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Tetelestai! De Joco Suae Moechae 3 von E.-E., Marc-Alastor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.09.2016
  • Verlag: Fabylon Verlag
eBook (ePUB)
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Tetelestai!

Die Trilogie um den Geisterdrachen - Band 3. Dark Fantasy: Ein Karmadrama in 3 Aufzügen. Die Zuschauer applaudierten, bis das sich die Stimme des Schauspieldirektors erneut erhob. DIREKTOR: "Und so will ich denn die Bühne räumen, auf das Ingrimm und Zorn sich hier nun einen, hier auf diesen Brettern nicht zu säumen Blut zu vergießen, zu morden, verneinen; Lichtet die Vorhänge, rafft hoch das Licht, Verfolgt nun den Tor, erkiesen vom Jüngsten Gericht Fürst Adulator, Tyrann, Mörder und Scharwenzler der Harm Der alles errang und dennoch drumkam." Wieder applaudierten die Zuschauer und riefen, die Kerzenleuchter wurden unter die Theaterkuppel gezogen, die Schatten zogen in das Schauspielhaus ein und gesellten sich verschwiegen unter die Menge ... Zu oft schon hat Kriecher die Pläne der dunklen Göttin durchkreuzt und zu groß sind seine Möglichkeiten, ihrer Macht zu widerstehen. Deshalb versucht man, dem abtrünnigen Diener Herr zu werden, indem man eine Hinterlist anwendet. Man führt ein Theaterstück vor, dass das Leben des jungen Mannes, der Kriecher einmal gewesen ist, falsch und verleumderisch darstellt. Und tatsächlich findet sich der mittlerweile degenerierte Kriecher im Theater ein, und beginnt zu begreifen, dass alles, was zeit seines unglückseligen Daseins geschehen ist, aus perfiden Zufällen und dunklen Machenschaften resultiert ist. Mit einem Mal erkennt er, dass er nur beliebiger Bestandteil böser Intrigen geworden ist, und in seiner Wut und seinem Zorn beschließt er, sich zu rächen und ahnt nicht, dass die dunkle Göttin selbst auf ihn lauert, um ihn endgültig zu vernichten...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 188
    Erscheinungsdatum: 20.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943570625
    Verlag: Fabylon Verlag
    Serie: Geisterdrache Bd.3
    Größe: 2255 kBytes
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Tetelestai!

1. Aufzug

"Nuit ist, an allgegenwärtigen Stellen,

in der Summe aller Eventualitäten,

in der Vollkommenheit aller Begebenheiten,

kaum mehr als das Wahrgenommene.

Und dies ist wie ihre Offenbarung, umkreist."

1.Auftritt

Eine ausladende Haltung der Arme. Nur diese eine ausladende Haltung der Arme trennte die junge Frau von dem jungen Mann. Dabei stand der alte Spalter zwischen dem Paar, entschieden und standhaft. Sein Gesicht zeigte Verärgerung und Missmut mit der gespielten Offenherzigkeit eines Schauspielers, der nur allzu bemüht schien, keine Missverständnisse in der Bedeutung seiner Rolle aufkommen zu lassen. Dabei war sein gesenkter Blick zur Seite der jungen Frau gerichtet, als argwöhne er in seiner dargestellten Entscheidung, dass allenfalls von ihrer Flanke her ein Einspruch drohen mochte.

Adulator senkte den Blick. Er war versucht, sich abzuwenden. Doch irgendwie erwartete er eine Veränderung in der bestehenden Lage und diese Annahme ließ ihn wie einen ungeduldigen Hund um sich selbst scharwenzeln. Er schmatzte und schleckte sich über die trockenen Lippen, die ihm noch immer nach Blut zu schmecken schienen. Der Blick seiner brennenden Augen irrte unruhig umher, als könne er nur auf diese Weise die Schwere vertreiben, die sich an die glänzenden Lider klammerte. Adulator sah die Gasse hinunter und gewahrte, wie gefährlich es für ihn war, länger als einen Atemzug an einem Ort zu verweilen. Die Stadt war seit Wochen im Ausnahmezustand. Es herrschte Krieg.

Seine bersteinfarbenen Augen blickten müde zu dem Mädchen, das noch immer ungerührt dastand und mit hochmütiger Haltung und stechendem Blick zu dem jungen Mann zur anderen Seite des alten Spalters starrte. Sie trug eine eng anliegende Cotte, die gerade in der Seitenansicht ihren großen Busen umschmiegte, und darüber einen ärmellosen, mit Brokat besetzten Surkot, dessen Schleppe weit über den Boden gefächert war. Ihr langes Haar war unter einem Netz aus üppigen Perlen gebunden. Ihre schlanken Hände, die mit Ringen geziert waren, lagen vor dem schmalen Bruststeg des Surkots und standen in ihrer frommen, langmütigen Geste in durchdrücktem Gegensatz zu ihrem Blick. Er war auffordernd, entschlossen und geradezu von drängender Schärfe, als gelte es, ein aufsässiges Kind zu ermahnen.

Unbändig versuchte Adulator erneut der stillen Faszination dieser Szene zu entkommen.

Ermahnend hielten noch immer die zugleich zurückweisenden Handflächen des alten Spalters eine vernehmliche Rede, die zu hören nur ihm allein bestimmt zu sein schien. Zwar trennten sich die Arme des alten Mannes in die Richtungen des Paares, jedoch sprachen sie lediglich einen toten Mahnruf aus, der nur noch dem zugedacht sein konnte, der in der Lage war, ihn zu vernehmen. Ein hündisches Jaulen entfuhr Adulator, als er ihn wahrnahm. Aufsässig funkelte er den selbstgefälligen Alten an. Er war eine imposante Gestalt, mit einer reich verzierten, samtenen Houppelande mit weiten Blousonärmeln bekleidet. Geschnürt wurde jene von einem protzigen Gürtel aus einem edlen, gravierten Metall, an dem eine auffällige Geldbörse hing. An ihr und an einer Kette, die der Alte um den Hals trug, hing das gleiche Wappenzeichen, das Adulator etwas sagte. Aber aus irgendeinem Grunde benutzte es dabei eine fremde Sprache. Geduldig setzte Adulator sich dieserhalb hin, als ahne er voraus, dass es nur eine Frage der Zeit sein mochte, bis sein Geist die Sprache der Symbolik gelernt hatte und sie zu verstehen imstande sein würde.

Aber Zeit hatte er keine. Das wusste er. Er hatte keinen Moment, keine Weile, keine Spanne und vor allen Dingen keine Muße, in einer Stadt, in der nach dem Krieg der Krankheit ein anderer neuerlich herrschte. Seinetwegen.

Es war ein psychischer Krieg. Terror und Angst regierte diese Nation, die keine

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