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Pendo von Berger, Irena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2015
  • Verlag: Eagle-Books
eBook (ePUB)
12,99 €
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Pendo

Es hätte der wichtigste Tag in seinem Leben werden sollen. Der Tag, an dem er einen wilden Yagura zähmen und reiten soll, um den großen Schritt vom Kind zum vollwertigen Mitglied seines Volkes zu vollenden. Das Schicksal aber verändert sein Leben an diesem Tag für immer. Es nicht nur die gewohnten Lebensumstände in seinem Zuhause, die sich verändern. Seltsame, unerklärliche Dinge gehen im Dorf der Dyami vor sich, was zu Unruhen und Streitigkeiten innerhalb des eigentlich sehr friedliebenden Volkes führt. Und hinter den schützenden Mauern des Dorfes erfahren die Dyami nur über die Zeitung von den sich verschärfenden sozialen Ungerechtigkeiten und politischen Debatten, die den kleinen Planeten Murta in Aufruhr versetzen. Es ist der Älteste im Dorf, der Pendo und seinen engen Freund Nikan schließlich in ein uraltes Geheimnis der Dyami einweiht und ihnen klarmacht, dass all diese Veränderungen und unheilvollen Vorzeichen nicht zufällig geschehen, sondern einer dunklen, unerkannten Kraft entspringen. Als ein verheerendes Unwetter Pendos Heimat verwüstet, das Mädchen, das er liebt, als Verräterin beschuldigt wird und düstere Mächte die Bevölkerung auf Murta bedrohen, begibt sich Pendo auf eine schicksalhafte Reise.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 768
    Erscheinungsdatum: 12.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783981367294
    Verlag: Eagle-Books
    Größe: 1292kBytes
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Pendo

1

"Bist du bereit?"

Pendo zögerte.

"Bist du bereit?", fragte sein Vater noch einmal.

Er atmete tief durch und nickte.

"Dann los", befahl der Vater und schubste ihn in den Ring. "Lasst ihn rein", rief er über Pendos Kopf hinweg und schloss das Gatter hinter ihm. Dann tätschelte er ihm liebevoll den Kopf und flüsterte, "Du schaffst das, Großer, los geht 's."

Pendo richtete sich auf, umfasste das dicke Seil, das er bei sich trug noch fester mit seinen Fäusten, ging kraftvoll ein paar Schritte vorwärts, blieb stehen und wartete, den Blick fest auf das große Holztor geheftet, das sich jeden Augenblick öffnen würde.

Die Wand, zu der das Tor gehörte, war ein gutes Stück von Pendo entfernt. Dennoch schien es ihm, als käme sie mit ihrer Rundung und der Schräge zu den Seiten hin geradewegs auf ihn zu, als wolle sie ihn umzingeln, einschließen oder sogar erdrücken. Reiß dich zusammen , sagte er sich, konzentriere dich auf das Wesentliche . Wieder fixierte er das Tor. Aus den Augenwinkeln erkannte er rechts und links die Sitzreihen außerhalb des Rings. Je fester er auf einen einzigen Punkt vor sich starrte, desto klarer wurde die Sicht um ihn herum. Die Sitze waren leer. Nicht ein Platz war besetzt, so weit sein Blick reichte. Auch auf den Plätzen in den Reihen, die sich hinter ihm zu einem Kreis schlossen, saß keine Seele. Das wusste Pendo, ohne es sehen zu müssen. Aber er wusste auch, dass sie hinter ihm standen, in dem breiten Gang zwischen den Sitzen und dem Zaun, der das Publikum von der Bühne trennte. Vater, Großvater, der Lehrer und die anderen Jungen. Alle standen sie da, erwartungsvoll und angespannt. Diejenigen, die es bereits hinter sich hatten voller Stolz, die anderen, die es noch vor sich hatten, mit leiser Furcht.

Seine Aufregung hatte sich gelegt. Er starrte auf das riesige Holztor am gegenüberliegenden Ende der Arena und hörte seinem eigenen Atem zu. Alles um ihn herum erschien ihm langsamer und leiser, alle seine Muskeln waren angespannt und seine Konzentration galt dem, was vor ihm lag.

In diesem Augenblick öffnete sich das Tor, zunächst nur einen Spalt, bis es langsam immer weiter aufging. Plötzlich vernahm er dahinter ein Knurren. Zwar wusste er, was gleich, aus dem Dunkeln heraus auf ihn zustürzen würde, jedoch kam ihm dieses Knurren ungewöhnlich lang und derart durchdringend vor, als sei es nicht von dieser Welt. Mit einem Mal hob das Knurren zu einem regelrechten Brüllen an, das die Wände der Arena erzittern ließ und Pendo in seinem tiefsten Innern erschütterte. Dann ging es in eine Art Fauchen über, das ihm erschien, als könne es ihn in seiner Schärfe wahrhaftig in der Mitte zerreißen. Für einen Augenblick verlor er die Konzentration. Ein einziger Wimpernschlag war es, der seinen fest haftenden Blick von dem großen Tor trennte, ein Sekundenbruchteil, in dem er wankte und den besonderen Blick, mit dem er alles verlangsamt wahrnehmen konnte, verlor.

Nun geschah daher alles in Sekundenschnelle und traf Pendo unvorbereitet.

Die beiden Torflügel schwangen auf und der Yagura stürzte auf Pendo zu. Blanke Angst erfasste ihn und nur mit Mühe unterdrückte er Panik. Hinter sich vernahm er die anfeuernden Rufe seiner Mitschüler. Das Tier war nur einige Schritte von ihm entfernt. Im nächsten Augenblick würde es sich auf ihn stürzen. Ausgehungert, wie es war, würde es ihn bei lebendigem Leibe zerfetzen, wenn er nicht sofort etwas unternahm.

Konzentrier dich ! Nun konzentrier dich schon, na mach schon ! Aber je mehr er sich zur Konzentration zwang, umso nervöser und ängstlicher schien er zu werden. Mit langen, geschmeidigen und kraftvollen Sprüngen kam der Yagura immer näher. Pendo machte unwillkürlich ein paar Schritte rückwärts, stolperte und konnte sich gerade noch vor einem Sturz mit wahrscheinlich tödlichen Folgen bewahren.

Hab keine Angst , du bis

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