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Planetenwanderer Roman von Martin, George R. R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2013
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Planetenwanderer

Ökoingenieur Haviland Tuf steht vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe: Die Rettung der Menschheit

Die Menschheit hat sich in den unendlichen Weiten des Weltalls ausgebreitet. Überall sind neue Siedlungen entstanden, und jede Welt birgt neue Gefahren. Als der interplanetarische Händler Haviland Tuf eines der letzten Saatschiffe der Erde erwirbt, beginnt seine Odyssee quer durch den Weltraum. Eine Odyssee, auf der Haviland Tuf vom einfachen Händler zum gefeierten Retter der Menschheit wird ... Mit Planetenwanderer beweist George R. R. Martin, dass er wie kein Zweiter die Fantastik mit dem Realismus zu vermählen versteht.

George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos Das Lied von Eis und Feuer wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie Game of Thrones verfilmt. George R.R. Martin wurde u. a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 10.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641104412
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Tuf Voyaging
    Größe: 922kBytes
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Planetenwanderer

PROLOG

Hallo? Hallo?

Ja, jetzt funktioniert es. Gut.

Ich bin Rarvik Hortventzy, zweiter Geschäftsführer, und spreche eine Warnung aus für jeden, der meine Worte findet.

Die Abenddämmerung bricht jetzt an, für mich zum letzten Mal. Die Sonne ist hinter den westlichen Klippen versunken und hat das Land in Blut getaucht, und nun frisst sich das Zwielicht unerbittlich seinen Weg bis zu mir. Die Sterne leuchten auf, einer nach dem anderen, aber der einzige Stern von Belang scheint Nacht und Tag, Tag und Nacht. Er ist immer bei mir, der hellste Stern am Himmel nach der Sonne. Es ist der Seuchenstern.

Heute habe ich Janeel begraben. Mit meinen eigenen Händen habe ich sie begraben, habe im harten, felsigen Boden gegraben, bis meine Arme vor Schmerz brannten. Als mein Martyrium vollbracht war, als ich den letzten Spaten dieses elenden außerirdischen Drecks auf ihren Kopf geworfen hatte, als der letzte Stein auf ihren Grabhügel gelegt war, da stellte ich mich über sie und spuckte auf ihr Grab.

Es ist alles ihre Schuld. Das hatte ich ihr auch gesagt, nicht nur einmal, sondern sehr oft, als sie dalag und starb; und als ihr Ende nahe war, hatte sie ihre Schuld schließlich auch zugegeben. Es war ihre Schuld, dass wir hierherkamen. Ihre Schuld, dass wir nicht gingen, als wir es noch konnten. Ihre Schuld, dass sie jetzt tot ist – ja, kein Zweifel –, und ihre Schuld, dass ich unbegraben verrotten werde, wenn meine Zeit kommt, mein Fleisch ein Festessen für die Bestien der Dunkelheit und die Flieger und Nachtjäger, mit denen wir einst Handel zu treiben gehofft hatten.

Der Seuchenstern funkelt nur leicht, scheint tief über dem Land in einem klaren, hellen Licht. Das ist falsch, hatte ich Janeel einmal gesagt. Ein Seuchenstern sollte rot sein. Er sollte glühen, sich mit scharlachroter Strahlung umhüllen, sollte Omen für Feuer und Blut in die Nacht hinausflüstern. Diese klare, weiße Reinheit, was hat sie mit Seuchen zu tun? Es war in den ersten Tagen, als unser Charterschiff uns soeben abgesetzt hatte, um unseren stolzen kleinen Handelsposten zu eröffnen, als es uns abgesetzt hatte und dann fortgeflogen war. Damals war der Seuchenstern nur einer von fünfzig Sternen der Magnitude eins an diesem fremden Himmel und kaum auszumachen. Damals belächelten wir ihn, belächelten den Aberglauben dieser Primitiven, dieser zurückgebliebenen Rohlinge, die glaubten, Krankheiten kämen vom Himmel.

Dann wuchs der Seuchenstern. Nacht um Nacht brannte er immer heller, bis er sogar am Tage sichtbar war. Lange vor dieser Zeit hatte die Seuche begonnen.

Die Flieger ziehen ihre Kreise am dunkler werdenden Himmel. Es sind Gleiter, und von Weitem sehen sie sogar schön aus. Sie erinnern mich an die Schattenmöwen meiner Heimat Budakhar über dem glühenden Meer auf dem Planeten Razyar. Nur dass hier kein Meer ist, sondern nur Berge und Hügel und trockene Ödnis, und ich weiß auch, dass diese Flieger gar nicht mehr schön sind, wenn sie einem nahe kommen. Hagere und schreckliche Kreaturen sind sie, halb so groß wie ein Mensch, mit Haut wie gegerbtes Leder, die straff über die seltsamen hohlen Knochen gezogen ist. Ihre Flügel sind trocken und hart wie Trommelfelle, ihre Krallen scharf wie Dolche, und unter ihrer großen knochigen Stirn, die aus dem schmalen Schädel herausragt wie eine gebogene Klinge, sitzen Augen, die grauenhaft rot sind.

Jaleen erzählte mir, sie wären intelligent. Sie haben eine Sprache, sagte sie. Ich habe ihre Stimmen gehört, dünne, schneidende, kreischende Stimmen, die an den Nerven zerren. Ich habe nie ge

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