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Mythor 154: Die Schlangengrube von Kneifel, Hans (eBook)

  • Erschienen: 10.12.2015
  • Verlag: Perry Rhodan digital
eBook (ePUB)
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Mythor 154: Die Schlangengrube

Die Entscheidungsschlacht zwischen den Heeren des Lichts und der Finsternis wurde abgebrochen. Der Lichtbote griff ein und verhinderte den Sieg der Dunkelmächte, indem er durch sein Erscheinen Vangor ins absolute Chaos stürzte und die Kräfte beider Seiten zersplitterte. Viele starben bei den Katastrophen, die das Gesicht der Welt veränderten. Doch Mythor, der Sohn des Kometen, rettet sich hinüber in den Morgen einer neuen Zeit. Mythor hat einen wichtigen Auftrag zu erfüllen. Er soll Inseln des Lichts im herrschenden Chaos gründen und den Kampf gegen das Böse wieder aufnehmen. Als Mythor in der veränderten Welt zu sich kommt, ist er sich dieses Auftrags nicht bewusst, denn man hat ihn seiner Erinnerungen beraubt. Erst bei der überraschenden Begegnung in der Drachengruft wird Mythor dieses klar, und schließlich sorgt das Duell mit Mythors anderem Ich dafür, dass unser Held in seiner Ganzheit aus der schwarzen Lohe ersteht. Damit beginnt Mythor wieder in bekannter Manier zu handeln. Gemeinsam mit Coerl O'Marn, dem Träger des DRAGOMAE und Heerführer der Lichtkräfte, verschafft sich unser Held einen Überblick über die gegenwärtige Lage der Welt. Ein Ort ist dabei von besonderer Wichtigkeit: DIE SCHLANGENGRUBE ...

Produktinformationen

    Größe: 541kBytes
    Herausgeber: Perry Rhodan digital
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 64
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783845399065
    Erschienen: 10.12.2015
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Mythor 154: Die Schlangengrube

2.

"Das Wasser ringsum gehört zum Mündungsarm des Gorgau", brummte O'Marn. "Ein Land, das nur wenig heitere Stimmung ausstrahlt."

Coerl und Mythor standen auf einer Brücke, auf einem schmalen Steg aus Pflanzenseilen und schimmeligen Brettern. Der Verbindungssteg spannte sich, teilweise im schwarzen, morastigen Wasser hängend, von einer Insel zur anderen. Eine endlose Fläche aus Moor, Wasser, kleinen Inseln aus Pflanzen umgab die Männer. Die Inseln waren vor Urzeiten entstanden; sie erhoben sich auf einem Untergrund aus hart gewordenem Schlamm und hundert Generationen von Wurzeln und Steinen, die von den unermüdlichen Kobolden zusammengetragen worden waren. Eine Rankenpflanze bewegte sich, neigte ihre graue Blüte, die wie ein Schlangenrachen aussah, schloss sie um ein fleischig-weißes Tier und hob sich wieder. Schmatzende und würgende Geräusche ertönten. Coerl lachte rau.

"Sehenswert, nicht wahr?"

"Wahr gesprochen."

Im Wasser, im Morast und auf den Zungen festeren Landes wimmelte es von Schlangen in allen Größen und Farben. Coerl warf einen grämlichen Blick in alle Richtungen, ergriff Mythor am Arm und drehte ihn halb herum. Der Arm des Ritters deutete nach Westen. Vor einem breiten, düster roten Spalt in den Wolken erhob sich die Silhouette einer größeren Insel im Sumpf. Die Schlangengrube bestand aus Fels und Gestein, war von seltsamen Bäumen bestanden und wirkte aus der Ferne wie ein unglaublich zerklüfteter Hügel. Sie war von einem dunklen, halb durchsichtigen Nebel umgeben.

"Dort ist der Sitz von Krol, wie man sagt. Zwei Tagesreisen weit. Und dort", Coerl deutete in eine andere Richtung, "war einst ein Binnensee. Nun findet man die Küste des Meeres."

Über ihnen ertönte aus mehreren Richtungen ein bösartiges Kichern. Mythor zuckte zusammen, blickte auf und sah affenartige Tiere mit dünnen, schwarzen Fledermausflügeln flatternd durch die stinkende Luft gleiten. Gebisse mit nadelspitzen Zähnen blitzten auf. Plötzlich hörten die Bestien zu flattern auf und spreizten die Schwingen weit. Sie segelten auf einen großen Baum zu, der sich im Zentrum der nächsten Sumpfinsel erhob. Das DRAGOMAE über dem Kopf des Ritters erlosch, und von einer nahegelegenen Sumpfinsel zeigte sich das Flackern eines Lichtsignals.

"Ist dort dein Vorposten?", fragte Mythor und riskierte einige Schritte auf der schwankenden Verbindungsbrücke. Überall waren Pyramiden aus morsch gefaulten Bohlen errichtet; Angelpunkte für Stege, Brücken und hochgelegene Plätze.

"Merkor Ambritus, ein Mann von Tubrass aus den Steppen der Stürme, wartet dort."

"Gehen wir zu ihm."

Die Krieger bewegten sich im Zickzack über den Sumpf hinweg. Die Schlangen flüchteten zischend vor den Schritten der Eindringlinge. Die Pflanzen und die Tiere, alles was sich den Augen Mythors zeigte, war in höchstem Maß fremdartig und wirkte böse. Mythor und O'Marn betraten die erste Insel, zogen die Schwerter und schlugen die Zweige und Ranken zur Seite und kamen auf einen schmalen Pfad aus Knüppeln und Reisig. Der Weg führte um die halbe Insel herum, und jeder weitere Schritt enthüllte neue, grässliche Ausblicke.

"Es ist wirklich alles andere als einladend", meinte Mythor. "Deine Kundschafter sind zu bewundern."

"Die Tierwelt ist nicht die einzige Gefahr. Zwölf Stämme von Schlangenclanleuten leben in dieser schauerlichen Umgebung. Oft habe ich gehört, dass die Sümpfe ein Hort des Bösen sei."

"Ich kann's mir ohne Schwierigkeiten vorstellen."

Pflanzen, die sich ihre Nahrung unter den Insekten und kleinen Tieren suchten und ihre Ranken wie die Hälse von Schlangen bewegten. Schlangen, die aussahen wie dornige Ranken mit riesigen, phosphoreszierenden Augen und hungrigen Mäulern. Das Zischen und Rascheln von unzähligen, in der Dunkelheit kaum sichtbaren Tieren, die in riesiger Menge Wasser und Sumpf bevölkerten, die bösartigen segelnden Kobolde mit ihren Fledermausschwingen

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