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Sherlock Holmes - Neue Fälle 04: Sherlock Holmes und der Werwolf von Walter, Klaus-Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2014
  • Verlag: BLITZ-Verlag
eBook (ePUB)
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Sherlock Holmes - Neue Fälle 04: Sherlock Holmes und der Werwolf

Wir schreiben das Jahr 1897. Dr. Watson liest mit Begeisterung den gerade erschienenen Roman Dracula von Bram Stoker. Als wenig später in London eine blutleere Leiche gefunden wird, glaubt Watson an Vampire. Und dann begegnet ihm im Londoner Nebel ein Werwolf. Gemeinsam mit Sherlock Holmes, dem messerscharf deduzierenden Meisterdetektiv aus der Baker Street, begibt sich Watson auf eine phantastische Irrfahrt.

Klaus-Peter Walter, 1955 in Michelstadt im Odenwald geboren, lebt heute mit Frau, Sohn und viel zu vielen Büchern in Bitburg in der Eifel. Studierte Slawistik, osteuropäische Geschichte und Philosophie in Mainz. Seit der Promotion 1983 freier Publizist. Trotz der intensiven Beschäftigung mit russischer Literatur sind Anfälle von gelegentlicher Anglophilie nicht zu leugnen. Daher auch passionierter Tee-Trinker. Erholte sich nie mehr von einer Infektion mit dem Baker-Street-Virus, die ihn in der Unterstufe des Gymnasiums befiel. Besaß sogar eine Zeitlang den gleichen Schreibschrank, wie ihn Sherlock Holmes-Darsteller Erich Schellow in seinem Fernseh-Wohnzimmer stehen hatte. Noch heute ist sein Arbeitszimmer im Holmesianischen Stil gehalten, mit Blick auf völlig fehlende Chemiekenntnisse jedoch ohne säurezerfressenen Labortisch, aber dafür mit Computer. Er arbeitete und arbeitet - vor allem über osteuropäische Autoren und Literaturen - für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt und den SWR sowie für zahlreiche Literaturlexika (KNLL, KLfG u.a.), gibt seit 1993 das Loseblatt-Lexikon der Kriminalliteratur LKL heraus, schrieb 1995 Das James-Bond-Buch und 2002 Reclams Krimi-Lexikon. Zahlreiche eigene Kriminalkurzgeschichten bei Scherz, KBV, GEV u. a. Der Meister aus der Baker Street tritt auf in seinen Kurzgeschichten Sherlock Holmes und Old Shatterhand (2005) und Der Tote vom Sewer, BLITZ, 2006), Die verschwundene Witwe (2006), Der diebische Weihnachtsmann (2007). Im Reich des Cthulhu ist sein erster Roman. Wahlspruch: Alles, was ich mache und kann, habe ich von Sherlock Holmes gelernt! Kann aber nicht Geige spielen und ist auch nicht kokainsüchtig. Mitgliedschaft in der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft Von-Herder-Airguns Ltd.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 04.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957192035
    Verlag: BLITZ-Verlag
    Größe: 2226 kBytes
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Sherlock Holmes - Neue Fälle 04: Sherlock Holmes und der Werwolf

Vorrede von Dr. Watson

Manchmal fahre ich meinen Rollstuhl ans Fenster. Mit der gesunden Hand ziehe ich mich am Griff etwas hoch, stütze mich ein wenig auf die andere, die kranke Hand, und schaue hinunter in den Garten, wo Holmes mit seinen Bienen beschäftigt ist oder die Rosen schneidet. Ja, da unten im Garten steht mein Holmes. Er hat den Kittel an, den er immer trägt, wenn er zu seinen Bienen geht, hat den Hut mit dem Netz auf dem Kopf und raucht seine Gartenpfeife, die aus einem Maiskolben geschnitzt ist. Eben hält er inne und blickt versonnen durch die Büsche in die untergehende glutrote Sonne. Bald wird er zum Abendbrot hereinkommen. Ich höre May {2} , unser schottisches Mädchen, schon den Tisch decken.

Es schmerzt mich, wenn ich Holmes so sehe. Vor fünf Jahren, da war ich noch gesund, haben wir seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert, und noch immer ist sein Rücken gerade wie der eines königlichen Gardeoffiziers; zwar ist sein Haar im Laufe der letzten Jahre schneeweiß geworden, aber sein Verstand ist beweglich und frisch geblieben wie vor dreißig Jahren. Ich dagegen verfalle täglich mehr seit diesen Ereignissen in den Sussex Grounds, als der Uranmotor von Professor Moriartys Laufmaschine explodierte und dieses Ungeheuer zerriss, das ein wahnsinniger Araber beschworen hatte. Die Kollegen sagen, meine Erkrankung rühre von der damals freigesetzten Radioaktivität her. Ted Malone wurde ebenfalls krank und starb qualvoll unter unsäglichen Schmerzen. Holmes, der Glückspilz, erschien damals erst später auf der Bildfläche und blieb gesund. Seltsam sind des Glückes Launen ... {3}

Vor zwei Jahren hat er Babylonisch gelernt, nur weil er das Gilgamesch-Epos im Original lesen wollte. Seit er aus Tibet zurück ist, sind seine Interessen noch breiter gestreut als früher. Er liest enorm viel. Es vergeht wohl kaum eine Woche, in der nicht der Postbote neue Bücher für ihn bringt. Es sind Werke über die merkwürdigsten Themen, ich verstehe kaum mehr die Titel. Im Moment interessiert ihn Russland besonders, wo ein Armenier oder Georgier die Nachfolge dieses kleinen, glatzköpfigen Spitzbartes angetreten hat, dieses Wladimir Lidin oder wie er hieß, den wir einmal kennengelernt haben. Holmes legt diese Bücher dann auf den Beistelltisch neben dem Sessel am Kamin, wo er sich am Abend darüber hermacht. Was ihm wichtig erscheint, liest er mir laut, mit erhobener Stimme vor (vielleicht wird da doch ein wenig sein Alter spürbar, denn er merkt nicht mehr, dass ich nicht mehr huste, weil ich meistens längst eingeschlafen bin; sein Gemurmel macht mich müde, ich höre wohl auch nicht mehr so gut, seit ich krank bin).

Um zehn Uhr kommt dann das Mädchen, um mich für die Nacht fertig zu machen.

"Gute Nacht, Watson!", ruft mir Holmes stets hinterher, wenn May mich hinausrollt, aber ich winke meistens ab. Die Nächte sind nicht gut, denn mit der Nacht kommen die Schmerzen, und die rauben mir den Schlaf. Meinem verfallenden Körper hilft auch nicht mehr dieser selbst gebraute Bienenfraß, den Holmes mir immer einflößen will. Er selber löffelt ihn eimerweise, und er bekommt ihm bestens.

Holmes braucht fast keinen Schlaf mehr. Gegen zwölf nämlich kommt May noch einmal ins Wohnzimmer, um ihm eine letzte Kanne Tee zu bringen, dann geht sie selber zu Bett.

Vor drei Uhr geht Mister Holmes nie schlafen , hat sie mir einmal verraten. Sie weiß das, weil sie selbst um drei Uhr auch nicht schläft, sondern mit dem Chauffeur unseres Nachbarn ganz andere Dinge tut, die ich früher, also bevor ich krank wurde, selber ganz gern getan habe. Früher ...

Natürlich weiß

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