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Red Rising - Asche zu Asche von Brown, Pierce (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2018
  • Verlag: Cross Cult
eBook (ePUB)
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Red Rising - Asche zu Asche

Vor einem Jahrzehnt war Darrow der Held einer Revolution, von der er glaubte, sie würde die Gesellschaft verändern. Statt Frieden und Freiheit hat sie nur endlosen Krieg gebracht. Jetzt muss er alles, wofür er gekämpft hat, in einer einzigen letzten Mission riskieren. Darrow glaubt nach wie vor, er könne jeden retten. Aber kann er sich auch selbst retten?

Red Rising war die Geschichte vom Ende eines Universums. Asche zu Asche ist die Geschichte von der Erschaffung eines neuen. Der Beginn einer aufregenden neuen Saga von New-York-Times-Bestsellerautor Pierce Brown.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 650
    Erscheinungsdatum: 05.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959818094
    Verlag: Cross Cult
    Serie: Red Rising Saga .4
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Red Rising - Asche zu Asche

1

Darrow

Held der Republik

Ich gehe müde an der Spitze der Armee über Blumen. Blütenblätter bedecken das letzte Stück der gepflasterten Straße, die vor mir liegt. Kinder werfen sie aus dem Fenster, und sie trudeln gemächlich von den Stahltürmen, die den Luna-Boulevard an beiden Seiten säumen, nach unten. Am Himmel nähert sich die Sonne ihrem langsamen, einwöchigen Tod und taucht die wenigen Wolken und die große Menschenmenge in ein blutrotes Licht. Wie Wellen schwappen Menschen gegen Sicherheitsabsperrungen, um unserer Parade näherzukommen. Die Wächter von Hyperion City tragen eine graue Uniform und ein blaugrünes Barett. Sie bewachen den Weg und stoßen feiernde Betrunkene in die Menge zurück. Hinter ihnen streifen Antiterroreinheiten über den Asphalt. Mit einer Brille, die wie Fliegenaugen aussieht, scannen sie Iriden, während ihre Hand auf dem Kolben ihrer Energiewaffe ruht.

Auch meine Blicke streichen über die Menge.

Nach zehn Jahren Krieg glaube ich nicht mehr an friedliche Momente.

Ein Meer aus Farben umgibt die zwölf Kilometer lange Via Triumphia. Sie wurde vor Hunderten Jahren von meinem Volk gebaut, den Roten Sklaven der Goldenen, und auf ihr hielten die Eroberer, die die Erde zähmten und einen Kontinent nach dem anderen einnahmen, ihre Prozessionen ab. Mörder mit einem Rückgrat aus Eisen, Augen aus Gold und einem bedrohlichen Stolz segneten einst diese Steine. Nun, fast tausend Jahre später, beschmutzen wir den heiligen weißen Marmor der Triumphia, indem wir Befreier mit Augen aus Pech und Asche und Rost und Erde ehren.

Früher hätte mich das mit Stolz erfüllt. Jubelnde Menschen, die feierten, dass die Freien Legionen eine weitere Bedrohung unserer noch jungen Republik abgewendet hatten. Doch heute sehe ich die Holos von mir mit einer blutigen Krone auf dem Kopf, höre die Jubelrufe der Vox Populi, sehe, wie sie die Banner mit der auf dem Kopf stehenden Pyramide schwenken, und fühle nichts außer der Last dieses endlosen Kriegs und der Sehnsucht nach der Umarmung meiner Familie. Vor einem Jahr habe ich meine Frau und meinen Sohn zum letzten Mal gesehen. Nach dem langen Rückflug vom Merkur will ich nur noch bei ihnen sein, ins Bett fallen und einen Monat lang traumlos schlafen.

Die letzte Etappe meiner Reise ist angebrochen. Vor mir wird die Triumphia breiter und mündet in die Treppe, die zum Neuen Forum emporführt. Nur noch diesen letzten Gipfel muss ich erklimmen.

Gesichter, trunken vor Freude und neuen kommerziell erhältlichen Schnäpsen, sehen zu mir empor, als ich die Stufen erreiche. Klebrige, mit Süßigkeiten verschmierte Hände winken mir zu. Zungen, gelockert von den gleichen kommerziell erhältlichen Schnäpsen und wilder Freude, schreien, brüllen meinen Namen oder verfluchen ihn. Nicht den Namen, den meine Mutter mir gab, sondern den, den meine Taten mir verliehen haben. Den Namen, den die gefallenen Einzigartig Vernarbten nun als Fluch flüstern.

"Schnitter, Schnitter, Schnitter", schreien sie, nicht im Chor, aber wie aufgeputscht. Der Lärm erstickt mich, umklammert mich mit einer Hand, die eine Milliarde Finger hat: All die Hoffnungen, all die Träume, all der Schmerz ziehen sich um mich zusammen. Doch so kurz vor dem Ende kann ich noch einen Fuß vor den anderen setzen. Ich steige die Stufen hinauf.

Klonk .

Meine Metallstiefel knirschen auf Stein. Trauer macht sie schwer. Eo, Ragnar, Fitchner und all die anderen, die mit mir gekämpft haben und gefallen sind, während ich irgendwie am Leben geblieben bin.

Ich bin groß und breit. Mit dreiunddreißig Jahren kräftiger als in meiner Jugend. Stärker und brutaler in meine

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