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Stadt der Vergessenen Roman von Blackmoore, Stephen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.05.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Stadt der Vergessenen

Joe Sunday gehört schon lange zum Abschaum von Los Angeles, doch sein Leben wird noch viel wertloser, als er vom Rivalen seines Gangsterbosses umgebracht wird - und als Zombie zurückkehrt.

Während sein Körper immer weiter verwest, besteht seine einzige Hoffnung darin, einen Talisman zu stehlen, der ihm Unsterblichkeit verleihen kann. Doch zu allem Unglück ist jeder untote Ganove in Los Angeles nach genau diesem Artefakt her ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 286
    Erscheinungsdatum: 15.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732507146
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Fantasy
    Originaltitel: City of the Lost
    Größe: 2595 kBytes
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Stadt der Vergessenen

Kapitel 1

Ich werfe meine Jacke auf den Tresen. Setze mich auf den Barhocker neben Julio. Er genehmigt sich gerade den sechsten Drink des Tages, und es ist noch nicht einmal Mittag. Leere Schnapsgläser liegen vereinzelt auf dem Tresen herum. Julio steht auf Tequila und bevorzugt Patrón, wenn er es kriegen kann, andernfalls Cuervo. Ich trinke Scotch. Bestelle mir einen Johnny Walker Black, pur.

"Was zur Hölle machste hier, Joe?", fragt er und wirft mir aus unsteten Augen einen Seitenblick zu. Außer dem Barkeeper sind wir die Einzigen hier. Henry's Bar and Grill an der Magnolia ist nicht die schlimmste Spelunke der Stadt, gehört aber zum Übelsten, was man in North Hollywood findet. Alles hier ist rotes Kunstleder und Messingschnickschnack. Sieht aus wie die Hölle, wenn Satan denn ein Lounge-Sänger wäre. Julio ist Stammgast. Wenn er nicht gerade beruflich mit mir unterwegs ist oder zu Hause bei seiner Frau Mariel steckt, sitzt er hier und kippt sich ein paar hinter die Binde.

"Ich wollte dich gerade das Gleiche fragen", sage ich. "Du wurdest gestern Abend bei Simon erwartet. Hast du mit dem Italiener gesprochen? Hast du den Stein bekommen?"

Simon Patterson ist unser Boss. Der verrückte englische Scheißkerl hat uns eingestellt, um Knochen zu brechen und Hände in Zerkleinerer für Küchenabf ä lle zu stecken. Den Rest der Leiche notfalls auch.

Wir sind gut in dem Job und er bezahlt uns gut.

"Yeah", sagt er. "Ich hab mit ihm geredet."

"Und der Stein? Hast du ihn?"

Er schüttelt den Kopf. Toll. Kein Stein, und Julio ist scheiße noch mal zu besoffen, um klar zu denken. Er hat dann so einen Tausend-Meter-Blick drauf. Einen Moment später blickt er zu mir auf, eine Bitte in den Augen. "Ich kann das nicht machen, Mann."

"Was machen?"

Er schüttelt den Kopf. "Das hier", sagt er und starrt dabei auf seine Hände und Arme. Er packt mich am Kragen, zieht mich heran. "Das endet nie, Mann. Das endet verdammt noch mal nie! Ich kann das nicht für immer machen. Scheiße, ich kann das nicht machen."

Okay, nicht der richtige Zeitpunkt, um den verrückten Bären in den Pelz zu stochern. Sachte befreie ich mich aus seinem Griff und betrachte ihn gründlich. Er sieht furchtbar aus: blutunterlaufene Augen, zitternde Hände. Hat nicht geschlafen. Nervöser, als ich ihn je erlebt habe. Er ist total ausgerastet, und das macht mir eine Scheißangst.

Julio ist der größte Filipino, den ich kenne. Einsfünfundachtzig. Richtig harter Kerl. Stemmt drei-fünfzig, hat Drachentätowierungen an den Schultern. Verprügelt Samoaner zum Spaß. Ich habe den Fehler gemacht, im Fitnessstudio für ein paar Runden gegen ihn anzutreten, und lag mit Gehirnerschütterung und ausgeschlagenem Zahn am Boden. Wenn Julio Angst hat, dann muss es dafür einen verdammt guten Grund geben.

Gestern Abend hat Simon von ihm verlangt, Sandro Giavetti in die Mangel zu nehmen, einen Italiener aus Chicago. Sollte sich den Itaker in seinem Hotel vorknöpfen.

"Jesus, Mann, was zum Teufel ist denn mit dir passiert?", frage ich Julio.

Vor einer Woche taucht Giavetti bei Simon auf, um Sachen zu kaufen, die man nicht im Handel kriegt. Hat einen Job geplant: In ein Haus einbrechen und einen Edelstein klauen.

Jedenfalls bringt Simon ihn mit drei Jungs zusammen, die gut im Einbrechen sind, und kriegt einen netten dicken Anteil für seine Rolle als Mittelsmann. Nun sind zwei nirgendwo mehr zu finden, und der dritte ist tot. Hat sich vorgestern Abend das Hirn rausgepustet. Es heißt, man hätte genug Patronenhülsen für einen ganzen Ladestreifen gefunden, aber nur eine einzige Kugel. Die Kugel, die er benutzt hat, um seine Wand zu streichen.

Normalerweise würde Simon einen Scheiß darauf geben. Nur machen jetzt Gerüchte die Runde, Simon hätte seine Finger in dem gehabt, was immer zum Teufel da abgelaufen ist. Ein Typ wie Simon aber lebt von seinem Ruf. Ist

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