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Todgeweihte leben länger Ishmael Jones 2 von Green, Simon R. (eBook)

  • Verlag: Feder & Schwert
eBook (ePUB)
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Todgeweihte leben länger

Nennen Sie mich Ishmael. Ishmael Jones. Ich bin der Mann in den Schatten, vor dem selbst die Schatten Angst haben. Der Geheimagent, dessen Leben das größte Geheimnis von allen ist. Und manche der Fälle, die ich bearbeite, sind komplizierter als andere. Ein abtrünniger Agent ist in die Arme der Organisation zurückgekehrt und nun bereit, seine Geheimnisse preiszugeben. Die Organisation beauftragt Ishmael damit, herauszufinden, ob Frank Parker wirklich der ist, für den er sich ausgibt, und was er wirklich weiß - und wieso er nach all den Jahren wieder aufgetaucht ist. Ishmael fährt zur Ringstone Lodge in Yorkshire, wo Parker gefangen gehalten wird. Dort schlägt ihm eine Atmosphäre aus Angst und Misstrauen entgegen. Während er und die Bewohner von einer Reihe mysteriöser Vorfälle terrorisiert werden, will Ishmael beweisen, dass diese menschliche Ursachen haben und keine übernatürlichen Geisterwesen hinter den Ereignissen stecken. Doch als einer der Bewohner brutal ermordet wird, muss Ishmael erneut seine detektivischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, um weitere Todesfälle zu verhindern ... Simon R. Green wurde 1955 in Bradford-on-Avon, Wiltshire, England geboren. An der Leicester Universität studierte er englische und amerikanische Literatur und Geschichte. Mit dem Schreiben begann er 1973, bereits während seines Studiums, und eine erste Kurzgeschichte konnte er 1977 verkaufen, aber der große Erfolg sollte sich noch lange nicht einstellen. Erst Anfang der 90er Jahre wurde Ace Books auf eines seiner älteren Manuskripte aufmerksam und schloß mit ihm einen Vertrag über sechs Romane ab - die Geburt der Falk und Fischer-Reihe. Der endgültige Durchbruch gelang ihm mit dem Roman zum Costner-Film 'Robin Hood - König der Diebe', der bald darauf Platz 14 der New York Times Bestsellerliste belegen konnte. Bekannt wurde Green danach vor allem durch seine Science Fiction-Reihe Todtsteltzer. Er zeigt jedoch auch in der Fantasy die gesamte Bandbreite von Dark Fantasy bis zur humoristischen Fantasy.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867623551
    Verlag: Feder & Schwert
    Serie: Ishmael Jones 2
    Originaltitel: Dead Man Walking
    Größe: 875 kBytes
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Todgeweihte leben länger

Eins

Gedankenfutter

Es war ein überraschend sonniger Tag mitten im Herbst, als ich das erste Mal davon hörte, dass der verlorene Sohn zurück nach Hause kommen wollte. Ich saß in einer Pizzeria in der Oxford Street, arbeitete mich zufrieden durch ein Fleischgelage im Chicago Style, das für zwei gereicht hätte, und wartete auf meinen Kontaktmann. Um mich herum waren die Tische voll besetzt, der Lärmpegel war erfreulich hoch und ich konnte - schließlich waren wir mitten in London - ein halbes Dutzend unterschiedlicher Sprachen ausmachen, die sich zu einem schützenden Stimmengewirr vermischten. Wenn die Welt denkt, man existiere nicht, und wenn man will, dass das auch so bleibt, dann überlegt man lieber sehr genau, wo man sein Gesicht zeigt. Fast-Food-Schuppen sind stets ein guter Ort, um sich unter aller Augen zu verstecken. Im ewigen Kommen und Gehen kann man Gespräche führen, ohne Gefahr zu laufen, dass sie belauscht werden. Und solange man weder zu wenig noch zu viel Trinkgeld gibt, wird sich nicht mal der Kellner an einen erinnern.

Ich hatte einen Tisch im hinteren Teil des Ladens gewählt und saß mit dem Rücken zur Wand, wodurch ich einen guten Blick auf alle anderen hatte. Ewig währende Wachsamkeit und eine gesunde Portion Paranoia sind der Preis der Freiheit. Ich hatte meinen Stuhl weit genug vom Tisch weggerückt, um schnell aufstehen zu können, ohne mich darin zu verfangen; und ich hatte bereits sechs unterschiedliche Wege ausgemacht, auf denen ich unbemerkt hätte verschwinden können, falls das nötig geworden wäre. Einer der Nachteile, wenn man in meiner Welt lebt, besteht darin, dass man sich in der Öffentlichkeit niemals entspannen kann. Man muss stets auf Feindeinwirkung vorbereitet sein.

Der Colonel schlüpfte leichtfüßig von der Straße herein und blieb für einen Moment im Eingang stehen, um sich einen Überblick über den Ort zu verschaffen, gleich einem Raubtier, das die Optionen an einem unbekannten Wasserloch auslotet. Dieses überheblich wirkende Individuum war ein neuer Colonel, sein Vorgänger war letztes Jahr ermordet worden. Ich hatte seinen Mörder gefangen und seinen Tod gerächt, aber das hatte ihn nicht zurückgebracht. Der Colonel ist der Mittler, der Verbindungsmann, der Aufseher und Sachbearbeiter für all seine besonders geheimen Geheimagenten. Ich habe keine Ahnung, wie er wirklich heißt; meinen Namen kennt er jedoch auch nicht.

So wie der Colonel ein Rätsel ist, ist die Organisation, für die wir beide arbeiten, ein Mythos. Eine urbane Legende der verborgenen Welt, besetzt mit den Leuten, die hinter den Kulissen die Entscheidungen treffen, die wirklich zählen. Ich habe keine Ahnung, wer oder was sie sein könnten. Aber solange sie meine Anonymität bewahren und mich mit Arbeit versorgen, die es wert ist, erledigt zu werden, bin ich zufrieden genug, mitzuziehen.

Der neue Colonel war eine hochgewachsene, elegante Erscheinung Mitte dreißig, gekleidet in den feinsten dreiteiligen Geschäftsanzug, den man in der Savile Row hatte finden können. In einem solch alltäglichen Umfeld hätte er eigentlich herausstechen müssen, doch er war umhüllt von derart ungehemmter Autorität, dass niemand ihn auch nur ansehen wollte, aus Angst, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auf seine eigene Art war er ebenso unsichtbar wie ich. In Anbetracht seines Gebarens war er mit ziemlicher Sicherheit ein Ex-Militär und er war auf eine herablassende Art gutaussehend. Er ließ seinen Blick durch die Pizzeria wandern, als ob er niemals zuvor einen Fuß in ein solches Etablissement gesetzt hätte - und als ob er sich nun, da er es doch getan hatte, darin bestätigt fühlte, damit richtig gefahren zu sein.

Sein strenger Blick erspähte mich schließlich in der Menge und mit überwältigender Verachtung für Alles und Jeden schritt er zwischen den voll besetzten Tischen hindurch auf mich zu. Ein Kellner versuchte, ihn mit einer Speisekarte in seinen Bereich zu lotsen, nur u

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