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Sleeping Beauties von King, Stephen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Sleeping Beauties

Die Welt sieht sich einem faszinierenden Phänomen gegenüber. Sobald Frauen einschlafen, umhüllt sie am ganzen Körper ein spinnwebartiger Kokon. Wenn man sie weckt oder das unheimliche Gewebe entfernen will, werden sie zu barbarischen Bestien. Sind sie im Schlaf etwa an einem schöneren Ort? Die zurückgebliebenen Männer überlassen sich zunehmend ihren primitiven Instinkten. Eine Frau allerdings, die mysteriöse Evie, scheint gegenüber der Pandemie immun zu sein. Ist sie eine genetische Anomalie, die sich zu Versuchszwecken eignet? Oder ist sie ein Dämon, den man vernichten muss? Schauplatz und Brennpunkt ist ein kleines Städtchen in den Appalachen, wo ein Frauengefängnis den größten Arbeitgeber stellt.

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem "Edgar Allan Poe Award" den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag, zuletzt die Spiegel-Bestseller Mind Control und (zusammen mit Owen King) Sleeping Beauties.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 960
    Erscheinungsdatum: 13.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641219475
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Sleeping Beauties
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Sleeping Beauties

2

Einige Meilen vom Gefängnis entfernt, auf der Terrasse der Familie Norcross, war der Pooljunge Anton damit beschäftigt, totes Ungeziefer aus dem Bassin zu keschern. Den Swimmingpool hatte Dr. Clinton Norcross seiner Frau Lila zum zehnten Hochzeitstag geschenkt. Wenn Clint den Pooljungen zu Gesicht bekam, fragte er sich oft, ob das ein kluges Geschenk gewesen war. Heute Morgen war es wieder so weit.

Anton trug seinen nackten Oberkörper zur Schau, und zwar aus zwei guten Gründen. Erstens sollte es heute ein heißer Tag werden. Zweitens war sein Bauch hart wie ein Brett. Er hatte einen Sixpack, wie er im Buche stand; er sah damit aus wie ein Modellathlet auf dem Cover eines Liebesromans. Wenn man auf Antons Bauch feuerte, dann empfahl es sich, das von der Seite her zu tun, damit man nicht von Abprallern getroffen wurde. Wovon der Kerl sich wohl ernährte? Von bergeweise reinem Protein? Und worin bestand sein Trainingsprogramm? Im Ausmisten des Augiasstalls?

Anton hob den Blick und lächelte unter den dunkel schimmernden Gläsern seiner Wayfarer hindurch. Mit der freien Hand winkte er Clint zu, der ihn vom Badezimmerfenster im Obergeschoss aus beobachtete.

"Lieber Herrgott", sagte Clint leise zu sich selbst. Er winkte zurück. "Hab Erbarmen!"

Clint stahl sich vom Fenster weg. Im Spiegel der geschlossenen Badezimmertür tauchte ein achtundvierzigjähriger Mann mit weißer Hautfarbe auf, Bachelor von der Cornell University, Medizinstudium an der NYU , kleiner Rettungsring von zu viel Grande Mocha bei Starbucks. Sein grau melierter Bart erinnerte weniger an einen maskulinen Holzfäller als an einen struppigen, einbeinigen Schiffskapitän.

Dass ihn sein Alter und sein allmählich schlaffer werdender Körper überraschten, kam Clint ziemlich komisch vor. Er hatte nie etwas für männliche Eitelkeit übriggehabt, vor allem nicht wenn sie im mittleren Alter auftrat, und seine angesammelte Berufserfahrung hatte diese Abneigung noch verstärkt. Was Clint als großen Wendepunkt seiner medizinischen Laufbahn betrachtete, hatte sich 1999 ereignet, vor achtzehn Jahren, wo ein zukünftiger Patient namens Paul Montpelier ihn als jungen Arzt wegen einer "Krise seiner sexuellen Ambitionen" konsultiert hatte.

"Was meinen Sie denn mit dem Ausdruck sexuelle Ambitionen? ", hatte er Montpelier gefragt. Wenn man ambitioniert war, hatte man es normalerweise auf eine Beförderung abgesehen, aber Leiter der Sexabteilung konnte man eigentlich nicht werden. Merkwürdige Umschreibung.

"Ich meine ..." Montpelier wog offenbar verschiedene Erklärungen ab. Schließlich räusperte er sich und entschied sich. "Ich will es noch bringen. Will noch ran an den Speck."

"Das kommt mir nicht ungewöhnlich ambitioniert vor", sagte Clint. "Eher ganz normal."

Clint hatte gerade erst seine psychiatrische Facharztausbildung abgeschlossen, weshalb er sich die Hörner noch nicht abgestoßen hatte. Das war sein zweiter Tag in der Praxis, und Montpelier war erst sein zweiter Patient.

(Sein erster Patient war eine junge Dame mit Angstgefühlen gewesen. Sie fürchtete, ihre Aufnahmeanträge für verschiedene Colleges könnten abgewiesen werden. Allerdings stellte sich ziemlich schnell heraus, dass sie ausgezeichnete Noten vorweisen konnte. Nachdem Clint sie darauf hingewiesen hatte, bestand keine Notwendigkeit für eine Behandlung oder auch nur einen weiteren Termin bei ihm mehr. Geheilt! Das hatte er unten auf den gelben Notizblock mit seinen Aufzeichnungen gekritzelt.)

An jenem Tag hatte Paul Montpelier, der Clint gegenüber auf dem Kunstledersessel saß, einen weißen Pullunder und Hosen mit Bügelfalte getragen. Vornübergebeugt hockte er da, ein Bein breit über das and

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