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Maddrax - Die Gott-Maschine von Suchanek, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Maddrax - Die Gott-Maschine

PROTO ist auf dem Weg nach Süden, als in der Schweiz unvermittelt eine Druckwelle den Panzer trifft und davonwirbelt. Ein gewaltiger Explosionspilz steht plötzlich über der Landschaft. Was ist passiert?

Als Matt, Aruula und Juefaan zu einer Rettungsmission aufbrechen, ahnen sie noch nicht, dass der eigentliche Ursprung der Katastrophe noch etliche Kilometer weiter südlich liegt - in einer Anlage, wo sich einst jemand daran machte, Gott zu spielen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838755052
    Verlag: Bastei Lübbe
    Serie: Maddrax Folge.368
    Größe: 2848 kBytes
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Maddrax - Die Gott-Maschine

Auf dem Weg nach Marseille, Anfang März 2545

Behutsam strich Aruula über die Linien auf ihrem Bein. Bei der Berührung stiegen wieder die gleichen Bilder aus ihrer Erinnerung empor.

Eine alte Frau mit pergamentartiger brauner Haut: Wudans Auge . Sie hat schlohweißes verfilztes Haar und grüne Augen. Ihr Gesicht ist von Falten bedeckt, so tief wie die Rinde eines uralten Baumes. Das zahnlose Lächeln der Alten ist herzlich und traurig zugleich; es ist das Lächeln einer Mutter und einer Lehrerin, einer Wegweiserin und Schwellenhüterin - einer Wächterin Wudans. Sie trägt einen Ring aus rötlichem Metall im rechten Nasenflügel, ein Zeichen, dessen Bedeutung niemand kennt.

Die farbigen Linien auf Aruulas Körper verblassten zusehends - die Hennafarbe verlor ihre Kraft. Sie hatte sie schon in der Wudansburg erneuern wollen, nachdem man ihr vorgegaukelt hatte, Wudan selbst gegenüberzutreten - doch die Ereignisse hatten sie davon abgehalten. Höchste Zeit also, das nachzuholen.

Aruulas Blick wanderte zu den kleinen Tiegeln neben der Koje, in denen sie frische Farben angerührt hatte. Alles, was sie tun musste, war die Striche nachzuziehen, die Symbole, die sie als Kriegerin Wudans kennzeichneten, zu erneuern.

Warum tue ich es nicht? Sie seufzte.

Das Abenteuer auf den Dreizehn Inseln hatte etwas in ihr verändert. Oder eine lange verdrängte Angst an die Oberfläche gebracht? Es war nicht der Ort gewesen, den vorzufinden sie erwartet hatte. Und das lag nicht daran, dass ihr Volk sich mit fremden Amazonen zusammengetan hatte und in die ehemalige Lokiraaburg umgezogen war. 1)

Zum ersten Mal war ihr wirklich bewusst geworden, was sechzehn Jahre bedeuteten. Ihre wenigen Freundinnen dort, die noch lebten, waren nicht nur gealtert. Das Leben war vorangeschritten und ihre Erfahrungen und Kämpfe hatten aus vertrauten Schwestern Fremde gemacht, die von neuen Erlebnissen geprägt worden waren.

Aruula griff nach einem der beiden Tiegel und betrachtete versonnen die zähe rote Flüssigkeit darin.

Schon bei Rulfan war es ihr aufgefallen. Er war nicht nur gealtert, sondern nur noch ein Schatten seiner selbst. Der Kampf gegen die Schwarzen Philosophen, der Verlust von Myrial, die Angst um seine beiden Söhne, das alles hatte ihn ausgezehrt.

Bei allen Veränderungen dachte ich doch immer, dass er sich niemals ändern wird. Rulfan von Coellen, der Freund und Gefährte, der Anker im Sturm.

Was mochte andernorts geschehen sein? In Meeraka, bei den Hydriten auf dem Meeresgrund oder weit entfernt, auf dem Mars.

Ich bin allein.

Die Erkenntnis schmerzte. Sie fühlte Leere und ... Taubheit. Da war nicht mal Schmerz oder Traurigkeit, da war nichts . Selbst die schrecklichen Taten, die sie unter dem Einfluss Samugaars begangen hatte, waren längst vergessen; das verursachte Leid Teil einer weit zurückliegenden Geschichte.

Diese Welt war ihr so fremd, wie sie Maddrax nach seiner Reise vom Damals ins Jetzt vorgekommen sein musste. Er hatte fünfhundert Jahre übersprungen. Eine Zeitspanne, die sie kaum begreifen konnte. Erst heute verstand sie wirklich, was das für ihn bedeuten musste. Allein. Stets kampfbereit. Getrennt von allen, die er liebte.

Hilf mir!, schrie sie in die Stille der Gedanken. Immer wenn ich verloren war, wenn ich Führung brauchte, warst du da! Wo bist du jetzt?

Wudans Auge antwortete nicht. Wie auch, die Alte war tot. Obgleich sie ihr bei der Vision in der Wudansburg - die sich als Teknikk-Trick entpuppt hatte - erschienen war. Und auch schon zuvor.

Aruula stellte den Tiegel wieder zurück. Es waren nur Striche ohne Bedeutung.

Die alte Seherin, die Frauen der Dreizehn Inseln, ihre Verbindung zu allem, was atmete und existierte ... seit Anastaasa sie um die Begegnung mit Wudan betrogen h

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