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Miss Minotaurus und der Huf der Götter von Martinez, A. Lee (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Miss Minotaurus

Selbst im modernen magischen Amerika ist man nicht gegen die guten alten Götter und ihre Spielchen gefeit. Dies müssen auch die Jugendlichen Helen und Troy erfahren, die von einem machthungrigen Burger-Gott zuerst verflucht und dann auch noch auf eine Odyssee geschickt werden - epische Zyklopenkämpfe, verzauberte Orte und mysteriöse Rätsel inklusive ... Verfolgt von einer Bande spießiger Ork-Biker cruisen Helen und Troy geradewegs ins Verderben. Denn was sie nicht umbringt, macht den dunklen Gott, der sie beauftragte, stärker. Und der hat nichts anderes als den Untergang Amerikas im Sinne ...

A. Lee Martinez wurde mit seinen fantastischen Romanen zum Star der humorvollen Fantasy. Er lebt in Dallas, Texas, wo er schreibt, jongliert, Videospiele spielt und Zeitreisen unternimmt. Vielleicht ist er ein Geheimzauberer (das wäre allerdings geheim), und es könnte sein, dass er Gartenarbeit mag. Sicher ist jedoch, dass er Lebensläufe nicht ausstehen kann. Und eigentlich hat er auch keinen Spaß an Gartenarbeit. Alles andere an dieser Biografie ist aber absolut korrekt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 13.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492969802
    Verlag: Piper
    Größe: 3597kBytes
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Miss Minotaurus

Dass es einer gewissen Ironie nicht entbehrte, wenn ein Minotaur in einem Burgerladen arbeitete, war Helen bewusst. Aber sie brauchte einen Sommerjob. Hätte sie sich angestrengt, hätte sie wahrscheinlich etwas Besseres finden können, doch es waren nur noch ein paar Monate, bis das College losging. Wozu also die Mühe?

Zum Glück war Mr. Whiteleaf da ziemlich cool. Er ließ sie keine Burger wenden und stellte sie auch nicht mit einer Reklametafel an den Straßenrand, wie sie befürchtet hatte. Normalerweise bediente sie die Kasse, und wenn manche Kunden sie seltsam ansahen, bevor sie ihre Bestellungen aufgaben, war das deren Problem, nicht ihres.

Reine Minotauren galten in der heutigen Zeit als selten. Als sie das letzte Mal recherchiert hatte, waren es dreizehn dokumentierte Fälle in den letzten hundert Jahren gewesen. Alle anderen waren männlich. Der Zauber oder Fluch oder wie auch immer man es nennen wollte, verfing bei Mädchen normalerweise nicht. Zumindest nicht komplett.

Der letzte weibliche reine Minotaurus - Gladys Hoffman, auch bekannt als "Minotaurus-Minnie" - hatte sich als "stärkste Frau der Welt" einen Namen gemacht und war mit P. T. Barnums fahrendem Museum, Menagerie, Karawane und Hippodrom durch die Welt gezogen. Gladys hatte das Beste aus ihren Umständen gemacht, aber das war 1880 gewesen. Heute sah die Welt anders aus, und Helen hatte weit mehr Möglichkeiten. Das wollte sie zumindest glauben.

Trotzdem war sie immer noch ein zwei Meter dreizehn großes Mädchen mit Hörnern und Hufen, Dutzenden von Fallstudien in verschiedenen medizinischen Fachzeitschriften und ihrer eigenen Wikipedia-Seite. Aber sie hatte gelernt, damit umzugehen.

Die Familie, die jetzt gerade vor ihr stand, blickte sie schon wieder so an. Viele Leute wussten nicht, was sie mit Helen anfangen, in welche Kategorie sie sie stecken sollten. Bürgerrechtsbewegungen hatten für die Orks, Ratlings, Oger und andere "Monster"-Rassen einige Fortschritte erzielt. Aber von Minotauren gab es einfach nicht so viele. Sie machten keine Proteste, keine Sit-ins, hatten keinen großen Moment in der Geschichte, in dem der Rest der Welt in ihnen etwas anderes sehen musste als Anomalien, übrig gebliebene Flüche aus früheren Tagen, die nur in wenigen Familien weitervererbt wurden.

Der Vater blinzelte sie an, als wäre sie eine Verräterin ihrer Rasse oder so etwas.

Sie aß nicht mal Fleisch. Nicht, dass ihn das irgendwas anginge.

Helen rieb ihr Armband. Das tat sie immer, wenn sie sich in ihrer Haut unwohl fühlte. Schmuck war bei der Arbeit nicht erlaubt, aber Mr. Whiteleaf machte eine Ausnahme, denn das Armband hatte ihr der Arzt wegen ihres Zustands verschrieben.

Das kleine Mädchen starrte sie an. Kinder konnten nicht anders.

"Bist du ein Monster?", fragte es.

Helen lächelte. "Nein, Süße. Ich bin nur eine verzauberte Amerikanerin."

Die Mutter zog das Mädchen weg. Helen wollte gerade sagen, dass es ihr nichts ausmache, Kinder nur neugierig seien und es ihr lieber sei, wenn die Leute sie direkt ansprachen, statt so zu tun, als bemerkten sie nichts.

"Tut mir leid", sagte der Vater.

"Schon gut", antwortete Helen. "Kinder eben, oder?"

Er bestellte. Sie kassierte, gab ihm sein Wechselgeld und seine Nummer.

"Wir rufen Sie, wenn die Bestellung fertig ist, Sir", sagte sie mit einem erzwungenen Lächeln. "Danke, dass Sie bei Magic Burger essen. Wir wünschen Ihnen einen magischen Tag."

Helen lehnte sich an den Tresen, gestattete es sich aber nicht, sich hängen zu lassen. Die Kasse zu machen, war aus der Fast-Food-Perspektive der würdevollere Job, aber er brachte auch Verantwortung mit sich. Mr. Whiteleaf erwartete nicht viel. Sie musste nur aussehen, als wäre sie glücklich, hier zu sein. Oder wenn schon nicht glücklich, dann doch wenigstens nicht kurz davor, auszustempe

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