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Okular Roman von Reynolds, Alastair (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Okular

Geheimnisvolles Erbe
Zu Beginn des 22. Jahrhunderts sind der Mond und der Mars kolonisiert, und auf der Erde gibt es dank eines engmaschigen Überwachungssystems keine Kriminalität, keinen Krieg und keine Armut mehr - und keine Geheimnisse. So glaubt man zumindest. Doch als Eunice Akinya, eine berühmte Raumfahrerin und die Matriarchin eines mächtigen Familienclans, im Alter von hundertdreißig Jahren stirbt, finden ihre Enkel auf dem Mond einen rätselhaften Safe, dessen Inhalt das Schicksal der gesamten Menschheit für immer verändern wird ...

Alastair Reynolds wurde 1966 im walisischen Barry geboren. Er studierte Astronomie in Newcastle und St. Andrews und arbeitete lange Jahre als Astrophysiker für die Europäische Raumfahrt-Agentur ESA, bevor er sich als freier Schriftsteller selbstständig machte. Reynolds lebt in der Nähe von Leiden in den Niederlanden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 816
    Erscheinungsdatum: 12.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641185220
    Verlag: Heyne
    Serie: Poseidons Kinder Bd.1
    Originaltitel: Blue Remembered Earth
    Größe: 1141 kBytes
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Okular

Prolog

Es war Ende Mai, die lange Regenzeit ging zu Ende. Die Erde hatte sich Wasser von den Wolken geliehen, nun trieb der Himmel mit endlosen Tagen voller Hitze und Trockenheit die Schulden ein. Für die Kinder war es eine Erlösung. Nachdem sie sich wochenlang im Haus gelangweilt hatten, durften sie endlich wieder ins Freie und konnten außerhalb der Gärten und jenseits der Mauern durch die Wildnis streifen.

Dort stießen sie auf die Todesmaschine.

"Ich höre immer noch nichts", sagte Geoffrey.

Sunday seufzte und legte ihrem Bruder eine Hand auf die Schulter. Sie war zwei Jahre älter als Geoffrey und ziemlich groß für ihr Alter. Die beiden standen auf einem rechteckigen Felsen, mehrere Schritte vom Fluss entfernt, der immer noch viel schlammiges Wasser führte.

"Da", rief sie. "Jetzt musst du ihn doch hören!"

Geoffrey umklammerte das hölzerne Flugzeug, das er mitgebracht hatte.

"Nein", sagte er. Er hörte nur den Fluss und das leise, schläfrige Rauschen der Akazien, die unter der Ofenhitze schmachteten.

"Er steckt in Schwierigkeiten", sagte Sunday entschlossen. "Wir müssen ihn suchen, dann sagen wir Memphis Bescheid."

"Vielleicht sollten wir zuerst Memphis Bescheid geben und erst dann nach ihm suchen."

"Und wenn er inzwischen ertrinkt?"

Das hielt Geoffrey für unwahrscheinlich. Das Wasser stand nicht mehr so hoch wie noch vor einer Woche, die Regenzeit näherte sich dem Ende. Noch drängten sich dunkle Wolken am Horizont, manchmal rollte der Donner über die Ebenen, doch über ihnen war der Himmel klar.

Außerdem waren sie diesen Weg schon oft gegangen. Hier gab es keine Häuser und erst recht keine Dörfer oder Städte. Die Pfade, denen sie folgten, waren eher von Elefanten als von Menschen ausgetreten worden. Und sollten zufällig doch Massai in der Nähe sein, dann wäre bestimmt keiner von deren Jungen in Bedrängnis geraten.

"Könnten es die Dinger in deinem Kopf sein?", fragte Geoffrey.

"An die habe ich mich inzwischen gewöhnt." Sunday hüpfte von dem Stein und deutete auf die Bäume. "Ich glaube, es kommt von dort." Sie marschierte los, dann drehte sie sich zu Geoffrey um. "Du brauchst nicht mitzukommen, wenn du Angst hast."

"Ich habe keine Angst."

Vorsichtig überquerten sie das Gelände. Der Boden trocknete bereits, aber es gab noch sumpfige Stellen. Zum Schutz vor Schlangen trugen sie hohe Stiefel und dicke lange Hosen, dazu Hemden mit kurzen Ärmeln und Hüte mit breiter Krempe. Obwohl sie durch den Schlamm stapften und sich durchs Unterholz kämpften, blieben ihre Kleider so leuchtend bunt, wie sie sie am Morgen angezogen hatten. Von Geoffreys Armen konnte man das nicht behaupten. Sie waren voller Schlammflecken, und die Büsche mit den spitzen Dornen hatten feine, schmerzhafte Kratzer hinterlassen. Er hatte nicht vergessen, wie Memphis ihn einmal gelobt hatte, als er nach einem Sturz auf den harten Marmorboden des Familiensitzes nicht geweint hatte, und deshalb bewusst darauf verzichtet, mit einem Befehl an sein Armband den Schmerz zu unterdrücken.

Sunday verschwand zielstrebig zwischen den Akazien, und Geoffrey eilte hastig hinterher. Sie kamen am schmutzig weißen Sockel einer alten Windmühle vorbei.

"Gleich sind wir da", rief Sunday und sah sich nach ihm um. Ihr Hut hüpfte, von der Kinnschnur gehalten, auf ihrem Rücken munter auf und ab. Geoffrey drückte sich seinen eigenen Hut fester auf die krausen Locken.

"Uns kann nichts passieren", sagte er, mehr zu sich selbst. "Der Mechanismus passt auf uns auf."

Was sich hinter den Bäumen befand, wusste er nicht. Sie waren zwar schon oft in dieser Gegend gewesen, aber deshalb kannten sie noch lange nicht jeden Busch, jeden Hügel und jede Senke.

"Hier ist etwas!", rief Sunday. Geoffrey konnte sie nicht mehr sehen. "Der Regen hat den ganzen Hang weggespült, eine richtige Schlammlawine! Jetzt ragt etwas aus der Erde!"

"S

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