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Schattenkönige Roman von Cobley, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Schattenkönige

Der Auftakt zu einer neuen Fantasy-Trilogie im Stile von Stan Nicholls und Michael A. Stackpole: Lange Jahre nachdem der Dunkle Lord bezwungen wurde, regen sich wieder die Kräfte des Bösen im Reich Kathrimantin. Es ist ihr Ziel, fünf verlorene Seelen zu vereinen, die sagenumwobenen Schattenkönige, um so die Herrschaft an sich zu reißen. Und nur ein Mann kann das verhindern ... Michael Cobley, geboren 1951 in Leichester, studierte Ingenieurswissenschaften an der Universität von Strathclyde. Als Herausgeber verschiedener Magazine und durch seine Kurzgeschichten machte er sich schnell einen Namen in der Fantasy-Literatur. 'Schattenkönige', sein erster Roman, war in Großbritannien auf Anhieb ein riesiger Erfolg. Cobley lebt und arbeitet in Glasgow.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 29.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641137991
    Verlag: Heyne
    Größe: 1282 kBytes
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Schattenkönige

1
Ehret die Toten, denn ihrer sind viele,
und wir sind nur wenige
DAS BUCH VON ERDE UND STEIN

In dem hochgelegenen Bergtal unter dem bedrückenden, sternenlosen Baldachin der Nacht brannten zwischen uralten Ruinen zahlreiche Lagerfeuer. Männer, die meisten von ihnen Krieger, saßen um die Flammen, murmelten leise miteinander, aßen, scherzten oder würfelten.
Etwas abseits von den anderen lagerten zwei Gestalten am Fuß eines zerfallenen, moosbedeckten Pfeilers an ihrem eigenen Feuer. Eine von beiden, eine Frau von schlanker Gestalt, runzelte gedankenversunken die Stirn, während sie gleichmäßig mit einem Wetzstein über die Klinge des Säbels fuhr, der auf ihren Knien lag. Ihr ärmelloses Lederwams war halb aufgeknöpft und trug sichtbare Spuren von jüngst vergangenen Kämpfen. Es war jedoch sorgfältig geflickt, ebenso wie die flachen Stiefel, die neben ihr auf dem Boden lagen.
Ihr Gefährte war ein Bär von einem Mann. Er hatte schwarze Haare und war mit dicken Pelzen bekleidet, unter denen ein zerschrammter Brustharnisch schimmerte. Ein Kettenpanzer über der Hose schützte seine Beine.
In seiner großen, narbigen Hand hielt er eine schwarze Flasche mit Wein. Er schien das Getränk vergessen zu haben und starrte nur reglos mit seinen bernsteinfarbenen Augen in die Flammen. Ascheflocken wirbelten in die kalte, erbarmungslos Nacht hinauf, und ab und zu landete ein Funke auf den bloßen Händen des Mannes. Offenbar bemerkte er es nicht, denn er verharrte bewegungslos in seiner Haltung. Sein Blick war dunkel und starr, hart wie Granit und scharf wie eine blanke Klinge.
Ein Zweig in der Mitte des Feuers brach auseinander und fiel in die Asche. Funken stoben auf, und die Flammen fielen ein wenig in sich zusammen. Keren Asherol hielt mitten im Schwung inne, warf dem Mann einen kurzen Blick zu und schüttelte den Kopf.
"Du grübelst schon wieder", sagte sie leise.
"Kriegshunde sollten an die Jagd denken, nicht an den Jäger", antwortete er nach einem kurzen Schweigen.
Seine Stimme klang tief und verriet keine Spur von Müdigkeit. Die Worte waren wohlgewählt.
"Wieder diese Träume?"
Byrnak, Kriegsherr des Nördlichen Honjir und Schirmherr von Bidolo, leerte die Weinflasche mit einem Zug und schleuderte sie achtlos ins Gebüsch. Dann erwiderte er ihren Blick mit beherrschter Gereiztheit. "Auch der beste Kriegshund kann zur Last werden."
Keren hielt seinem Blick stand. "Du meinst wohl die beste Kriegshündin!"
Byrnaks Lächeln verstärkte den gefährlichen Ausdruck auf seinem Gesicht. "Eine Hündin, die das Glück hat, einem sehr wohlwollenden Herrn zu dienen." Die Flammen spiegelten sich in seinen Augen und warfen einen feurigen Schimmer über sein Antlitz. "Und du? Schlummerst du ruhig und ungestört?"
"Sicher", log sie und ließ den Wetzstein wieder über ihren Stahl sausen. Byrnak quittierte ihre Antwort mit einem verächtlichen Schnauben und starrte wieder ins Feuer.
Keren hatte vor sechs Monaten das letzte Mal willig Byrnaks Lager geteilt. Damals, im Frühling, war seine raue Anziehungskraft auf sie noch nicht verblasst. Seitdem jedoch zog sie die Einsamkeit ihrer eigenen Bettstatt vor, und ihre eigenen Träume, deren Gräuel sie gut kannte. Die Schlacht um die Wolfsschlucht lag jetzt sechzehn Jahre zurück, doch das Grauen und die Bilder des Blutbads stiegen nach wie vor aus den Schlünden ihrer Erinnerung empor und füllten ihre Nächte gleichermaßen mit Wut und Schuld.
Die Hitze des Feuers prickelte auf i

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