text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Last Human - Allein gegen die Galaxis Roman von Jordan, Zack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Last Human - Allein gegen die Galaxis

Meistens fühlt sich Sarya ganz normal. Überhaupt nicht wie das furchterregendste Geschöpf im ganzen Kosmos. Meistens kommt sie auch ganz gut damit klar, dass sie der letzte Mensch im Universum ist, und dass sie wohl nie erfahren wird, warum die Menschheit eigentlich ausgerottet wurde. Denn meistens ist sie damit beschäftigt, ihre wahre Identität vor den Hunderten von Aliens, die Watertower Station bevölkern, zu verbergen. Oder ihre Adoptivmutter, eine riesige Alienspinne, daran zu hindern, die Nachbarn zu fressen. Doch als ein Kopfgeldjäger auf der Raumstation eintrifft und nach ihr sucht, muss Sarya fliehen. Alleine in der schwarzen Weite des Alls unterwegs, will sie herausfinden, warum die Menschen wirklich sterben mussten. Und kommt einer Verschwörung von wahrhaft kosmischen Ausmaßen auf die Spur ...

Zack Jordan studierte Kunst, Musik und Philosophie. Er arbeitete unter anderem für das Verteidigungsministerium und als Designer für Computerspiele, bevor er sich ganz dem Schreiben und der Musik widmete. Der Autor lebt mit seiner Familie in Chicago.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 12.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641209612
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 31885
    Originaltitel: The Last Human - The Life Interstellar Book 1
    Größe: 1815 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Last Human - Allein gegen die Galaxis

2

GESTERN WAR DIE Watertower-Station ein langweiliger und fast stummer Stützpunkt in der Umlaufbahn. Die Farbgebung hätte man bestenfalls als Industriedesign bezeichnen können. Tausende Wände, Böden und Decken in neutralem Grau, dazwischen die grellen orangefarbenen Warnungen vor den Bereichen, wo die Bewohner Gliedmaßen verlieren, ersticken oder alle möglichen anderen unschönen Dinge erleiden konnten. Nicht dass die Bewohner jemals auf die Warnungen geachtet hätten. Nein, sie waren viel zu sehr damit beschäftigt, mit ihren gleichermaßen farblosen Overalls durch die öden Korridore zu laufen und die Augen oder vergleichbare Sinnesorgane in mittlerer Entfernung ins Leere zu richten. Gestern war es fast still auf Watertower. Vierundzwanzigtausend Bewohner und Besucher, Angehörige von Hunderten Spezies, die alle das Schweigen suchten und dabei das Unvermeidliche hinnahmen: die Geräusche von Schritten, Rädern, Laufketten, das Rascheln der Overalls, gelegentlich ein unangenehmes biologisches Geräusch. Grau auf Grau auf Grau, stumm wie das Vakuum und ungefähr genauso interessant. Das war die Watertower-Station gestern.

Heute sieht alles anders aus.

Heute kann Sarya es verstehen. Heute ist die Watertower-Station eine Flut von Licht, Farben und Geräuschen. So etwas hat sie noch nicht erlebt. Egal wohin sie hektisch den Blick richtet, immer springt sie irgendetwas an - oft sogar ganz wörtlich. Sie reißt sich zusammen, hält den Mund geschlossen und bemüht sich, den vorbeiziehenden Bildern nicht körperlich auszuweichen. Sie berührt die winzige Netzwerkeinheit am Haaransatz und drückt sich die Ohrstöpsel tiefer in die Gehörgänge. Sie trägt das Gerät noch nicht einmal eine Netzwerk-Standardstunde und ist schon völlig überzeugt. Das hier ist real, diese projizierten Bilder und Geräusche, während die grauen Wände, zwischen denen sie ihr ganzes Leben verbracht hat, die Illusion sind. Sie kann sie nicht einmal mehr sehen; sie verschwinden hinter Landschaften und Kunstwerken, hinter Farbflächen, Formen und Firmenlogos.

O Göttin. Und wenn sie es noch so sehr versucht, sie kann das alberne Grinsen nicht unterdrücken.

Sie bleibt am Ende der Gruppe, die durch das Labyrinth der Watertower-Station wandert, um sich ohne Störungen umsehen zu können. Nicht dass es sie kümmert, was ein Haufen Fremder über sie denkt. Sie ist hier nur zu Gast, vorübergehend aus einem niedrigeren Kurs, der aufgrund irgendeines kleinen Fehlers im Netzwerk dieser Exkursion zugeordnet wurde, hierher versetzt. Denn warum sonst sollte sie einen Ort aufsuchen, an dem sie niemals arbeiten könnte? Aber nun ist sie da und hat das gleiche Recht wie alle anderen Teilnehmer ihrer temporären Schar, sich hier aufzuhalten. Wenn den anderen das nicht gefällt, können sie sich gern mal eine Klinge bei ihr ausborgen, wie man bei den Witwen so sagt.

Über diese Leute weiß sie erstaunlich viel. Ihr Wissen ist stark erweitert, weil sie nun auf die fast unendlichen Ressourcen des Netzwerks zugreifen kann, und ihr Zugang ist nicht auf ein schlecht funktionierendes Display von wenigen Kubikzentimetern Größe beschränkt. Sobald sie den Blick auf einen Bürger richtet, sieht sie den Namen und die öffentliche Biografie. Die Informationen erscheinen als zierliche Beschriftung oder in Form massiger Symbole, die je nach Vorliebe des Benutzers farbig und/oder animiert sind, und alle tragen zu der riesigen Wolke aus Farbe und Licht bei, die das Netzwerk ausmacht. Obwohl sogar ihre neue Einheit manchmal Schwierigkeiten hat, ihrem Blick zu folgen, ihre Absicht zu erraten und die Informationen schnell genug ein- und auszublenden, ist sie fast überwältigt.

Die anderen Kursteilnehmer haben anscheinend keine Mühe damit. Sie fragt sich, warum das so ist. Vielleicht haben sie ihre Präferenzen stärker eingeschränkt. Vielleicht haben sie die Werbung oder bestimmte Kanäle ausgeblendet. Ihre alte Einhe

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen