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Kuppelwelt von Leonard, Gerald H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Kuppelwelt

Die Kuppel sorgt für dich. Sie beschützt dich. Aber was passiert, wenn du sie verlassen willst?

Jom wächst in der Welt der Kuppeln auf - gigantische Bauten, in die sich die Menschheit nach massiver Umweltzerstörung, vernichtenden Kriegen und Pandemien zurückgezogen hat. Individualität und Gefühle, die angeblichen Ursachen aller Katastrophen, werden medikamentös unterdrückt - per Infusor, den jeder Bewohner der Kuppeln am Handgelenk trägt.

Doch trotz dieser emotionalen Gleichschaltung stößt der aufsässige Jom seine Mitmenschen immer wieder vor den Kopf. Und immer wieder fragt er sich: Gibt es etwas anderes als Wildnis dort draußen - und ist es besser als das Leben in der Kuppel?

'Kuppelwelt' war in der Endauswahl für den STEFAN-LÜBBE-PREIS 2016: Nicht nur eine spannende Heldenreise, sondern auch eine konsequente Weiterentwicklung von Aldous Huxleys 'Schöne neue Welt' und George Orwells '1984'. Eine fesselnde Dystopie, ein beeindruckendes Science-Fiction-Debüt!

Jetzt als eBook bei beBEYOND - fremde Welten und fantastische Reisen.

Gerald H. Leonard wurde 1962 in Berlin geboren und ist ebendort aufgewachsen. Er arbeitete lange als Informatiker in der Telekommunikationsbranche, bis er zur Polizei in Berlin wechselte. Das Schreiben hat er schon früh für sich entdeckt. Später nutzte er intensiv die Möglichkeiten von Schreib-Communities im Internet. Sein hauptsächliches Interesse gilt der Science Fiction, und sein Romandebüt 'Kuppelwelt' entwickelte er über viele Jahre.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 445
    Erscheinungsdatum: 14.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732542871
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1368 kBytes
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Kuppelwelt

1. Kapitel

Die Kinder saßen in einem Halbkreis vor Larissa auf dem Boden.

"Wer von euch erschrickt, wenn er plötzlich eine Spinne entdeckt?"

Etwa ein Dutzend Arme reckten sich in die Höhe. Die Kindergärtnerin sah sich nach einem Kind um, das lange nicht mehr dran gewesen war.

"Jelena, eine große, haarige Spinne sitzt in deiner Duschwanne. Welchen Code gibst du in deinen Infusor ein?"

Das Mädchen überlegte keine Sekunde und antwortete: "Blau-gelb-grün."

Larissa klatschte begeistert in die Hände.

"Das ist richtig! Was macht man, wenn man vor einem riesengroßen Turm aus Stoffwürfeln steht, der zu kippen anfängt und auf einen herabzustürzen droht?" Wieder gingen etliche Arme hoch. Larissa deutete auf ein Mädchen. "Pia?"

"Auch 'blau-gelb-grün' eingeben." Das Kind strahlte seine Kindergärtnerin in Erwartung freudigen Klatschens an, doch es blieb diesmal aus.

"Ist das wirklich richtig? Wer von euch weiß, was zu tun ist?" Diesmal blieben alle Arme unten, die Kinder sahen einander ratlos an. 'Blau-gelb-grün' war doch der richtige Code, wenn man erschrak.

Ein Junge blickte gelangweilt ins Leere: Jom. Larissa seufzte. Natürlich kannte er die richtige Antwort. Das tat er immer, aber er ließ sich nur selten dazu herab, am Unterricht teilzunehmen.

"Jom, weißt du es?" Der Junge blickte sie durchdringend an und zögerte. Larissa wusste, warum er sie so finster ansah. Er bestand darauf, "Dschom" genannt zu werden, so wie man es bei dem englischen "John" tat, und nicht Jom mit deutschem "J". Es ärgerte ihn offenbar, einen der dreibuchstabigen Konsonant-Vokal-Konsonant-Namen bekommen zu haben. Diese individualistische Einstellung war typisch für ihn, doch Larissa ignorierte das beharrlich.

Schließlich zuckte "Dschom" mit den Schultern und antwortete: "Also, ich würde erst mal wegrennen. Was nützt ein 'blau-gelb-grün', wenn der Turm über mir zusammenkracht, oder, Pia?"

Diesmal gab es kein "Das ist richtig"-Klatschen. Larissa sagte nur: "Das stimmt. Also Kinder, egal, wie sehr ihr auch erschreckt: Bei echter Gefahr muss man sich zunächst in Sicherheit bringen und erst dann den Code eingeben." Sie schaute auf die große Uhr an der Wand. "Freie Spielzeit!"

Bevor die Kinder auseinanderstoben, blickte Pia finster zu Jom hinüber, doch der grinste sie nur an.

Nachdem die Kinder verschwunden waren, erhob sich Larissa mühsam aus ihrem Schneidersitz und ging zu ihrem Pult. Die nächste Stunde konnte sie sich etwas erholen, obwohl sie ihre Schützlinge nicht für eine Sekunde aus den Augen lassen würde.

Auch wenn sie kaum eines ihrer Kinder in der weitläufigen, von Schaukeln, Klettergerüsten, Höhlen und Tunneln durchzogenen Spielelandschaft sehen konnte, entging ihr nichts, was die Kleinen so trieben. Das Überwachungspult lief im Übersichtsmodus, so konnte Larissa die Position jedes Kindes im Blick behalten. Farbige Balken über den Namen gaben ihr einen guten Überblick darüber, wie es ihren Schützlingen ging. Jede Injektion wurde durch eine entsprechende Markierung angezeigt, die erst verschwand, wenn Larissa sie durch einfaches Antippen löschte. So konnte ihr nichts entgehen.

Über einem Namen erschien der Farbcode "gelb-lila-gelb", ein leichter, kurz wirkender Schmerzstiller. Eigentlich müsste sie nachsehen, was passiert war, aber wahrscheinlich hatte sich das Kind nur an etwas gestoßen. Larissa brauchte einfach diese kurzen Pausen. Sie schüttelte ihre Sandalen von den Füßen, streckte ihre Beine unter dem Tisch lang aus und wackelte mit ihren nackten Zehen. Wenn in den nächsten paar Minuten kein weiterer auffälliger Code kam, wird es wohl nicht so schlimm gewesen sein.

Gerade wenn die Kinder unter sich waren, musste überprüft werden, ob sie sich angemessene Injektionen setzten. Diese Kontrolle war nötig, denn die Benutzung des Infusors musste gelernt werden. Darum ging es bei der Arbeit einer Kindergärtnerin. Spiele

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