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Sterben und leben lassen Shaman Bond 6 von Green, Simon R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2015
  • Verlag: Feder & Schwert
eBook (ePUB)
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Sterben und leben lassen

Mein Name ist Bond, Shaman Bond. Besser bekannt als Drood, Eddie Drood. Ja genau, ich bin einer dieser Droods - der Familie, die seit Menschengedenken dafür sorgt, dass die Mächte der Finsternis dort bleiben, wo sie hingehören - in den Schatten. Kürzlich litt ich unter einem kleinen Anfall von Tod, doch dank der guten Molly (die zufällig eine mächtige Hexe ist) hatte ich diesen Zustand schnell überwunden. Bedauerlicherweise hatte meine Familie weniger Glück. Während meiner Abwesenheit wurde Drood Hall zerstört und meine Verwandten wurden allesamt ermordet. Das machte mich nun zum Letzten der Droods. Es machte mir nicht sonderlich viel Freude, der letzte Drood zu sein, so viel kann ich Ihnen verraten. Doch dann wurde mir klar, dass die Dinge nicht so waren, wie sie schienen. Irgendwer hatte eine Dimensionsmaschine aktiviert, Drood Hall auf eine alternative Erde gesandt und sie durch einen ausgebrannten Doppelgänger ersetzt. Meine Familie lebte dort draußen also noch. Irgendwo. Und nichts würde mich davon abhalten, sie zu finden ... Simon R. Green wurde 1955 in Bradford-on-Avon, Wiltshire, England geboren. An der Leicester Universität studierte er englische und amerikanische Literatur und Geschichte. Mit dem Schreiben begann er 1973, bereits während seines Studiums, und eine erste Kurzgeschichte konnte er 1977 verkaufen, aber der große Erfolg sollte sich noch lange nicht einstellen. Erst Anfang der 90er Jahre wurde Ace Books auf eines seiner älteren Manuskripte aufmerksam und schloß mit ihm einen Vertrag über sechs Romane ab - die Geburt der 'Hawk und Fisher'-Reihe. Der endgültige Durchbruch gelang ihm mit dem Roman zum Costner-Film 'Robin Hood - König der Diebe', der bald darauf Platz 14 der New York Times Bestsellerliste belegen konnte. Bekannt wurde Green danach vor allem durch seine Science Fiction-Reihe Todtsteltzer. Er zeigt jedoch auch in der Fantasy die gesamte Bandbreite von Dark Fantasy bis zur humoristischen Fantasy. Simon R. Greens Romanreihe Tales from the Nightside erscheint seit 2006 bei Feder&Schwert unter dem Titel Geschichten aus der Nightside. Im Sommer 2007 bestätigte Green den Verkauf der Filmrechte an Celtic Rose Entertainment. Mit der Shaman Bond-Reihe baut er sein Multiversum um die Nightside weiter aus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 504
    Erscheinungsdatum: 31.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867622301
    Verlag: Feder & Schwert
    Serie: Shaman Bond Bd.6
    Größe: 1717 kBytes
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Sterben und leben lassen

1

Heimat ist da, wo das Herz bricht

D a glaubt man zu wissen, wo das Leben einen hinführt. Man glaubt, man habe alles geregelt. Man hat seine Feinde besiegt, die Welt gerettet, seinen Frieden mit der Familie geschlossen und ist mit der Frau, die man liebt, in Urlaub gefahren. Und dann stellt man etwas fest, was einem die ganze Zeit hätte klar sein müssen: dass nur ein einziger schlechter Tag das Leben auf den Kopf stellen kann. Dass es nichts gibt - und hat man es auch verdient und mit Blut und Leid und Verlust bezahlt -, das die Welt einem nicht nehmen kann.

Ich stand in dem, was von meiner Heimat, Drood Hall, noch übrig war, und konnte nur daran denken, wie es früher ausgesehen hatte. Wie es mein ganzes Leben lang ausgesehen hatte. Ein gewaltiges, verzweigtes altes Herrenhaus, das aus der Tudor-Zeit stammte, auch wenn man im Laufe der Jahrhunderte manches hinzugefügt und verbessert hatte. Traditionell schwarz-weiße Fachwerkfassade mit schweren, bleiverglasten Fenstern, eine stolze Eingangstür, die massiv genug war, um einer ganzen Armee zu widerstehen, vorspringende spitzgieblige Dächer. Vier große Flügel hatte man hinzugefügt, um die wachsende Familie unterzubringen, man hatte sie aus solidem Stein im alten Regency-Stil erbaut. So groß und fest gebaut und ... bedeutungsschwanger sah es aus, als könne das Haus es mit der ganzen Welt aufnehmen und gewinnen.

Hoch über den weitläufigen Parks wand sich das Dach wie eine gewaltige, graue See aus Ziegeln, immer wieder unterbrochen von spitzen Giebeln, finster dreinblickenden Gargylen und reich verzierten Dachrinnen, die man wahrscheinlich irgendwann für eine gute Idee gehalten hatte. Dann waren da noch das aus dem Dach ragende Observatorium, zahlreiche Landeplätze für die eher ausgefallenen Fluggeräte der Familie (und natürlich für die fliegenden Einhörner), noch mehr Aliens und Antennen, als nötig schienen, um Gremlins und andere Monster fernzuhalten. Alles zusammen ergab ein total überfülltes, aber sehr nützliches Dach.

Ich hatte als Kind viel Zeit auf diesem Dach verbracht und es genossen, dabei zuzusehen, was da so alles abflog und landete, und war dabei immer allen zwischen die Füße geraten.

Das alles war jetzt weg.

Das Herrenhaus war eine ausgebrannte Ruine. Jemand hatte es zunächst mit schwerer Artillerie und Sprengstoff zerstört und anschließend in Brand gesetzt, was danach noch übrig gewesen war. Die Wände waren zusammengefallen und zertrümmert, die Reste schwarz und verkohlt von Rauch und Feuer. Die oberen Stockwerke waren in sich zusammengestürzt und bildeten nun einen einzigen großen Haufen von Trümmern, zerbrochenen Ziegeln und was sonst noch vom Dach übrig war. Die unteren Stockwerke schienen mehr oder weniger intakt zu sein, aber die Fenster waren allesamt zerbrochen, und die beiden großen Haupteingangstüren waren aus ihren schweren Angeln gesprengt worden. Gott allein mochte wissen, was drinnen noch heil war.

Trotz aller schlechten Erinnerungen war das Herrenhaus mein Zuhause gewesen. Ich hatte immer geglaubt, ich könne dorthin zurückkehren, wenn ich es brauchte. Es nun so zu sehen, so zerstört von Wut und Gewalt, in Ruinen und Trümmern, ließ mir den Atem in der Kehle stocken und das Herz in der Brust stehenbleiben. Der Anblick ließ in meiner Seele eine solche Kälte entstehen, dass ich wusste, sie würde nie wieder ganz verschwinden.

Ich zwang mich, langsam weiterzugehen. Molly blieb neben mir und versuchte, etwas Tröstendes zu sagen, aber ich konnte es nicht verstehen. In mir war für nichts anderes mehr Platz als das, was man meiner Familie angetan hatte. Die massiven Fronttüren hätten einer ganzen Armee widerstehen sollen, doch sie waren von einer unbekannten Kraft in die düstere Eingangshalle geworfen worden. Eine einzelne, in Gold gerüstete Gestalt lag zusammengekrümmt auf der Schwelle, immer noch still und ausgesprochen tot, das glänzende Me

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