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Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern 12: Fremde Seelen von Edelbrock, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: BLITZ-Verlag
eBook (ePUB)
3,99 €
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Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern 12: Fremde Seelen

Die Crew der Promet ist auf Lint gestrandet. Fast zweihundert Jahre zuvor: Der Moraner Lorn Jaci stürzt mit seinem Raumschiff auf die Erde und findet sich in einer gefährlichen, verwirrenden Welt wieder, umgeben von fremden Seelen. Die Printausgabe umfasst 160 Buchseiten.

Michael Edelbrock wurde 1980 geboren und kam über das Rollenspiel früh in Berührung mit der Phantastik. Heute lebt er am Rande des Ruhrgebiets im Kreis Recklinghausen und schreibt dort seine Kurzgeschichten sowie eine phantastische Saga in Romanform.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957195722
    Verlag: BLITZ-Verlag
    Größe: 2060 kBytes
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Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern 12: Fremde Seelen

Kronjevc sah seine eigene Reflexion in der Schreibtischplatte. Das schwarze Glas zeigte sein nachdenkliches Gesicht, eingerahmt vom immer grauer werdenden Haar. Abrupt stand er auf und ging zu der gewaltigen Fensterfront. Dies war sein Lieblingsbüro. Aus dem 87. Stock hatte er eine wunderbare Sicht auf das alte London. Die Themse schlängelte sich wie eh und je am Parlament und am Big Ben vorbei. Die Fassaden waren vom ätzenden Regen zerfressen, aber im abendlichen Dämmerlicht schmälerte das den phantastischen Ausblick nicht.

Sein Blick wanderte zurück auf die Holoprojektion, die ein Drittel des Raumes einnahm. Eine Karte der Welt, auf der die fünf Kontinente in fünf verschiedenen Farben dargestellt waren. Fünf Ressorts der Terra States mit ihren jeweiligen Ressortchefs und -chefinnen. Zusätzlich kamen noch drei weitere Bereiche, die nicht regional abgegrenzt waren. Forschung & Entwicklung, Einsatz & Taktik und nicht zuletzt sein eigener Bereich: Wirtschaft & Spionage.

Er schnaubte. Letztlich hatten sie natürlich alle das winzige und unerhebliche Ziel, die menschlichen Interessen im All durchzusetzen. Niemand wusste das besser als er, denn er war mit den Stimmen des Weltregierungskomitees zum Direktor der TST gewählt worden. Ein wackeliger Posten, wenn man bedachte, dass jeder andere Ressortchef auch gerne Direktor geworden wäre. Man intrigierte hinter seinem Rücken. Norman Gant war umgebracht worden. Irgendjemand war auf Kronjevcs eigenem Feld Wirtschaft & Spionage tätig geworden. Dieser Jemand würde dafür bezahlen.

Draußen verdichteten sich die Wolken und der unvermeidbare Londoner Regen ging nieder. Er nagte an den Häuserfronten und am Gemüt der Leute, die ihre Fahrzeuge eilig durch die verstopften Straßen steuerten. London war aus politischen Gründen eine Flugverbotszone geblieben. Konservatives England halt.

Vielleicht sollte er später noch den Gleiter nach New York nehmen? Hier würde er ohnehin nur ergebnislos über dem Gant-Problem brüten. Die HTO-Corporation besaß den Schlüssel für das Tor zu den Sternen. Sollten sie und der alte Orell damit ruhig unvorstellbar reich werden, solange sie nicht auf dem Monopol sitzen blieben und damit alles behinderten. Kronjevc war immer schon für eine wirtschaftliche Erschließung des Alls gewesen. Dann würden sich nur die besten Lösungen durchsetzen. Nicht zuletzt würde das auch sein eigenes Ressort innerhalb der TST stärken.

Er trat auf die Karte zu und fixierte den Punkt, an dem sich ungefähr der große Sklavensee befinden musste. "So, Orell", murmelte er leise. "Die Lösung auf alle Fragen liegt irgendwo in deinen Werkshallen. Warum wurde Gant getötet? Was wollten die Erpresser von dir?"

Natürlich kannte er alle Berichte und das gesamte Zahlenwerk um die HTO. Aber die Erfahrung zeigte, dass nicht einmal ein Unternehmen wie die HTO-Corporation das Transitionstriebwerk aus dem Ärmel schüttelte. Irgendetwas war im Sperrkreis 1, das er, Kronjevc, kennen sollte. Darum würde er sich kümmern. Niemand hatte Geheimnisse vor ihm. Er rief seinen Leibwächter herein. Der Mann bewegte sich eckig wie ein Roboter, was an seinen verbesserten Nervenabläufen lag. Die Augen waren hinter einem schwarzen Panzerglasvisier verborgen. Unwillkürlich dachte Kronjevc, dass dieser Mann niemals wieder einen gewöhnlichen Spaziergang auf der Straße machen konnte. Aber galt das letztlich nicht auch für ihn selbst? "Organisiere den Flug nach New York. Das Wetter gefällt mir nicht."

Der Mann verschwand.

Mit einem letzten Blick auf die Karte beschloss Kronjevc, dass er innerhalb der TST tätig werden musste. Er würde mit der Grande Dame der Geheimdienste Kontakt aufnehmen. Vor fünfunddreißig Jahren, als er in das Geschäft eingestiegen war, gehörte sie schon zu den Veteranen. Sie wusste alles, sie kannte jeden. Und gegen ein gemeinsames Abendessen in New York hätte sie bestimmt nichts einzuwenden.

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