text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tod eines Unsterblichen Roman von Franke, Herbert W. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tod eines Unsterblichen

Ein zum Sterben verurteilter Unsterblicher

Der Neurologe Arvid Siger soll einen berühmten, aber sehr kranken Wissenschaftler auf den Planeten Nathan 4 bringen, da dort die Möglichkeit besteht, den Mann zu heilen. Sein Schiff stürzt ab, Arvid und der sich im Kälteschlaf befindliche Wissenschaftler werden aus dem Wrack geborgen - und der Neurologe findet sich in einem Albtraum aus sinnloser Bürokratie, einem Netzwerk von Intrigen, Täuschungen und militärischen Planspielen wieder, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt ...

Herbert W. Franke, 1927 in Wien geboren, promovierte in Physik und war bis 1956 für Siemens tätig, bevor er sich dem Schreiben und seiner universitären Karriere widmete. Seit den Siebzigerjahren hatte er immer wieder Lehraufträge, unter anderem zur Computergrafik/Computerkunst. Neben Sachbuchpublikationen ist Franke vor allem für seine Science-Fiction-Romane bekannt, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Der Autor lebt und arbeitet südlich von München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 21.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641145903
    Verlag: Heyne
    Größe: 412kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tod eines Unsterblichen

Verhörzimmer

Ortszeit: 0540-0740

Wieder befand er sich in den Gängen, wurde geführt, dirigiert, geschoben.

Gegen die Androiden gab es keinen Widerstand – ihre Kräfte übertrafen die der Menschen. Das lag ebenso an ihrer Konzeption wie die Tatsache, dass sie ihrer Befehlsgewalt unwiderstehlich unterworfen waren. Aber wessen Befehlsgewalt? Arvid hatte es versucht, er hatte verlangt, freigelassen zu werden, doch seine Forderungen waren ohne Erfolg geblieben. Hatten sie ihn nicht verstanden? Waren sie auf andere Stimmbilder konditioniert? Was ging hinter diesen metallenen Stirnen vor? Sinnlos, danach zu fragen.

Nun war er in einem anderen Raum, fensterlos wie alle Räume, die er bisher gesehen hatte. Befand er sich unter der Erde? Es war anzunehmen. Ein Krieg, Auseinandersetzungen, Angriffe, Bomben ... – war das der Grund dafür, dass sich die Menschen unter die Oberfläche zurückgezogen hatten? Oder bot dieser Planet keinen landschaftlichen Reiz, dessen Anblick sich lohnte? Er war ohnmächtig gewesen, wusste nur, dass sein Raumschiff beim Aufprall beschädigt worden war ... dann nichts mehr ...

Und nun diese Situation, dieser Raum ...

Kunststoffüberzogene Stahlrohrsessel, zwei lange, schmale Tische, an der Wand mehrere Flachschirme, opalfarben schillernd, vorderhand noch ohne Bild.

Arvid lag auf einer schiefgestellten Schaumstoffunterlage, leicht aufgerichtet, das Kinn in einen Bügel gestützt. Seine seitwärts gebreiteten Arme waren an Stativen befestigt, seine Hände waren zu Fäusten zusammengebunden, darin lagen kleine säulenförmige Metallstücke, von denen Leitungen zu einem Schaltgerät liefen. An einigen Stellen seines Hinterkopfes hatte man das Haar abrasiert und Elektroden aufgeklebt; auch sie waren durch Leitungen mit der Schaltanlage verbunden. Vor seinem Gesicht stand ein Mikrofon, und davor auf einigen wahllos zurechtgerückten Stühlen saßen der Offizier, der Sanitäter und einige weitere Mitarbeiter in den mit roten Kreuzen versehenen Uniformen. Einer der Männer hatte direkt am Pult Platz genommen, und nun schaltete er auf einen Wink des Offiziers die Anlage ein. Auf den Bildschirmen erschienen farbige Linien, die meisten in heftiger Wellenbewegung; nur einer, der größte der Monitore, blieb leer.

"Von wem wurden Sie hierher geschickt?", fragte der Offizier. Er sprach betont akzentuiert.

Arvid zögerte, doch er war sich im Klaren darüber, dass es keinen Sinn hatte, sich diesem Verhör zu entziehen. Und es gab auch keinen Grund dazu.

"Von den Vereinten Nationen. Internationale Gesundheitsbehörde – ich sagte es doch schon!"

Als er zu sprechen begann, begannen zwei bisher ruhige Linien auf einem der Anzeigegeräte mit heftig schlängelnden Bewegungen. Es war nahezu ein Tanz – das Schwingen der einen Linie auf jenes der anderen abgestimmt. Manchmal berührten oder überschnitten sie sich, und dann ertönte ein leise schnarrendes Signal. Arvid registrierte seine Umgebung mit allen Einzelheiten, und er wunderte sich darüber, dass er seine Situation so gelassen hinnehmen konnte. "Ich wurde avisiert – Professor Berthé erwartet mich. Der Empfang des Funkspruchs wurde bestätigt, ich war selbst dabei."

Der Offizier und der Sanitäter blickten nicht auf Arvid, sondern auf die Bildschirme. Auf einigen erschienen grüne und rote Zahlenwerte, auf einem anderen war eine Messskala nachgebildet, über die eine Anzeigelinie schwankte. Einen Moment lang war es still – Arvid hatte den Eindruck, dass die beiden Männer keine Ahnung hatten, was die Wellenlinien und Anzeigen auf den Monitoren bedeuteten.

Der Offizier

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen