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Mytha Roman von Rehfeld, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Mytha

Sie sind Meister ihres Fachs und auf jeden von ihnen ist ein horrendes Kopfgeld ausgesetzt: Mytha, die Diebin. Olimarch, der Giftmischer. Adamurt, der Meuchelmörder. Linton, der Söldner. Nariz D'huzhoryn, die schwarze Magierin. Skrupel sind für sie ein Fremdwort und sie verabscheuen einander, doch als der undurchsichtige Silvan sie für einen Auftrag anheuert, können sie der Aussicht auf unermesslich reiche Beute nicht widerstehen und raufen sich zusammen. Sie folgen ihm ins Reich der Dämonen und Schattenwesen, bevölkert von Unholden, gegen die selbst ihre eigene Bosheit verblasst. Zu spät erst erkennen sie, was Silvan wirklich plant, und dass es für sie eine Reise ohne Wiederkehr werden soll ... Frank Rehfeldwurde 1962 im niederrheinischen Viersen geboren. Nachdem er bereits mit seiner "Legende von Arcana" sehr erfolgreich war, schrieb er zusammen mit Wolfgang Hohlbein denRoman "Giganten" und etliche Bücher zur Serie um den "Hexer von Salem". Spätestens seit seinem Epos rund um das Zwergenvolk von Elan-Dhorgehört er zu den beliebtesten Autoren der deutschsprachigen Fantasy.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 02.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492993838
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Mytha
    Größe: 5747 kBytes
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Mytha

Prolog

Das Opfer war bereit.

Ohne einen Hauch von Mitleid blickte Dulg Mortai auf die nackte Frau hinab, die angekettet vor ihm auf dem Felsblock lag und ihn mit vor Angst weit aufgerissenen Augen anstarrte. Sie mochte achtzehn oder neunzehn Jahre alt sein, ein junger Mensch in der Blüte seiner Jahre und somit das perfekte Opfer. Ohne Zweifel würde ihr Blut stark genug sein, um ihm die Macht zu verleihen, die Mauern zwischen den Welten niederzureißen, ein Tor in die Schattensphären zu öffnen und einen Dämon zu beschwören.

Dennoch verspürte er Gefühle, die er schon sehr lange nicht mehr empfunden hatte: Unsicherheit, ob das, was er vorhatte, wirklich richtig war, und Furcht vor den Folgen, falls etwas misslang. Das Blut des Opfers besaß sicherlich genügend Kraft. Aber besaß auch er selbst sie? Die Beschwörungsformeln waren umfangreich und kompliziert. Schon der kleinste Fehler wie ein nicht ganz richtig ausgesprochenes Wort oder eine falsch betonte Silbe konnte in einer verheerenden Katastrophe enden. Wenn er nur einen untergeordneten, schwachen Dämon beschwor, würde dieser ihm die gewünschten Auskünfte vermutlich nicht geben können, und alle seine Anstrengungen waren vergebens. Das jedoch war noch seine geringste Sorge, denn sollte sich der Dämon als zu stark erweisen, bestand die Gefahr, dass er den Bannkreis durchbrach und über ihn herfiel.

Was das bedeutete, wagte er sich kaum auszumalen. Der Dämon würde sich bei Weitem nicht damit begnügen, ihn zu töten. Ginge es nur um sein Leben, würde Mortai sich keine sonderlichen Sorgen machen. Oft genug hatte er dem Tod bereits ins Gesicht gespuckt. Sollte etwas von der Verschwörung bekannt werden, von der all dies nur ein kleiner Teil war, würde ihn dies ungeachtet seiner Herkunft ohne jeden Zweifel den Kopf kosten.

Aber was war die Alternative? Ein Leben eingepfercht in einen goldenen Käfig und gefangen in einer niemals endenden Abfolge bedeutungsloser repräsentativer Aufgaben und anderer höfischer Pflichten. Ein Leben im Schatten seiner unfähigen, schwachen Brüder und seines nun schon lange bettlägerigen und allmählich debil werdenden Vaters. Unwürdige Nachkommen eines einst bedeutenden Königsgeschlechts, denen jeder Sinn für Macht und Größe abhandengekommen war, weil sie stattdessen viel zu sehr damit beschäftigt waren, jedem Weiberrock nachzusteigen. Und von ihm wurde erwartet, ebenso zu sein. Doch ein solches Leben erschien ihm weitaus schlimmer als ein schneller, gnädiger Tod.

Aber um einen solchen ging es hier nicht, das war ihm nur zu gut bewusst. Der Einsatz war ungleich höher und nur das ließ ihn zögern. Hier setzte er mehr als seine ohnehin nur wenige Jahrzehnte währende körperliche Existenz aufs Spiel. Hier spielte er mit der Unendlichkeit und riskierte seine unsterbliche Seele. Wenn seine Sicherheitsvorkehrungen versagten, würde sich der Dämon ohne Zweifel nicht mit dem Opfer zufriedengeben, sondern ihm auch die seine entreißen und sie mit sich zurück in die tiefsten Pfuhle der Schattensphären zerren, um sie dort bis in alle Ewigkeit zu peinigen.

War der zu erwartende Gewinn diesen Einsatz wirklich wert? Dulg Mortai hatte sich diese Frage bereits oft genug gestellt und seine Antwort fiel diesmal nicht anders aus als die Male zuvor. Trotzdem war seine Angst nicht geringer geworden, denn es gab einen grundlegenden Unterschied zwischen jetzt und den früheren Versuchungen. Bislang hatte es sich stets nur um Planungen und Gedankenspielereien gehandelt. Jetzt aber stand die Ausführung unmittelbar bevor. Er stand am Punkt ohne Umkehr. Wenn er noch einen einzigen Schritt auf seinem selbst gewählten Weg weiterging, würde es kein Zurück mehr geben.

Aber es hatte keinen Sinn, länger zu zögern, da seine Entscheidung ohnehin längst gefallen war. Besser, er brachte das Unvermeidliche hinter sich.

Penibel überprüfte er noch einmal die beiden rings um den Felsblock mit magischer Kreide auf den Boden

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