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Play to Live - Der Cyber-Clan Roman von Rus, Dmitry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Play to Live - Der Cyber-Clan

Die nahe Zukunft: In Russland entschließen sich immer mehr Menschen, der Wirklichkeit den Rücken zu kehren. Sie klinken sich in Virtual-Reality-Games ein, in denen sie von nun an ein digitales ewiges Leben haben. Max ist so ein Perma-Player, und zunächst ist es das Paradies. Doch schon bald dämmert den Playern, dass die Regierungen der alten Wirklichkeit ihre Augen auf die Ressourcen und Möglichkeiten der Game-Welten geworfen haben und dafür über Leichen gehen. Max und seine Mitstreiter müssen als Clan zusammenhalten - oder sterben ...

Dmitry Rus ist ein junger russischer Autor, dessen Romane den russischen Buchmarkt in Windeseile eroberten, und mit ihnen ein neues literarisches Genre begründete: "LitRPG" - ein Mix aus Science Fiction, Fantasy und Online Rollenspielen. Das erste Buch seiner Romanreihe PLAY TO LIVE machte ihn über Nacht zum Bestseller-Autor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 10.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641217426
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher .31908
    Originaltitel: The Clan - Play to Live Book 2
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Play to Live - Der Cyber-Clan

KAPITEL
EINS

Aus dem Bericht der Analyseabteilung anlässlich der außerplanmäßigen Sitzung des Aufsichtsrats von AlterWorld

Thema: Wachsende Gewalt innerhalb der digitalen Bevölkerung

Unsere psychologischen Untersuchungen haben ergeben, dass die digitale Bevölkerung (im Nachgang auch als 'Permaspieler' bezeichnet) nach einer Anpassungszeit von drei bis vier Monaten die virtuelle Welt nicht mehr als Spiel begreift. Die Erinnerungen an ihr vorheriges Leben beginnen zu verblassen, und die kräftigen Farben ihrer selbstgewählten Umgebung sorgen für eine gänzlich neue Perspektive. Doch wie genau sehen Permaspieler ihr neues Zuhause? Es bietet ihnen nahezu unendlich viele Möglichkeiten - eine Verheißung auf ein ewiges Leben ohne jedes Konzept einer strafrechtlichen Verfolgung. Anders gesagt: Angesichts des Fehlens jedweder Obrigkeit handelt es sich um eine Welt brutaler Gewalt.

Doch dies ist nur eine Seite der Medaille. Man muss sich folgende Frage stellen: Wer sind die Menschen, die diese unberührten virtuellen Lande bevölkern? An dieser Stelle sei auf die an diesen Bericht angehängte Grafik verwiesen.

Psychisch labile Teenager, traumatisierte Veteranen, Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen, Senioren und tödlich Erkrankte, Kriminelle und Realitätsflüchtlinge.

Wir können uns daher im Grunde nur fragen, warum es derart lange gedauert hat, bis die zuvor nur vereinzelt auftretenden Fälle von Sklaverei und Gewaltanwendung völlig außer Kontrolle geraten sind. In den letzten drei Monaten hat der Kundendienst über eintausendfünfhundert Fälle von körperlicher Gewalt dokumentiert. Uns ist durchaus bewusst, dass alle Versuche, Permaspielern zu helfen, eine reine Geste des guten Willens sind und wir keinerlei Verpflichtungen dieser Art unterliegen, bis der rechtliche Status von Permaspielern gesetzlich anerkannt wird. Entsprechend vorheriger Anweisungen haben wir daher alle eingehenden Anfragen von Permaspielern bezüglich solcher Sachverhalte ignoriert und in einem bürokratischen Sumpf versinken lassen. Dieses Vorgehen war sinnvoll, als es sich nur um vereinzelte Fälle gehandelt hat und bei jedem dieser Fälle eine Intervention der Klasse A oder A+ nötig gewesen wäre, deren Auswirkungen nur schwer vorhersehbar sind.

Doch nun droht uns die Situation vollends zu entgleiten. Die Abteilung für Informationsintervention arbeitet rund um die Uhr, doch trotzdem wird es zunehmend schwerer, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und den Schaden zu minimieren, den unabhängige Medien verursachen.

Fälle, an denen Minderjährige beteiligt sind, haben sich dabei als besonders schädlich für das Ansehen unseres Konzerns erwiesen. Rein technisch gesehen sind wir für nichts von all dem wirklich verantwortlich, da Jugendschutz und Alterskontrollen in die Verantwortlichkeit der Kapselhersteller fallen. Doch wenn einige der Vorfälle öffentlich bekannt würden, wäre dies ein äußerst schwerer Schlag für den Ruf und die finanzielle Stabilität des Unternehmens.

In Anbetracht dessen schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

Lobbyarbeit für neue Standards beim Softwareschutz sowie für die Sicherheit der Hardware und den physischen Schutz von FIVR-Kapseln;

Beeinflussung der öffentlichen Meinung zugunsten einer Retina-Abtastung als Einlogsystem und grundlegendes Authentifizierungsmittel der Spieler;

Unterstützung des Vorschlags des Innenministeriums, diese Funktion möglicherweise auszuweiten, um den gesamten Cyberspace abzudecken;

Implementierung einer Fähigkeit zur freiwilligen Selbsttötung, damit Spieler sich in sichere Zonen retten können;

Herauszögerung der Ratifizierung von Gesetzen zur Anerkennung des rechtlichen Status von Permaspielern;

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