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Psychoosmose und Schöne Bella Zwei Science-Fiction-Erzählungen von Rank, Heiner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.06.2015
  • Verlag: EDITION digital
eBook (PDF)
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Psychoosmose und Schöne Bella

Die schöne Bella: Bellas Chef Skiff ist ein Genie. Es war ihm gelungen, durch gezielte Manipulationen ihres genetischen Bauplanes aus einer lebenden Sumpfschnepfe einen Ochsenfrosch zu machen. Er hat Bella einen Heiratsantrag gemacht, aber sie liebt einen anderen. Als dieser von einem Flugeinsatz nach Hause kam, fand er statt Bella eine ausgewachsene Tigerin in seiner Wohnung. Ein Betriebsunfall in Skiffs Institut, erklärte ihm die Bella-Tigerin. Psychoosmose: Karpinski war tot. Er hatte zu lebhaft über seine verrückte Auffassung von Seelenwanderung gestritten und dabei vergessen, den Steuerknüppel des Hubschraubers festzuhalten. Doch nun diskutiert ein Hund weiter, im Tonfall und mit den Argumenten Karpinskis. LESEPROBE: Als wir ausstiegen, trat sie mir in den Weg. 'Hören Sie mal!' Ihre Zungenspitze fuhr heraus und befeuchtete die blutroten Lippen. 'Es ist wirklich ein Skandal. Einer muss schließlich mit Ihnen darüber reden.' Ich setzte meinen Koffer ab. 'Dies ist ein kultiviertes Haus', fuhr sie fort, 'und so sollte es bleiben, zumal wenn man die Mieten bedenkt. Leider greift auch hier die allgemeine Verwilderung um sich. Wollen Sie etwa widersprechen?' 'Durchaus nicht', sagte ich. 'Aber ...' 'Früher haben Sie nur sogenannte Damen mitgebracht. Ich sage ,nur', denn was Sie sich jetzt leisten, übertrifft wohl alles da gewesene.' 'Wieso ...' 'Glauben Sie nicht, dass Sie damit durchkommen. Ich und mein Gatte, wir werden keinesfalls dulden, dass Sie unser aller Heim in einen Zirkus verwandeln.' 'Würden Sie mir verraten, Frau Burk, worauf Sie anspielen?' 'Stellen Sie sich nicht dumm!' Ihre Nasenflügel bebten. 'Ich habe Ohren. Ich habe Augen. Und eine Nase. Jawohl, eine Nase!' 'Ihre Nase ist nicht zu übersehen', sagte ich. 'Trotzdem kann ich nicht daran ablesen, was Sie eigentlich von mir wollen.' Es sah aus, als würde sie in Ohnmacht fallen, doch dann änderte sie ihre Absicht. 'Flegel!', kreischte sie. 'Das werden Sie bereuen. Unverzüglich werde ich die Polizei informieren!' Sie wandte mir den Rücken und verschwand geräuschvoll in ihrer Behausung. Ich hatte keine Ahnung, was dieser Auftritt bedeuten sollte. Wahrscheinlich war sie zu lange unter der Trockenhaube gewesen. Ich schloss unsere Wohnungstür auf. Als ich in den Flur trat, schlug mir ein ätzender Manegegeruch entgegen. In Küche und Bad herrschte wüste Unordnung. Fenster und Türen waren geöffnet. Ich lief ins Wohnzimmer. Der gleiche Geruch, das gleiche Chaos. 'Bella!', rief ich.

1931 in Nowawes, dem heutigen Babelsberg geboren. Absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung als Industriekaufmann, arbeitete als Film-Geschaftsführerassistent sowie als Regie- und Dramaturgie-Assistent. Seit 1956 freiberuflicher Schriftsteller. Pseudonyme: A. G. Petermann (gemeinsam mit H. A Pederzani und Gerhard Neumann) sowie Heiner Heindorf. Er schrieb zwischen 1957 und 1959 gemeinsam mit H. A. Pederzani und Gerhard Neumann eine Reihe von Kriminalromanen, von denen er später auch einige Stoffe für den Rundfunk und das Fernsehen adaptierte. Übersetzungen seiner Romane und Erzählungen erschienen u. a. in Ungarn, Polen, der ?SSR und der UdSSR. Außer Krimis schrieb er auch Science-Fiction-Bücher und arbeitete für Hörfunk, Fernsehen und Film.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 45
    Erscheinungsdatum: 05.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956554117
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 990kBytes
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Psychoosmose und Schöne Bella

