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Smash99 - Folge 3 Patient X von Frank, J. S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Smash99 - Folge 3

FOLGE 3 - PATIENT X: Joey Falk lebt in Zone 0. Hier, wo sich kein Cop, kein Sniper und keine Security-Agency hinwagt und die Menschen sich selbst überlassen und den Smashern schutzlos ausgeliefert sind, verdient Joey sein Geld als Cage-Fighter. Er ist der beste. Doch die Zuschauer verlangen nach mehr. Gemeinsam mit seinem Kumpel Max soll er in den Käfig steigen und gegen die ultimativen Gegner kämpfen: Smasher. Joey hat Skrupel, aber Max braucht das Geld. Für seine Flucht. Denn Max wird gnadenlos gejagt, seitdem er als einer von wenigen Menschen eine Smash-Vergiftung überlebt hat.

DIE SERIE: Ein fremdartiges Toxin verbreitet sich rasend schnell - Smash. Wer damit infiziert wird, verwandelt sich innerhalb von Sekunden in einen vor Wut rasenden Smasher, der seine Mitmenschen anfällt und zerfetzt, bevor er selbst stirbt. Niemand weiß, wer hinter der Verbreitung des Gifts steckt. Klar aber ist: In einer Gesellschaft am Rande des Zusammenbruchs sind Smasher nicht dein größer Feind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 115
    Erscheinungsdatum: 01.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732532780
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 3100kBytes
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Smash99 - Folge 3

1. Kapitel: Cage-Fight

Die Faust schlägt in sein Gesicht ein. Ein Knacken. Blut schießt ihm aus der Nase. Er ist irritiert. Wasser füllt seine Augen.

Ich juble innerlich. Setze nach. Er weicht zwei, drei Schritte zurück, das ist schon mal ein gutes Zeichen. Er ist nur noch eine Handbreit von den Gitterstäben entfernt. Ich muss ihn dort hintreiben, ihn mit meinen Fäusten ans Eisen nieten. Dann ist er am Arsch!

Doch Roloff geht auf einmal zum Gegenangriff über. Ohne Respekt und Achtung. Schüttelt sich, pariert jeden Schlag, spielt Konter aus. Punktiert meine Rippenbögen mit seinen Knien, mit richtig fiesen Knee-Strikes.

Roloff, fast zwei Meter groß, mit Armen und Beinen dick wie Baumstämme, ist mindestens zwanzig Kilo schwerer als ich. Beim Cage-Fight in der City-Hall gibt's keine Gewichtsklassen. Alles ist erlaubt. Er kann mich hier zu Frikassee verarbeiten - unter den Augen des werten Publikums. Auf einen Ringrichter, der in der Not dazwischen geht, hofft man vergebens. Man ist auf die Gnade des Gegenübers angewiesen. Entweder hört er von alleine auf, wenn er merkt, dass es keine Gegenwehr mehr gibt, oder er kriegt mit, wenn man abklatscht oder bewusstlos ist. Oder tot.

Ich ducke mich, eine Faust, massig wie eine Abrissbirne, rast über mir hinweg. Wir kämpfen nicht mit schicken Box-Handschuhen. Auch die dünnen Martial-Arts-Handschuhe sind verpönt. Wir kämpfen mit bloßen Fäusten. Bare-Nuckle - astrein und unverfälscht.

Im nächsten Moment saust erneut sein Knie hoch. Ich drehe mich weg. Er trifft mich am Oberschenkel. Glück gehabt. Hätte anders aussehen können. Von uns trägt keiner ein Suspensorium, das einem die Kronjuwelen schützt. Ein Treffer im Unterleib, und der Kampf ist von einer Sekunde auf die andere zu Ende.

Roloffs Glatzkopf, mit schwarzen Runen-Tätowierungen verziert, glänzt vor Schweiß. Langsam flippt der Hüne aus. Er weiß, seine Chance auf einen raschen Sieg ist verflogen. Er versucht es jetzt auf die brachiale Methode. Drischt auf mich ein, als wäre ich ein Box-Sack. Er stöhnt, schreit, brüllt.

Für mich heißt es: Verteidigung. Deckung hoch. Ausweichen. Mich von den Gitterstäben fernhalten.

Hier in der City-Hall ist ein Cage-Fight noch ein richtiger Fight in einem richtigen Käfig. Kein so 'n Kinderkram mit Maschendraht. Der Käfig befindet sich in der Mitte der Halle und misst sechs mal sechs Meter, so groß etwa wie ein Boxring. Die Gitterstäbe sind im Boden und in der Decke fest verankert, gehen also gute acht Meter in die Höhe. Ja, die City-Hall ist kein Kinderzimmer, kein Separee, keine Wohlfühl-Lounge. Im letzten Jahrhundert war sie mal eine Werkshalle. Hier passen vielleicht hundert Leute rein. Und alle wollen einen Platz ganz nah am Käfig ergattern. Damit ihnen nichts entgeht.

Ich hoffe, dass er müde wird. Roloff hat die Kraft eines Elefantenbullen, aber die Kondition eines Rentners mit Sauerstoffflaschen am Rollator. Meine Muskulatur ist angespannt. Ich habe alles im Griff. Denke ich jedenfalls.

Ein Irrtum! Ein Moment der Unachtsamkeit. Er packt mich. Hebt mich hoch. Ich setze eine Halsklammer an. Er zieht den Kopf ein. Seine Trapezmuskeln treten wie Berge hervor. Ich versuche, seine Hüfte mit den Beinen zu umfangen. Bin chancenlos. Er hievt mich noch eine Etage höher. Grunzt. Ich weiß, was der Scheißkerl vorhat. Er holt jetzt Schwung. Schleudert mich zu Boden. Mit voller Wucht. Auf den Beton. Ich liebe Betonböden. Ich liebe es, auf ihnen zu kämpfen. Gepolsterte Böden sind nur was für Memmen. Muss die Muskeln rechtzeitig anspannen. Ziehe den Kopf in der Luft ein. Wenn ich damit aufpralle, ist das Genick gebrochen.

Wenn ich Glück habe.

Vielleicht bin ich dann aber auch gelähmt. Vom Hals abwärts. Das wäre so eine Scheiße. Ich kann nur hoffen, dass die Kumpels mir in so einem Fall auf dem Weg in die Katakomben ein Kissen aufs Gesicht drücken. Für den Rest des Lebens in einem Pflegebett dahinvegetieren - nee,

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