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Stadt des Lichts Roman von Palmatier, Joshua (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 30.11.2018 per Download lieferbar

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Stadt des Lichts

Türme aus gleißendem Licht, schwebende Wagen und taghelle Laternen - Erenthrall ist die Stadt des Lichts und hat ihren Fortschritt der Ley-Energie zu verdanken. Sie verläuft in einem feinen Netz unter der Erde und kann nur durch die Lumagier genutzt werden. Doch die Bewegung der Kormanley kritisiert die Nutzung dieser natürlichen Quelle und verübt zunehmend Anschläge auf die Lumagier und die Bevölkerung, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Als sich bei der jungen Kara die Begabung zur Lumagierin besonders früh und stark manifestiert, gerät sie zwischen die Fronten in diesem Konflikt, der die ganze Stadt in den Abgrund zu reißen droht ...

'Ein sehr innovativer, moderner Fantasy-Roman ... eine exzellente Wahl für Leser, die anspruchsvolle Unterhaltung zu schätzen wissen!' SFREVU

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 734
    Erscheinungsdatum: 30.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561216
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Shattering the Ley
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Stadt des Lichts

Eins

"Ich sollte nicht hier sein", murmelte Kara Tremain für sich, als sie um die letzte Straßenecke bog und in Sichtweite der Steinmauern des Halliel-Parks geriet. Sie blieb stehen und biss sich auf die Unterlippe. Eine seltsame Mischung aus Beklommenheit, Gefahr und Erregung brachte ihren Körper zum Zittern. Der Ledergurt, der die Schulbücher zusammenhielt, hing schwer über ihrer Schulter, und sie verdrehte den Riemen unter der Hand. Sie schaute die Straße in beide Richtungen entlang und erhaschte durch den vorbeiziehenden Strom der Menschen und Wagen der betriebsamen Stadt Erenthrall flüchtige Blicke auf das offene Tor des Parks.

Einer der mit Ley betriebenen Schwebewagen flog vorbei, und die Ley-Energie brachte Karas Haut zum Kribbeln. Stirnrunzelnd und zerstreut blickte sie dem Gefährt nach - normalerweise bekam man diese Wagen im Bezirk Eld nicht zu sehen, denn niemand hier konnte sie sich leisten. Ihre Aufmerksamkeit ließ sich davon jedoch nicht lange in Bann halten. Ein Anschwellen der Energie von einer der Leuchtkugeln über dem Eingang des Parks ließ ihren Blick zurück zum Tor schwenken.

Es war Nachmittag. Ihr Vormittagsunterricht hatte vor knapp einer Stunde geendet. Ihr Vater wollte, dass sie auf kürzestem Weg nach Hause kam, um ihm bei einem seiner Aufträge zu helfen. Aber der Park ...

Die Steinmauern riefen sie mit einem leisen, hartnäckigen Summen. Sie lockten Kara, zogen förmlich an ihr, als wäre sie Treibgut in der Strömung eines der Flüsse. Kara verstand nicht, worum es sich dabei handelte. Aber sie spürte, dass es sie zu etwas anderem machte - zu etwas, das sie von ihren Klassenkameraden unterschied, von ihren Freunden. Ja, selbst von Cory. Sie wollte nicht anders sein ... aber gleichzeitig erregte sie dieses Summen, ließ sie jäh die Luft einsaugen und sich lebendig fühlen.

Mit einem schnaubenden Seufzer rückte sie die Straße entlang vor, bis sie sich gegenüber den Toren befand. Dort blieb sie wieder stehen. Die über dem rauen Steinbogen schwebenden Kugeln wurden heller, als Kara sich näherte. Der Bogen war vor einer Ewigkeit gemeißelt worden, als Erenthrall lediglich aus der Festung eines Barons am Ort der Vereinigung zweier Flüsse und aus ein paar verstreuten Behausungen bestanden hatte. Aber Kara wusste, dass der Bereich schon lange davor als besonders gegolten hatte. Ohne so viele Fragen zu stellen, dass sie Aufmerksamkeit erregt hätte, hatte sie versucht, von ihren Lehrern in der Schule und ihren Eltern so viel wie möglich über den Park in Erfahrung zu bringen. Soweit alle wussten, bei denen sie sich erkundigt hatte, war der Park schon immer hier gewesen, schon bevor die Barone die Kontrolle über die umliegenden Gebiete übernommen hatten. Er war nicht immer ummauert, nicht einmal ein richtiger Park gewesen, aber man hatte ihn anscheinend von jeher als heilige Stätte betrachtet.

Innerhalb der schweren, schmiedeeisernen Tore befanden sich dieselben Wege und Steinskulpturen, die Kara schon bei den letzten hundert Malen gesehen hatte, da sie im Eingang gestanden hatte. Einer der Gärtner - ein Mann mit kurz gestutztem braunen Bart, so grau meliert wie die Haare auf seinem Kopf - kniete in grauen, reichlich mit Erde beschmierten Gewändern auf dem Boden. Auf allen Seiten um ihn herum türmten sich Steine. Kara wich zurück, bis sie gegen die Mauer des Gebäudes hinter ihr stieß und sich die Bücher in ihre Seite bohrten. Sie beobachtete, wie der Mann die Steine vor sich anordnete. Dann richtete er sich auf und starrte sein Werk stirnrunzelnd an, bevor er den Kopf schüttelte, sie wieder auseinanderklaubte und zu einem anderen Muster stapelte.

Beim vierten Anlauf, als er sich gerade umdrehte und nach einem faustgroßen Stein in seinem Rücken griff, bemerkte er Kara.

Sie erstarrte, und ihr Herz tat einen heftigen Schlag in der Brust, als der Blick des Mannes dem ihren begegnete. Falten erschienen auf sein

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