich war Kane sich nicht mehr sicher, ob fünfzig Jahre oder erst fünfzig Tage vergangen waren, seit er das letzte Mal über diesen Grat geritten war. Spärlich wuchsen verkümmerte Bäume aus dem rissigen und von Wind und Wetter geformten Fels, bizarre Schatten vor der orangeroten Sonne im Westen. Der Wind, der ihm das Haar zerzauste und unter den Wolfsfellumhang fuhr, trug den kalten Odem des Meeres mit sich, das als blaues Band um den dunstigen Horizont im Osten geschmiegt lag. Das schwache Murmeln der fernen Brandung hob das Brausen des Windes umso deutlicher hervor, und das schrille Kreischen aufsteigender Vögel legte sich wie eine gebrochene Melodie darüber. Jene fernen Schatten, die im Wind still verharrten oder kreisten ... waren es Raben, Falken oder Möwen? – Waren es überhaupt Vögel? Kane war zu sehr damit beschäftigt, dem kaum benutzten und beinahe zugewachsenen Pfad zu folgen, um ihnen weitere Aufmerksamkeit zu schenken.

Langsam kamen die Ruinen einer niedrigen Mauer in Sicht. Damit war auch der alte Weg, dem er folgte, besser zu erkennen. Unordentliche graue Steinhaufen deuteten auf eingestürzte Gebäude hin, und hin und wieder schmiegte sich ein dachloser Bau an den Kamm der Bergkette. Als Kane sich dem höchsten Punkt des Gebirgsgrates näherte, kamen nach und nach die wohlvertrauten Einzelheiten ihres Turms zum Vorschein. Vollkommen senkrecht ragte die Basaltsäule gen Himmel, etliche tausend Fuß über der weit darunter liegenden Küstenebene. Es war kaum vorstellbar, dass sie nicht schon vor Jahrhunderten in den Abgrund gestürzt war. Aber Kane wusste: Ihre Zerbrechlichkeit war reine Illusion. Die Stadt, die sich einst am Fuße des Turmes ausgebreitet hatte – sie war längst zu Schutt zerfallen, noch ehe der große Ozean von diesen Klippen zurückgewichen war, die er davor jahrein, jahraus mit seiner tosenden Brandung bestürmt hatte. Nur der Turm stand nach wie vor unverändert.

Kane fiel auf, dass hinter den hohen Turmfenstern Lichter aufleuchteten, während er sein Reittier die letzten paar hundert Schritte den unebenen Pfad empordirigierte, der zum Gipfel führte. Die Vertrautheit der Umgebung wirkte inzwischen viel stärker auf ihn, fast fühlte es sich an wie eine Heimkehr. Der unablässige Wandel, der seine Wahrnehmung des Daseins bestimmte, ließ für Kane die unheimliche Beständigkeit ihrer Welt umso fremder erscheinen. Ihm kam es vor, als gäbe es in Jhaniikests Turm einen Brennpunkt der Zeitlosigkeit in den ewig wechselnden Mustern des übrigen Universums ... eine Zuflucht vor der Zeit selbst.

Die Tore des Turms schwangen auf, als er sich näherte. Ein nebliger gelber Schein kroch in das Zwielicht heraus, das über den Bergrücken trieb. Geisterhafte Wächter einer längst ausgestorbenen Rasse hoben scheppernd eigenartige Speere zu einem steifen Salut. Kanes Pferd rollte verängstigt mit den Augen und wieherte nervös.

Müde vom tagelangen harten Ritt glitt Kane aus dem Sattel und führte sein schnaubendes Reittier in den Schutz eines Gebäudes ohne Dach nahe dem Fuß des Turmes, wo er es anband. Er sah, dass in den Ritzen zwischen den Bodenplatten genügend Futter wuchs, um das Pferd beschäftigt zu halten, bis er sich seiner richtig annehmen konnte.

Teilnahmslos beobachteten ihn die Wächter mit ihren Raubtieraugen, als er wenig später die Turmportale durchschritt.

Hinter ihm schlossen sich die Torflügel mit leisem Scharren, und er fragte sich, wann sie sich wohl zuletzt für einen Gast geöffne

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