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Queen of Blood Die Bestimmung. Roman von Myles, Jill (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.08.2018 per Download lieferbar

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Queen of Blood

Seit Jahrzehnten wird das Volk der Vidari grausam von den Blutprinzen unterdrückt. Durch einen Zufall gelangt die junge Seri an den Hof der geheimnisvollen Herrscher, soll dort für den Widerstand der Vidari spionieren. Als sie den Blutprinzen Graeme kennenlernt, kommen Seri plötzlich Zweifel an ihrer Mission. Doch in dem heraufziehenden Krieg ist kein Platz für Zweifel oder Gefühle - und schon bald muss Seri sich entscheiden, ob sie ihr Volk oder ihre Liebe verraten soll ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 351
    Erscheinungsdatum: 31.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556601
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Queen of Blood
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Queen of Blood

ZWEI

Im Inneren des Zwei-Zimmer-Häuschens war es dunkel wie in einer Höhle. Jegliches Licht war von dem Moment an ausgesperrt, in dem Seri die Tür hinter sich geschlossen hatte.

"Seri, bist du das?" Josdis schwache Stimme klang besorgt. Auf ihrem Hocker vor dem Kamin zog sie die ausgefranste Decke fester um ihre Schultern. Sie hatte das Feuer wieder ausgehen lassen.

"Ja", bestätigte Seri und griff kurz nach Josdis zarter Hand, ehe sie zu der schwelenden Asche ging. "Wie geht es Vater?" Sie stocherte in der Asche herum und legte neues Zunderholz auf die Torfbriketts, in der Hoffnung, sie damit zum Aufflammen zu bringen. Wenn die Sonne erst unterging, würde es kalt werden.

Josdis blicklose Augen folgten Seri. "Er hat nach dir gerufen", gestand das Mädchen, und seine Finger krallten sich in die Säume eines Kissens. "Ich wollte dich suchen gehen ..."

Seri trat zu ihr und berührte liebevoll Josdis Wange. "Schon gut. Ich bin draußen Rilen begegnet, und wir haben uns unterhalten, darum war ich etwas länger weg, als ich erwartet hatte. Aber du weißt, dass ich immer zu euch nach Hause komme." Sie tätschelte Josdis Knie und betastete das neueste Werk ihrer Schwester. "Noch ein Kissen?"

Josdi nickte errötend. "Ich habe ein paar Reste von alten Kleidern genommen und die Kanten mit hübschen Knoten verziert, genau, wie Mutter es mir gezeigt hat. Wie sieht es aus?"

Seri strich mit der Hand über das weiche Gewebe der aufwendigen Handarbeit, die ihre Schwester vollbracht hatte, obwohl sie schon seit fünf Jahreszeiten blind war. "Es ist wunderschön, Josdi. Mutter wäre so stolz auf dich." Ihre Mutter war gestorben, als Josdi noch ein junges Mädchen gewesen war; Seri vermisste sie immer noch. Sie dachte oft an sie, und sie wusste, ihr Vater und ihre Schwester trauerten ebenso sehr wie sie selbst.

"Da bin ich froh", antwortete Josdi. "Ich freue mich, wenn ich nützlich sein kann."

"Das bist du", versicherte Seri ihr und drückte ihr liebevoll die Schulter. "Ich sehe schnell nach Vater."

Er regte sich nicht, als sie die Tür öffnete und eintrat, aber seine Brust hob und senkte sich unter der Decke. Mit leisen Schritten trat sie an sein Bett und setzte sich auf den Rahmen. Seine Stirn fühlte sich heiß an unter ihrer Hand, und als Seri die Decke lüftete, drang ihr der Geruch von faulendem Fleisch in die Nase. Sie verzog das Gesicht und kontrollierte die Verbände. Sie waren schon wieder durchfeuchtet.

"Vater?", wisperte Seri. "Wie fühlst du dich?"

Der Mann bewegte sich, erwachte aber nicht. Bekümmert seufzte sie. Der Heiler war bereits vorbeigekommen und hatte ihnen Gebete offeriert, und der örtliche Kräuterkundler hatte angeboten, einen Trunk anzurühren, doch der Preis war so hoch, sie könnte ihn nicht einmal bezahlen, wenn sie alle Gänse und die Eier einer ganzen Legezeit verkaufen würde.

Mit den Fingerspitzen strich sie über die Stirn ihres Vaters, ehe sie wieder aufstand, hinausging und die Tür hinter sich schloss. Müde kehrte sie zu Josdi zurück und setzte sich zu ihr.

"Ich habe sein Bein vorhin gewaschen, aber der Geruch ist heute schlimm." Josdi unterbrach sich, als widerstrebe es ihr, weiterzureden. "Er hat nach Butter zu seinem Brot gefragt."

Butter. Schon bei dem Gedanken lief Seri das Wasser im Munde zusammen. "Wir hätten alle gern Butter, nehme ich an." Seit Monden hatten sie keine mehr gehabt. Nicht mehr seit der letzten Erntezeit, bevor ihr Vater von der zehrenden Krankheit befallen worden war und sein Bein nicht mehr hatte benutzen können. Nun war niemand mehr da, um die Ernte einzubringen, und die Felder lagen brach. Rilen kam und half ihr, wann immer er konnte, aber er musste sich auch um das Gehöft seines Vaters kümmern. Sein jüngerer Bruder würde an seine Stelle treten, wenn Rilen und Seri ihre Handfeste besiegelt hatten, aber bis dahin musste sie allein zurechtkommen.

"Ich fürchte, wir können von Gl

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