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Unglaubliche Welt von Dellenbusch, Thomas (eBook)

  • Verlag: Kopfkino-Verlag Thomas Dellenbusch
eBook (ePUB)
4,99 €
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Unglaubliche Welt

Sammelband 1 aus der Reihe KOPFKINO IN SPIELFILMLÄNGE, ideal für unterwegs, zwischendurch oder zum gegenseitigen Vorlesen mit 4 Mystery-Geschichten: Der Weichensteller Sebastian Gruhn versucht mit übersinnlichen Fähigkeiten, ein entführtes Mädchen zu finden Das Testament Martha Vadeva wird ein größeres Erbe angetragen, das sie sich nicht erklären kann Der Nobelpreis Der Nobelpreisträger Otto Bendner wird von einem geheimnisvollen Kollegen kontaktiert Der Matrjoschka Code Eine alte Fotografie löst eine Kette rätselhafter Erinnerungen aus

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962554927
    Verlag: Kopfkino-Verlag Thomas Dellenbusch
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Unglaubliche Welt

"Das ist sie."

Jens Karlson neigte seinen Kopf fast unmerklich und deutete so auf eine elegant gekleidete Frau Anfang sechzig, die soeben das Foyer des Hotels betreten hatte.

"Das können Sie doch überhaupt nicht wissen", erwiderte Sven Anders Börgelund. "Sie haben sie doch noch nie in Ihrem Leben gesehen."

Karlson ließ seinen Blick auf der Frau ruhen.

"Ich weiß es einfach."

---

Vor lauter Nervosität war Martha Vadeva zunächst in sicherer Entfernung vom Hotel stehen geblieben. Es überkam sie erneute Unsicherheit, ob sie es wirklich betreten sollte. Vor zehn Minuten hatte sie den Taxifahrer angewiesen, sie in der Via Toscana aussteigen zu lassen. Dann war sie die 100 Meter bis zur Via Campania geschlendert und stand nun unschlüssig an der Ecke, an der sich die beiden Straßen kreuzten.

Sie schaute in westlicher Richtung auf das große weiße und ehrwürdige Gebäude am Ende der Via Campania, das Hotel Victoria. Das Haus war nicht die erste Adresse in Rom, aber für Marthas eigenes persönliches Dafürhalten dennoch zu exklusiv. Sie schätzte, dass das Victoria sicher so um die 200 Euro für eine Übernachtung verlangen wird. Hier gastierten nicht die Superreichen, aber das Victoria war sehr beliebt bei den durchaus wohlhabenden Touristen und Geschäftsreisenden, die Rom besuchten. Es lag direkt neben der alten Stadtmauer, und aus seinen Fenstern überblickten seine Gäste die schönen Gärten der Villa Borghese. Obwohl es mitten im Zentrum war, so lag es an der Via Campania trotzdem ruhig.

Martha fröstelte.

Es war immer noch kühl im März. Der Himmel war bedeckt. Am Morgen hatte es kurz geregnet. Es dürften so um die fünf, maximal sieben Grad Celsius sein. Ihre Kleidung hatte sie, dem Anlass entsprechend, geschäftlich gewählt. Ein dunkelgrauer Anzug, bestehend aus Hose und Blazer, darunter eine dunkelblaue Bluse. Gegen die Kühle der Jahreszeit trug sie darüber einen beigefarbenen, knielangen Mantel. Allerdings hatte sie ihr Haar zu einem Dutt gebunden, so dass der leichte Märzwind unablässig ihren Nacken ungeschützt streifte. Was waren das für Leute, die im Victoria auf sie warteten?

Deren ersten Brief hatte sie nach einem kurzen Überfliegen einfach weggeworfen. Sie hielt ihn für einen dieser Bauerntricks, bei denen Betrüger zunächst behaupten, man habe einen Preis gewonnen, für dessen Einlösung sie aber in einem zweiten Schritt eine Gebühr oder den Anruf bei einer teuren Hotline verlangten. Von den Absendern, geschweige denn dem Preis, hörte man dann nie wieder etwas. Die Adresse der Absender war, wenn überhaupt eine angegeben war, oft fingiert.

Es war ein Brief von einer schwedischen Anwaltskanzlei, in dem behauptet wurde, ihr, Martha Vadeva, Besitzerin einer kleinen Mode-Boutique, stünde ein größeres Erbe zu. Ferner wurde sie in dem Schreiben gebeten, die beiliegende Erklärung auszufüllen. Mit dieser Erklärung und ihren Ausweisdokumenten sollte sie daraufhin bei einer römischen Partner-Sozietät persönlich vorstellig werden und bestätigen, dass sie jene Martha Vadeva sei, die der Absender recherchiert zu haben glaubte.

Die Daten, die der Brief enthielt, beschrieben zweifelsfrei sie. Das Geburtsdatum stimmte exakt. 12. Juni 1948. Auch stimmte, dass sie in Ostia aufgewachsen war und seit 1985 mit Alberto Vadeva verheiratet, ja sogar, dass dieser 2002 verstorben sei. Nach der ersten Lektüre empörte Martha sich darüber, zu welchem Schindluder die Datenbanken des modernen Internets missbraucht werden können. Wo sollte das noch hinführen? Alles wurde immer gläserner. Selbst in Ballungszentren wie Rom war der einzelne Mensch inzwischen so transparent, wie er es früher nur in den kleinen Dörfern auf dem Land gewesen war.

Zwei Wochen danach, als sie diesen Brief längst wieder vergessen hatte, erhielt sie diesen eigenartigen Anruf. Eine männliche Stimme, die sich ihr als Sven Anders Börgelund vorstellte, sprach si

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