Als wir ausstiegen, trat sie mir in den Weg. 'Hören Sie mal!' Ihre Zungenspitze fuhr heraus und befeuchtete die blutroten Lippen. 'Es ist wirklich ein Skandal. Einer muss schließlich mit Ihnen darüber reden.' Ich setzte meinen Koffer ab. 'Dies ist ein kultiviertes Haus', fuhr sie fort, 'und so sollte es bleiben, zumal wenn man die Mieten bedenkt. Leider greift auch hier die allgemeine Verwilderung um sich. Wollen Sie etwa widersprechen?' 'Durchaus nicht', sagte ich. 'Aber ...' 'Früher haben Sie nur sogenannte Damen mitgebracht. Ich sage ,nur', denn was Sie sich jetzt leisten, übertrifft wohl alles da gewesene.' 'Wieso ...' 'Glauben Sie nicht, dass Sie damit durchkommen. Ich und mein Gatte, wir werden keinesfalls dulden, dass Sie unser aller Heim in einen Zirkus verwandeln.' 'Würden Sie mir verraten, Frau Burk, worauf Sie anspielen?' 'Stellen Sie sich nicht dumm!' Ihre Nasenflügel bebten. 'Ich habe Ohren. Ich habe Augen. Und eine Nase. Jawohl, eine Nase!' 'Ihre Nase ist nicht zu übersehen', sagte ich. 'Trotzdem kann ich nicht daran ablesen, was Sie eigentlich von mir wollen.' Es sah aus, als würde sie in Ohnmacht fallen, doch dann änderte sie ihre Absicht. 'Flegel!', kreischte sie. 'Das werden Sie bereuen. Unverzüglich werde ich die Polizei informieren!' Sie wandte mir den Rücken und verschwand geräuschvoll in ihrer Behausung. Ich hatte keine Ahnung, was dieser Auftritt bedeuten sollte. Wahrscheinlich war sie zu lange unter der Trockenhaube gewesen. Ich schloss unsere Wohnungstür auf. Als ich in den Flur trat, schlug mir ein ätzender Manegegeruch entgegen. In Küche und Bad herrschte wüste Unordnung. Fenster und Türen waren geöffnet. Ich lief ins Wohnzimmer. Der gleiche Geruch, das gleiche Chaos. 'Bella!', rief ich. 'Bella, wo bist du?' Aus dem Schlafzimmer hörte ich ein Geräusch. Ich stürzte zur Tür. Der Mahagonischreibtisch stand davor. 'Komm nicht herein.' Es war Bellas Stimme. Durch die Tür klang sie dumpf und kehlig. 'Ich muss dir etwas erklären. Warte einen Augenblick.' 'Nicht nötig', sagte ich. 'Frau Burk hat mich bereits informiert. Du hast ein Tier in der Wohnung.' Ich wuchtete den Schreibtisch zur Seite und zwängte mich durch den Türspalt. Ein prächtiger Tiger lag auf unserem Doppelbett. Ich wollte zurück durch die Tür. 'Keine Angst', sagte das Tier. 'Ich bin es, deine Bella.' Ich war unfähig, ein Wort hervorzubringen. 'Na komm schon näher.' Mit schwankenden Schritten näherte ich mich dem Bett. 'Setz dich doch.' Ich ließ mich auf die Bettkante nieder. Die Riesenkatze wälzte sich herum und legte ihre Pranke in meinen Schoß. Paranoide Halluzination. Ich fühlte, wie mir der kalte Schweiß ausbrach. Meine Hände begannen zu zittern. Die Pranke legte sich um meinen Hals und zog mich sanft, doch mit unwiderstehlicher Kraft herunter. Tief aus der Kehle der Tigerin kam ein zärtliches Knurren. 'Ganz ruhig, mein Geliebter, ganz ruhig. Ich bin es, deine Bella. Du darfst keine Angst haben.' 'Wie - wie ist das passiert?', stammelte ich.

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