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Schwertbruder von Roberson, Jennifer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2015
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Schwertbruder

Tiger, Magier und Schwerttänzer des siebten Grades, kehrt gemeinsam mit Del in den Süden zurück, obwohl dort ein Todesurteil auf ihn wartet. Aus seinen Träumen weiß er, dass er nur in seiner Heimat das Jivatma, das Schwert der Wahrheit, finden kann. Doch bevor die Suche beginnen kann, muss er sich in Jula einer tödlichen Herausforderung stellen: dem Duell mit einem anderen Schwertmeister.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 20.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955307103
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1152kBytes
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Schwertbruder

PROLOG

D er Sand war sehr fein und sehr hell, wie Dels Haar. Wie ihre Haut einst gewesen war. Aber die südliche Sonne, dann die Sonneneinwirkung und die salzhaltige Luft während der Seereise und nicht zuletzt unser Besuch der Insel Skandi hatten ihrer Haut allmählich einen samtigen Pfirsichton verliehen. Sie war noch immer zu hell, zu nordisch, um dem grellen Schein der Sonne längere Zeit standzuhalten, ohne zu verbrennen, aber sie war gewiss nicht mehr so hell, wie sie es bei unserer ersten Begegnung gewesen war.

Oh, richtig. Ich sprach über den Sand.

Er war also sehr fein und sehr hell, und ich hatte sorgfältig daran gearbeitet, ihn mit einem ausreichend großen Stück Rinde der dünnen, hohen, mit Wedeln und Grannen versehenen Palme zu ebnen, die den Strand, das dahinter liegende Meer und das Schiff überragte, das ich in Skandi gechartert hatte. Dann aber hatte ich die akribische Glätte verdorben, indem ich etwas hineingezeichnet hatte.

Einen Kreis.

Einen Kreis.

Ich hatte niemals wieder in einen Kreis eintreten wollen.

Aber ich ebnete den Sand, und ich zog den Kreis, und dann trat ich über die Linie in dessen Mitte. Genau in dessen Mitte.

Es donnerte nicht. Es fiel kein Regen. Kein Blitz riss den Himmel auf. Entweder kümmerte es die Götter nicht - wenn sie denn wirklich existierten -, dass ich erneut in einen Kreis eingetreten war, oder aber sie trieben sich gerade auf einem Flecken der Welt eines anderen herum.

"Ha", murmelte ich und gönnte mir ein einfältiges Grinsen.

"Ha, was?", fragte sie, von irgendwo hinter mir.

Ich wandte mich nicht um. "Ich habe das Unmachbare gemacht."

"Ah."

"Und nichts hat mich gepackt."

"Gepackt."

"Nichts packte mich."

"Noch nichts."

Nun wandte ich mich doch um. Sie stand ruhig im Sand. Die Beine reichten ihr bis zum Hals. Sie waren überwiegend entblößt, diese Beine. Wenn die Umstände es nicht verbaten, trug sie gewöhnlich eine ärmellose, hochgeschlossene Ledertunika, die ungefähr bis zur Mitte ihrer Oberschenkel reichte. Im Süden trug sie zudem einen lockeren Burnus über der Ledertunika, um ihre Haut vor der brennenden Sonne zu schützen, aber wir waren nicht im Süden. Wir befanden uns auf einer von mildem Seewind gekühlten Insel, und sie hatte die meisten jener prosaischen Kleidungsstücke zum Bedecken ihres Körpers abgelegt.

Ich sagte, dass ihre Beine bis zum Hals reichten. Was nicht heißen soll, dass kein Körper dazwischen war. O doch, da war einer.

"Siehe da, es hat mich gepackt", verkündete ich im Tonfall unermesslicher männlicher Wertschätzung.

Früher hätte sie mich vielleicht geschlagen - oder vernichtend gerügt. Aber sie wusste, dass ich scherzte. Nun, nicht gänzlich - ich schätze wirklich jeden geschmeidigen, wendigen Zentimeter an ihr, aber diese Wertschätzung war in ihren Augen weniger ein Zeichen der vollendeten Begierde denn simple männliche Bewunderung.

Überwiegend.

Del wölbte eine helle Augenbraue. "Übst du die Sprachen und ihre Zeitformen?"

"Was?"

"Packen, packte, gepackt."

Ich grinste sie an. "Ich brauche nicht zu üben. Ich spreche sie alle - inzwischen."

Die Augenbraue sank wieder herab. Del war sich noch immer nicht sicher, wie sie mit den Scherzen über meinen neuen Status umgehen sollte. Hoolies, ich konnte nur darüber scherzen, da ich selbst nicht viel von diesem neuen Status verstand.

Del beschloss, es zu ignorieren. "Also. Ein Kreis."

Ich fand, dass dieser Umstand vollkommen für sich sprach, und betrachtete sie daher übertrieben geduldig schweigend.

Ihre Miene war ausdruckslos. "Und du befindest dich darin ."

Ich nickte ernst. "Wie auch mein Schwert."

Nun war sie verblüfft. "Schwert?"

Zur Erklärung hob ich es hoch.

"Das ist ein Stock , Tiger."

Ich schnalzte mit der Zunge.

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