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Survival Quest: Der dunkle Schamane Roman von Mahanenko, Vasily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.12.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
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Survival Quest: Der dunkle Schamane

Ein Computerspiel als Gefängnis? Längst ist es möglich, sein ganzes Leben in Onlinespielen zu verbringen, während der Körper in Überlebenskapseln versorgt wird. Daniel Mahan wurde zu acht Jahren in solch einem Spiel verurteilt. Er glaubt, dass ihn dort nur öde Quests erwarten, doch er merkt schnell, dass das Spiel einige Überraschungen für ihn in petto hält. Und bald ist er nicht nur Herr einer Goblinmannschaft, sondern auf den Spuren eines weltumspannenden Komplotts ... Vasily Mahanenko wurde 1981 im russischen Severodvinsk geboren. Er gehört zu den erfolgreichsten Autoren des neuen Genres LitRPG, das Elemente des Online-Gamings mit SF- und Fantasyliteratur kombiniert. Während seines Studiums der Physik und Mathematik an der Belgorod State University war Mahanenko selbst begeisterter Gamer. Er lebt mit seiner Frau und Tochter in Moskau.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 509
    Erscheinungsdatum: 31.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732573943
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Survival Quest 2
    Originaltitel: Mir Barliona: Put' Shamana - Gambit Kartosa
    Größe: 2880 kBytes
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Survival Quest: Der dunkle Schamane

Kapitel 2: Wölfe und andere Angelegenheiten

"Wann hast du dich denn rausgeschlichen?", fragte Elisabeth, kaum dass ich den Hof betreten hatte. "Ich dachte schon, du wärst ein richtiger Langschläfer, aber so wie es aussieht, bist du wohl eher ein extremer Frühaufsteher."

"Ich habe einen Spaziergang gemacht", umging ich die Frage, unwillig, die Sprache auf das Monster zu bringen. "Ich wollte niemanden wecken, also bin über den Zaun geklettert und hab mich ein wenig in der Nähe umgesehen."

"Wie hast du es geschafft, nicht vom Kleinen Tim zerfleischt zu werden?"

"Vom Kleinen Tim?"

"Unser Hund. Wir lassen ihn jeden Abend in den Hof raus. Er weiß, dass er nicht über den Zaun springen darf, aber er lässt auch niemanden über den Zaun klettern. Da drüben liegt er, siehst du?" Elisabeth deutete auf die andere Seite des Hofs, wo sich der Kleine Tim hinter einer kleinen Einzäunung ausgestreckt hatte. Er war ein Wolfshund, gut einen Meter groß, der leise knurrte und mich mit unverkennbarer Feindseligkeit anblickte. Wo warst du nur, mein Freund, als ich zu einem Respawn geprügelt wurde? Vermutlich saßt du in deiner kleinen Hütte und hast dir ins Pfötchen gelacht. Mit einem Mal hatte ich das Gefühl, dass ich ein ernstes Gespräch mit dem Kleinen Tim führen musste. Das war natürlich lächerlich, aber seit meiner Initiation als Schamane hatte ich mir angewöhnt, auf solche plötzlichen Bauchgefühle zu hören.

"Was dagegen, wenn ich ihn ein wenig besser kennenlerne?" Fragend blickte ich meine Gastgeberin an.

"Sicher, ärger ihn nur nicht. Er würde bloß ein paar Sekunden brauchen, um sich durch den Draht zu beißen. Unser Kleiner Tim ist gut abgerichtet, und er greift normalerweise nicht an, solange er keinen guten Grund dazu hat. Aber man sollte das Schicksal nicht herausfordern."

Ich versicherte Elisabeth, dass ich nichts tun würde, um das Tier zu provozieren, und ging zu dem Drahtzaun hinüber. Nachdem ich mich mit einem Blick vergewissert hatte, dass wir ungestört waren, ging ich in die Hocke und sah dem Wolfshund direkt in die Augen. Ich kann nicht sagen, warum ich das tat, aber es fühlte sich richtig an. Mit einem leisen Knurren kam der Kleine Tim zum Zaun herüber, und sein durchdringender Raubtiergeruch hüllte mich ein. Wir starrten einander für mehrere Sekunden in die Augen, und dann, plötzlich ...

Wurde der Rest der Welt grau. Nebel hüllte alles um uns herum ein, und Stille sank herab. Es war, als hätte jemand mit einem beifälligen Wink jegliche Geräusche zum Verstummen gebracht. Eine schattenhafte Version des Kleinen Tim löste sich von seinem Körper und trottete durch den Zaun hindurch, als wäre er überhaupt nicht da. Anschließend drehte dieser Schatten in gemächlichem Tempo eine Runde über den Hof, so als ob all das hier ihm gehörte. Mein Blick wanderte zurück zum echten Kleinen Tim, und er sah mich ebenfalls an, seine Augen weit, sein Maul offen stehend, mit heraushängender Zunge. Er war die Verkörperung hündischer Verwirrung. In diesem Moment kauerte sich sein Phantom unvermittelt auf dem Boden zusammen, den Schwanz zwischen den Beinen, und begann, zurückzukriechen. Ich hatte nicht gewusst, dass Hunde rückwärts kriechen konnten. Sollten sie überhaupt in der Lage dazu sein? Egal. Ich beschloss, das als Laune der Entwickler abzutun. Das Phantom kroch jedenfalls durch den Draht des Zauns zur Hundehütte zurück, und als es mit dem Hintern die Wand erreicht hatte, schien es zu versuchen, sich im Boden zu vergraben.

"Hat dir etwas Angst gemacht?", fragte ich leise. Meine Stimme klang trotzdem wie ein Donnerschlag. Was konnte einen so großen Hund in die Flucht schlagen? Mehr noch, was konnte ihn dazu bringen, ein Loch graben zu wollen, um sich zu verstecken?

Etwas Nebelverhülltes und Formloses erschien neben dem Hund. Ein paar Augenblicke lang ragte es über dem Phantom auf, dann wurde das lautlose Drama vom Wimmern des echten Kleinen Tims

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