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Red Rising - Tag der Entscheidung Roman von Brown, Pierce (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Red Rising - Tag der Entscheidung

Das fulminante Finale der New York Times-Bestsellertrilogie
Um eine unmenschliche und grausame Gesellschaft zu stürzen, ist der Minenarbeiter Darrow selbst zum Goldenen, zum Mitglied der verhassten Oberschicht, geworden. Doch jetzt wurde sein Geheimnis entdeckt und er schwebt in tödlicher Gefahr. Wenn er sein Ziel erreichen will, muss er alles riskieren.

Nach dem Collegeabschluss hätte Pierce Brown eigentlich nichts dagegen gehabt, seine Studien in Hogwarts fortzusetzen. Da es ihm dafür leider an der nötigen magischen Gabe fehlte, versuchte er es mit verschiedenen Jobs in der Medienbranche. Seine Red-Rising-Trilogie wurde ein so sensationeller Erfolg, dass Pierce Brown sich jetzt ganz dem Schreiben widmen kann. Der Autor lebt in L.A.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 656
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641147433
    Verlag: Heyne
    Serie: Red Rising Saga Bd.3
    Originaltitel: Red Rising - Burning Son Book 3
    Größe: 1004 kBytes
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Red Rising - Tag der Entscheidung

1 Nur die Finsternis

Tief in der Finsternis, fern von Wärme, fern der Sonne und der Monde, liege ich still wie der Stein, der mich umgibt und meinen gekrümmten Körper wie ein entsetzlicher Schoß gefangen hält. Ich kann mich nicht aufrichten. Kann mich nicht strecken. Ich kann mich nur zu einer Kugel zusammenrollen wie die leblose Versteinerung des Mannes, der ich einst war. Die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Nackt auf kaltem Felsen.

Ganz allein mit der Finsternis.

Es scheint Monate, Jahre, Jahrtausende her zu sein, dass meine Knie gestreckt waren und ich meine Wirbelsäule aus der gekrümmten Lage aufrichten konnte. Die Schmerzen machen mich wahnsinnig. Meine Gelenke verschmelzen miteinander wie verrostetes Eisen. Wie viel Zeit ist vergangen, seit ich meine Goldenen Freunde auf dem Gras verbluten sah? Seit ich den Kuss des sanften Roque auf meiner Wange spürte, als er mir das Herz brach?

Die Zeit ist kein Fluss.

Nicht hier.

In dieser Grabkammer ist die Zeit wie der Stein. Es ist die immerwährende und starre Finsternis, deren einziges Maß die beiden Pendel des Lebens sind - mein Atem und mein Herzschlag.

Ein. Ba ... wump. Ba ... wump.

Aus. Ba ... wump. Ba ... wump.

Ein. Ba ... wump. Ba ... wump.

Und es wiederholt sich beständig. Bis ... Bis wann? Bis ich an Altersschwäche sterbe? Bis ich mir den Schädel am Stein zerschmettere? Bis ich mir die Schläuche herausnage, die mir die Gelben in den Unterleib geschoben haben, um Nährstoffe hineinzupressen und den Abfall hinauszubefördern?

Oder bis du wahnsinnig wirst?

"Nein." Ich knirsche mit den Zähnen.

Doch!

"Es ist nur die Finsternis." Ich atme ein. Beruhige mich. Berühre die Wände in meiner besänftigenden Routine. Rücken, Finger, Steißbein, Fersen, Zehen, Knie, Kopf. Noch einmal. Dutzendmal. Hundertmal. Warum nicht auf Nummer sicher gehen? Also tausendmal.

Ja. Ich bin allein.

Ich hätte gedacht, dass es schlimmere Schicksale als dieses gibt, aber jetzt weiß ich, dass es nicht schlimmer sein kann. Der Mensch ist keine Insel. Wir brauchen jene, die uns lieben. Wir brauchen jene, die uns hassen. Wir brauchen die anderen, die uns ans Leben anbinden, die uns einen Grund geben, zu leben, zu fühlen. Mir ist nur die Finsternis geblieben. Manchmal schreie ich. Manchmal lache ich in der Nacht, am Tag. Wer weiß es schon? Ich lache, um die Zeit zu vertreiben, um die Kalorien zu verbrennen, die mir der Schakal gibt, und um meinen Körper in den Schlaf zittern zu lassen.

Ich weine auch. Ich summe. Ich pfeife.

Ich lausche den Stimmen über mir. Die aus dem endlosen Meer der Finsternis zu mir kommen. Dazu das unerträgliche Rasseln von Ketten und Knochen, das durch meine Gefängnismauern vibriert. Es ist alles so nah und doch Tausende von Kilometern entfernt, als würde jenseits der Finsternis eine komplette Welt existieren, die ich weder sehen, berühren, schmecken noch fühlen kann und deren Schleier ich nicht durchdringen kann, um wieder dazuzugehören. Ich bin in der Einsamkeit gefangen.

Ich höre die Stimmen jetzt. Die Ketten und Knochen sickern in mein Gefängnis.

Sind das meine Stimmen?

Ich lache über diesen Gedanken.

Ich fluche.

Ich schmiede Pläne. Töte.

Schlachte ab. Stich nieder. Zerreiße. Lösche aus.

Ich bettle. Ich halluziniere. Ich feilsche.

Ich winsele Gebete an Eo, bin glücklich, dass ihr ein solches Schicksal erspart geblieben ist.

Sie hört dir nicht zu.

Ich singe Kinderlieder und zitiere aus Die sterbende Erde , Der Laternenanzünder, dem Ramayana, der Odyssee auf Griechisch und Latein, dann in nicht mehr gesprochenen Sprachen wie Arabisch, Englisch, Chinesis

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