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Red Rising Roman von Brown, Pierce (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Red Rising

Wenn du Gerechtigkeit willst, musst du dafür kämpfen!
Der junge Darrow lebt in einer Welt, in der die Menschheit die Erde verlassen und die Planeten erobert hat. Bei der Besiedlung des Mars kommt ihm eine wichtige Aufgabe zu, das jedenfalls glaubt Darrow, der in den Minen im Untergrund schuftet, um eines Tages die Oberfläche des Mars bewohnbar zu machen. Doch dann erkennt er, dass er und seine Leidensgenossen von einer herrschenden Klasse ausgebeutet werden. Denn der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht lebt in luxuriösen Städten inmitten üppiger Parklandschaften. Sein tief verwurzelter Gerechtigkeitssinn lässt Darrow nur eine Wahl: sich gegen die Unterdrücker aufzulehnen. Dabei führt ihn sein Weg zunächst ins Zentrum der Macht. Der unerschrockene Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Denn um sie vernichtend schlagen zu können, muss er einer von ihnen werden ...

Nach dem Collegeabschluss hätte Pierce Brown eigentlich nichts dagegen gehabt, seine Studien in Hogwarts fortzusetzen. Da es ihm dafür leider an der nötigen magischen Gabe fehlte, versuchte er es mit verschiedenen Jobs in der Medienbranche. Seine Red-Rising-Trilogie wurde ein so sensationeller Erfolg, dass Pierce Brown sich jetzt ganz dem Schreiben widmen kann. Der Autor lebt in L.A.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 27.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641147419
    Verlag: Heyne
    Serie: Red Rising Saga Vol.1
    Originaltitel: Red Rising - The Red Rising Trilogy Book 1
    Größe: 1264kBytes
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Red Rising

1 Höllentaucher

Das Erste, was ihr über mich wissen solltet, ist, dass ich der Sohn meines Vaters bin. Und als sie ihn holten, tat ich, worum er mich gebeten hatte. Ich habe nicht geweint. Nicht als die Weltengesellschaft die Nachricht seiner Verhaftung senden ließ. Nicht als die Goldenen ihn vor Gericht stellten. Nicht als die Grauen ihn hängten. Dafür bekam ich Prügel von Mutter. Eigentlich war mein Bruder Kieran der stoische von uns. Er war der Ältere, ich der Jüngere. Eigentlich hätte ich weinen sollen. Stattdessen heulte Kieran wie ein Mädchen, als die kleine Eo eine Haemanthus-Blüte in Vaters linken Arbeitsstiefel steckte und an die Seite ihres eigenen Vaters zurückrannte. Meine Schwester Leanna murmelte neben mir eine Wehklage. Ich schaute nur zu und dachte, dass es eine Schande war, dass er tanzend, aber ohne seine Tanzschuhe starb.

Auf dem Mars ist die Schwerkraft nicht sehr groß. Also muss man an den Füßen des Gehängten ziehen, um ihm das Genick zu brechen. Diese Aufgabe überlassen sie den Angehörigen.

In meinem Kochanzug rieche ich meinen eigenen Gestank. Der Anzug besteht aus Nanoplastik und ist so heiß, wie der Name vermuten lässt. Er isoliert mich vom Scheitel bis zur Sohle. Nichts kommt rein. Nichts geht raus. Und schon gar nicht die Wärme. Das Schlimmste ist, dass man sich nicht den Schweiß aus den Augen wischen kann. Er juckt drecksverdammt, wenn er durch das Stirnband läuft und sich rund um die Füße sammelt. Ganz zu schweigen vom Gestank, wenn man pisst. Was man ständig tut. Man muss eine Menge Wasser durch das Trinkröhrchen aufnehmen. Wahrscheinlich könnte man sich auch einen Katheter legen lassen. Wir haben uns für den Gestank entschieden.

Das Bohrteam meines Clans tauscht über den Kom in meinem Ohr Tratsch aus, während ich auf dem Greifbohrer sitze. Ich bin ganz allein in diesem tiefen Tunnel auf einer Maschine, die wie eine riesige Metallhand konstruiert ist und sich in den Untergrund krallt. Ich steuere die steinschmelzenden Finger vom Holstersitz aus, genau dort, wo sich das Ellbogengelenk befindet. Meine Finger stecken in Kontrollhandschuhen, mit denen ich die vielen tentakelähnlichen Bohrer bewege, die sich etwa neunzig Meter unterhalb meines Sitzes befinden. Es heißt, um ein Höllentaucher sein zu können, muss man Finger haben, die schnell wie flackernde Flammenzungen sind. Meine flackern schneller.

Trotz der Stimmen in meinem Ohr bin ich allein in dem tiefen Tunnel. Meine Welt besteht nur noch aus Vibration, dem Echo meines eigenen Atems und einer so drückenden und widerlichen Hitze, dass es sich anfühlt, als wäre ich in eine schwere Bettdecke aus heißer Pisse eingehüllt.

Ein neuer Strom von Schweiß bricht durch das scharlachrote Stirnband, das ich mir um den Kopf gebunden habe, und läuft mir brennend in die Augen, bis sie so rot wie mein rostrotes Haar sind. Früher hatte ich immer wieder versucht, mir den Schweiß mit der Hand abzuwischen, nur um völlig vergeblich an der Helmscheibe meines Kochanzugs zu kratzen. Ich will es immer noch tun. Selbst nach drei Jah ren ist das Jucken und Brennen des Schweißes eine ein zige Qual.

Die Tunnelwände rund um meinen Holstersitz werden von zahlreichen Lampen in schwefeliges Gelb getaucht. Die Reichweite des Lichts ist begrenzt, wenn ich den dünnen vertikalen Schacht hinaufblicke, den ich heute gegraben habe. Über mir schimmert kostbares Helium-3 wie flüssiges Silber, aber ich blicke in die Schatten, halte Ausschau nach den Grubenottern, die sich durch die Dunkelheit winden und die Wärme meines Bohrers suchen. Sie würden sich durch meinen Anzug fressen und sich dann an der wärmsten Stelle verkriechen, die sie finden können, normalerweise im Bauch, um darin ihre Eier abzulegen. Ich bin schon einmal gebissen worden. Ich träume immer noch von dem Tier - schwarz und wie eine dicke Ranke aus Öl. Sie können so dick

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