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Omni Roman von Brandhorst, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2016
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Omni

Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen - denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle - und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht ... Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, zählt mit seinen futuristischen Thrillern und Science-Fiction-Romanen wie "Das Schiff" und "Omni" zu den erfolgreichsten Autoren unserer Zeit. Spektakuläre Zukunftsvisionen sind sein Markenzeichen. Der SPIEGEL-Bestseller "Das Erwachen" widmet sich dem Thema Künstliche Intelligenz. Sein neuer Wissenschaftsthriller "Ewiges Leben" zeigt Chancen und Gefahren der Gentechnik auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 04.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492975483
    Verlag: Piper
    Größe: 1676 kBytes
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Omni

Ein verlorenes Paradies

1

Das Wohnboot schaukelte sanft auf den Wellen des globalen Ozeans. Mit geschlossenen Augen empfing Forrester das letzte warme Licht der untergehenden Sonne. Erst nach einer Weile merkte er, dass es still geworden war; er hörte nur noch das leise Plätschern, mit dem das Boot durchs Wasser glitt.

Er hob die Lider.

Eine junge Frau, vor kurzer Zeit noch ein Mädchen, saß zwei Meter entfernt auf den Fersen: eine schmale Silhouette, das lange Haar ebenso rot wie ihre Augen. Forrester betrachtete sie wie ein Wunder, das Wunder des Lebens, von ihm gezeugt, eine Crohani von Javaid. Die crohanische Reife hatte vor fünf Jahren auf diesem namenlosen Planeten eingesetzt und das Mädchen zu einer Frau heranwachsen lassen, aber Forrester sah noch immer das Kind, das sie gewesen war, als sie sich auf dieser Welt niedergelassen hatten, in der Hoffnung, von niemandem gefunden zu werden. Eine schöne Frau, dachte er mit dem Stolz des Vaters. Dass sie menschliche - seine - Gene in sich trug, dass sie nur zur Hälfte Crohani war, sah man ihr nicht an.

"Wie friedlich alles ist, wie still", sagte Zinnober. So lautete die Übersetzung des crohanischen Namens, Isdina-Iaschu, in InterLingua, und so nannte Forrester sie seit fünf Jahren, seit er wusste, dass er eine Tochter hatte. Ein passender Name, fand er.

Sie blickte zum Himmel hoch, an dem bereits die ersten Sterne erschienen - hier am Äquator dauerte die Dämmerung nur wenige Minuten. Ihre Augen suchten etwas, wie jeden Abend, wenn das Firmament für wenige Minuten den Schleier hob und reflektiertes Licht der Sonne hinter der Krümmung des Planeten Objekte zeigte, die sich aus dem Orbit näherten.

"Denk nicht daran", sagte Forrester. Er wusste, was Zinnober durch den Kopf ging.

"Ich hätte gern Gelegenheit gehabt, meine Mutter besser kennenzulernen", sagte Zinnober und hielt noch immer Ausschau, nach einem glitzernden Punkt, der sich bewegte, nach einem Schiff. Sie lachte gern, sie war wie eine Blume, die das Licht liebte, aber ihre Stimmung konnte auch schnell umschlagen, als genügte manchmal der Hauch eines Schattens, um ihre Seele zu verdunkeln.

Forrester dachte an Nala, Zinnobers Mutter, die auf Javaid gestorben war. Er erinnerte sich an ihre letzten Worte, an ihr Blut und seine Schuld. "Sie hätte sich darüber gefreut zu sehen, was aus dir geworden ist."

Ein Lächeln huschte über Zinnobers Lippen und verschwand wieder. Weitere Sterne erschienen. "Der Himmel wird nicht immer leer bleiben, Vinz. Irgendwann wird man uns finden."

Forrester lag noch immer auf dem Vorderdeck des Wohnbootes und stützte sich auf die Ellenbogen. Warmer Wind strich über sie hinweg. "Wir haben unsere Spuren verwischt. Niemand weiß, dass wir hier sind. Außerdem liegt dieses Sonnensystem am Ende eines Nebenstrangs, fernab aller Hauptrouten; von hier aus geht es nur mit einem Sprungschiff oder einem Horati-Segler weiter. Warum sollte jemand hierherkommen?"

"Du hast dem Duka von Javaid ein Omni-Artefakt gestohlen, seinen Talisman. Und ich habe dabei geholfen. Ich bin zur Verräterin geworden. Schlimmer noch, ich bin das Produkt eines Verrats, denn Nala, eine seiner Exquisitinnen, hat sich mit einem Außenweltler eingelassen, mit dem Mann, der ihm später den Talisman stahl. Der Duka sucht uns beide, aber vor allem sucht er mich, denn ich verkörpere eine besondere Schmach für ihn. Wenn er mich findet, wird er mich bestrafen, ein Exempel an mir statuieren, um seine Ehre wiederherzustellen."

Forrester hörte diese Worte nicht zum ersten Mal, aber sie schmerzten erneut. "Ich werde nicht zulassen, dass dir etwas passiert."

"Wir sind hier ganz allein", sagte Zinnober. Sie sah übers Meer, das unruhiger zu werden begann. "Hier kann uns niemand helfen. Vielleicht hat der Duka einen Likotha geschickt. Likotha geben nie auf, auch wenn sie jahrelang unterwegs sind."

Das Boot schaukelte he

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