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Satans Kinder von Przybyszewski, Stanislaw (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.08.2015
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Satans Kinder

Dieses eBook: 'Satans Kinder' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Stanis?aw Przybyszewski (1868-1927) war ein polnischer Schriftsteller, der zu Beginn seiner Laufbahn auf Deutsch schrieb. Przybyszewski entwickelte ein großes Interesse für Satanismus sowie die Philosophie von Friedrich Nietzsche und begann ein Bohème-Leben. Zu seinen Freunden in dieser Zeit gehörten Edvard Munch, Richard Dehmel und August Strindberg. Aus dem Buch: 'In jedem Augenblick erwartete man neue Unglücksbotschaften; eine fanatische Untergangsekstase peitschte die Menge in den Wahnsinn. Niemand dachte daran, seine Habseligkeiten zu retten: die Gewißheit, daß die ganze Stadt in Flammen aufgehen werde, hatte alle Besinnung gelähmt. Es wurde ruchbar, daß in einer halben Stunde die Landratur niederbrennen werde. Man erwartete es mit stumpfer Resignation. In einem Fenster flammte ein Licht auf; gleich war man sicher, daß das Haus anfange zu brennen.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 17.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026842996
    Verlag: e-artnow
    Größe: 771 kBytes
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Satans Kinder

II.

Inhaltsverzeichnis

Gordon saß lange in tiefes Brüten verloren.

Hin und wieder stand er auf, ging wie abwesend herum, kühlte sich die Stirn an der Fensterscheibe, dann setzte er sich wieder und - schlief ein.

Plötzlich erhob er sich, nahm seinen Regenmantel und ging hinaus.

Draußen war er sehr erstaunt, wie finster es war. Dabei regnete es. Die Regentropfen schienen ihm zu Eisnadeln auf seinem Gesicht zu gefrieren. Von der Vorstadt her sah er Lichter herüberschimmern; eine Zeit lang interessierte es ihn, sie vor seinen Augen tanzen und verschwimmen zu sehen, aber von neuem vergaß er alles.

Als er die Stadt erreichte, fühlte er sich ganz durchnäßt. Er schüttelte sich. Es fröstelte ihn. Wenn er jetzt nur eine Droschke finden könnte. Er sah sich um und lächelte. Natürlich würde er jetzt keine bekommen. Er fing an schnell zu gehen, ging ein paar Straßen entlang, bog in ein Seitengäßchen ein und erreichte schließlich ein kleines Haus, das abgesondert, fast auf freiem Felde lag.

Er ging hinauf und klopfte an.

Die Tür wurde sehr vorsichtig aufgemacht.

"Guten Abend, Pola!"

"Still! Er schläft ..."

Gordon trat leise ein.

"Wie geht es Stefan?"

Er sah dem Mädchen in die Augen und behielt ihre Hand in der seinen.

"Schlimmer und schlimmer ..."

Im selben Augenblick richtete sich der Kranke im Bett auf.

"Ah! Sie sind es, Gordon! Gott, wie ich Sie erwartet habe ..."

Gordon trat an das Bett.

"Wie geht es Ihnen?"

"Es wird wohl nicht mehr lange dauern ... Pola, bring Tee ... Ich rauche jetzt auch wieder ... es ist ja gleichgültig. Der alte Mizerski kam einmal her und sah mich rauchen. Es machte mir Freude, ihm den Rauch ins Gesicht zu blasen. Er ist doch Arzt, er sollte mir doch helfen können ... He he, wissen Sie, was er sagte? Er setzte eine freundliche Miene auf, klopfte mir auf die Schultern, und meinte, ich sei ein braver, junger Mann aus dem Stamme der Römer, die auch mit Grazie zu sterben verstanden ... Ha ha ... mit Grazie ..."

Er hustete.

"Das Verfluchte an der Sache, daß es nicht so schnell zu Ende gehen will. Es wird wohl noch ein halbes Jahr dauern."

Er sah Gordon mit großen, ängstlichen Augen an, als ob er Trost bei ihm suchte.

Aber Gordon schwieg, er schien über etwas andres nachzudenken.

"War Mizerski heute bei Ihnen?"

"Nein, er ist verreist."

"Verreist? Auf lange?"

"Auf ein paar Tage. Pola war dort. Sie wurde von Fräulein Mizerska sehr freundlich nach mir ausgeforscht. He he ... man nimmt Anteil an meinem Leiden ... Ich brauche es zum Teufel nicht. Ich brauche kein Mitleid. Sie sind der Einzige, den ich sehen kann, weil Sie kein so jämmerliches Gesicht aufsetzen wie die Andern. Ich habe sie alle zum Teufel gejagt."

Das Gesicht des jungen Menschen war verzerrt in ohnmächtiger Wut.

"Regen Sie sich doch nicht so auf, Stefan. Sie sind so verbittert ... Hat Fräulein Mizerska nach Ihnen gefragt?"

"Ja."

Gordon schien keine Antwort zu erwarten, er sah sich zerstreut um.

"Sie sollten von hier ausziehen, Stefan", sagte er plötzlich. "Die Wände sind feucht und sind mit Pilzen bewachsen. Das tötet Sie."

"Jetzt ist es ja gleichgültig. Lassen wir die Pilze nur recht schön weiter wachsen."

"Aber für Ihre Schwester ist es gefährlich."

Der Kranke machte eine verächtliche Handbewegung.

"Alles ist gleichgültig. Früher oder später ..."

Er sank wieder in die Kissen zurück und starrte an die Decke.

"Jetzt muß ich wieder liegen", sagte er nach einer Pause. "Diese Novembertage machen einen ganz verrückt. He he ... es ist eine eigene Sache um dies Liegen auf dem Krankenbett mit der absoluten Sicherheit, daß man bald eine nähere Bekanntschaft mit den Leichenwürmern machen wird."

Er

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