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Roter Mond Roman von Robinson, Kim Stanley (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Roter Mond

Wir schreiben das Jahr 2048. Die Menschheit hat den Mond kolonisiert. Vor allem China hat sich große Pfründe gesichert. Für drei Menschen wird der Erdtrabant zum Schicksalsort: Fred Fredericks soll dort für die chinesische Science Foundation ein Kommunikationssystem installieren und wird Zeuge eines Mordes. Der chinesische Starreporter Ta Shu soll die Schönen und Reichen auf dem Mond interviewen und gerät in eine tödliche Intrige. Und Chan Qi, die Tochter des chinesischen Finanzministers, hat ihre ganz eigene Agenda. Als sie heimlich zur Erde zurückkehren will, setzt sie damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die nicht nur Freds, Shus und ihr eigenes Leben bedrohen, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit ... Kim Stanley Robinson wurde 1952 in Illinois geboren, studierte Literatur an der University of California in San Diego und promovierte über die Romane von Philip K. Dick. Mitte der Siebzigerjahre veröffentlichte er seine ersten Science-Fiction-Kurzgeschichten, 1984 seinen ersten Roman. 1992 erschien mit Roter Mars der Auftakt der Mars-Trilogie, die ihn weltberühmt machte und für die er mit dem Hugo, dem Nebula und dem Locus Award ausgezeichnet wurde. Kim Stanley Robinson lebt mit seiner Familie in Davis, Kalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 12.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641241278
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Red Moon
    Größe: 2450 kBytes
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Roter Mond

KAPITEL ZWEI

bo hanshu tansuo

Kollaps der Wellenfunktion

F red folgte seinen beiden Aufpassern in einen schlauchförmigen Raum, der an eine U-Bahn-Station erinnerte und größtenteils von einer wartenden Bahn eingenommen wurde. Sie betraten ein Abteil, und kurz darauf verließ die Bahn den Raumhafen. Als sie fünfzehn Minuten später mit einem Zischen zum Stehen kam, stiegen sie auf Zehenspitzen aus und kamen in einen Saal mit einer langen Fensterfront, durch die das gleißende Sonnenlicht horizontal hereinfiel und lange schwarze Schatten erzeugte. Draußen ließen sich die niedrigen Gebäude, von denen die Gipfel des Ewigen Lichts übersät waren, im grellen Schein nur schwer ausmachen. Was Fred von der Umgebung sah, war eine raue Mischung schwarzer und weißer Flecken, ein Chiaroscuro; er hatte bereits begriffen, dass dies auf dem Mond Normalität war. Der Horizont war sehr unregelmäßig und seltsam nah - wie nah, ließ sich angesichts des hellen Lichts und der absolut klaren Sicht nur schwer abschätzen, aber anscheinend war er nur ein paar Kilometer entfernt. Bevor Fred den Anblick auf sich wirken lassen konnte, wurde er um eine Ecke und durch einen Flur geführt, bis sie eine Reihe Fenster erreichten, von denen aus man das Innere des Kraters sehen konnte.

Dieser Gipfel des Ewigen Lichts erhob sich über einem dazugehörigen Abgrund der ewigen Dunkelheit: Es handelte sich um den berühmten Shackleton-Krater. Die Sonnenstrahlen erreichten nie den Grund dieses Kraters, und auch nicht seine Innenwände. Als seine Augen sich angepasst hatten, konnte Fred im dunkelgrauen Zwielicht die steile, gekrümmte Innenwand des Kraters erkennen. Weiter unten gab es mehrere horizontale Fensterreihen in der Felswand. Es sah aus, als hätte man ein überlanges Kreuzfahrtschiff krumm gebogen und in die Kraterwand eingelassen. Im Licht der Fenster glitzerte der von Wassereisstaub bedeckte Grund des Kraters leicht. Der Krater war so groß, dass man seine gegenüberliegende Wand nicht sehen konnte; die Kraterwand, die unter ihm einen weiten Bogen beschrieb, erstreckte sich bis jenseits des Horizonts. Es war eine düstere, grauschwarze Welt.

Einer von Freds Führern erklärte, dass das Hotel Star sich hinter einer der Fensterreihen dort unten befand, direkt neben dem amerikanischen Konsulat. "Na dann mal los, ich folge Ihnen", sagte er wagemutig und taumelte hinter den beiden sich anmutig bewegenden Chinesen her zu einer Rolltreppe, wo er sich zum Glück einfach am Geländer festklammern konnte und trotzdem vorankam. Rolltreppen waren eine tolle Sache. Die hier erinnerte ihn an die Londoner U-Bahn, sie ging einfach immer weiter abwärts. Als sie schließlich bei etwas angekommen waren, das Ebene 6 hieß, fiel er mit seinem ersten Schritt hin. Er rappelte sich auf und folgte seinen Aufpassern achtsam durch einen breiten, gekrümmten Korridor, der zu den Glastüren des Hotels führte. Er war seekrank, hatte leichte Kopfschmerzen, und ihm war schwindelig. Die Schwerkraft des Mondes fühlte sich nicht besser an als die Schwerelosigkeit im All. Genau genommen empfand er sie als sehr viel unangenehmer.

Der Eingang zum Hotel Star befand sich in der Innenkurve eines gekrümmten Korridors. Sein Zimmer erwies sich als nur wenig größer als sein Bett. Seine Fremdenführer ließen ihn allein und versprachen ihm, dass er zum Frühstück einen Weckanruf erhalten würde.

Er setzte sich aufs Bett; es kam ihm vor wie ein Trampolin. Wenn er wollte, hätte er bis zur Decke springen können. Dann, nachdem dreimal hintereinander eine Glocke ertönt war, spürte er, dass alles langsam schwerer wurde. Das war tatsächlich der Fall: Sein Schlafzimmer befand sich auf einer Ebene des Hotels, die zu einem Zentrifugenring gehörte. Nach ein bis zwei Minuten, in denen das Zimmer den Eindruck erweckte zu kippen, spürte er, wie er von einem sehr vertra

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