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Vellum Roman von Duncan, Hal (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Vellum

Das mächtigste Buch der Welt
Im düsteren Gewölbe einer schottischen Bibliothek stößt Reynard Carter auf das legendäre Ewige Stundenbuch. In diesem Buch soll nicht nur das Schicksal unserer Welt geschrieben stehen, sondern auch die wahren Namen aller Lebewesen, die jemals existiert haben. Wer diese Namen kennt, hat Macht über ihre Träger, ihm offenbaren sich die Geheimnisse des Universums. Als Carter das Buch öffnet, verändert sich alles - und er bricht auf zu einer Reise, die ihn an die Grenzen der Wirklichkeit führt ...

Hal Duncan, Jahrgang 1971, wuchs im schottischen Ayrshire auf und lebt heute im West End von Glasgow. Er gehört dem Glasgow Writer's Circle an und arbeitet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Programmierer. 'Vellum', sein erster Roman, wurde von der Kritik als Meisterwerk der phantastischen Literatur gefeiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 14.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641128975
    Verlag: Heyne
    Größe: 921kBytes
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Vellum

1

Ein Tor aus der Wirklichkeit hinaus

Dem großen Himmel



Dem großen Himmel lieh sie ihr Ohr und der großen Erde. Dem großen Himmel lieh die Göttin ihr Ohr und der großen Erde. Dem großen Himmel lieh Inanna ihr Ohr und der großen Erde.

Himmel und Erde verließ Inanna, um in die Unterwelt hinabzusteigen, ihren Platz als Herrin des Himmels und heilige Priesterin der Erde verließ sie, um in die Unterwelt hinabzusteigen. In Uruk und in Badtibira, in Zabalam und Nippur, in Kisch und Akkad verließ sie ihre Tempel, um nach Kur hinabzusteigen.

Sie sammelte die sieben Me, und mit ihnen in Händen, in ihrem Besitz, begann sie ihre Vorbereitungen.

Mit geschwärzten Augen setzte sie sich die Sugurra auf das Haupt, die Krone der Steppe, spielte mit den feinen, dunklen Locken, die ihr in die Stirn fielen, strich sie zurecht. Winzige Lapislazuliperlen schmückten ihren Nacken, und eine doppelt geschlungene Perlenschnur fiel ihr in den Ausschnitt bis auf die Brust. Ein goldenes Brustgehänge legte sie sich um, das Männern wie Jünglingen leise und mit metallischem Flüstern zurief: Kommt zu mir, kommt. Einen goldenen Armreif streifte sie sich über die weiche Hand, auf ihr schmales Handgelenk, und nahm Stab und Seil zur Hand.

Und schließlich hüllte sie sich in ihr herrschaftliches Gewand.

Inanna brach auf nach Kur und sprach zu ihrer getreuen Dienerin Ninschubur.

"Ninschubur", sprach Inanna, "meine Sukkal, die mir weisen Rat gibt, meine unerschütterliche Stütze, die Kriegerin, die meine Flanke schützt, ich steige nach Kur hinab, in die Unterwelt. Falls ich nicht zurückkehre, erhebe ein großes Wehklagen für mich in den Ruinen. Schlage die Trommel für mich bei den Zusammenkünften der Unkin und vor den Gotteshäusern. Zerkratze deine Augen, deinen Mund, deine Schenkel. Kleide dich in das schmutzige härene Gewand der Bettler und gehe dann zum Tempel des Herrn Ilil in Nippur. Betritt sein Heiligtum und rufe ihn an mit den Worten:

"O Vater Ilil, deine Tochter soll in der Unterwelt niemand töten, dein schweres Silber soll niemand mit dem Staub der Unterwelt bedecken, dein kostbares Lapislazuli soll niemand zusammen mit den Steinen des Steinarbeiters zerschlagen, dein Zedernholz soll niemand zusammen mit dem Holz der Tischler spalten. Die Herrin des Himmels, die heilige Priesterin der Erde, soll nicht in Kur getötet werden.

Falls Ilil dir nicht hilft", sprach Inanna, "geh nach Ur zum Tempel von Sin und weine vor meinem Vater. Falls er dir nicht hilft, geh nach Eridu, zu Enkis Tempel, und weine vor dem Gott der Weisheit. Enki kennt die Speise des Lebens; er kennt das Wasser des Lebens; er kennt die Geheimnisse. Ich bin sicher, dass er mich nicht dem Tod preisgeben wird."

Bäume und Gewitter

North Carolina, wo die alte 70, die von Hickory nach Asheville führt, die 225 kreuzt, die von Süden heraufkommt, von Spartanburg und weiter her, durch die Blue Ridge Mountains und eine Landschaft der Bäume und Gewitter. Es findet sich auf der Karte, aber es ist ein kleiner Ort, oder es sieht zumindest so aus, vom Freeway nicht einsehbar, bis man abbiegt, an dem Schild vorbei, auf dem "Willkommen in Marion, eine Stadt des Fortschritts" steht, und auf dem Motorrad langsam durch die Straßen rollt, durch das Stadtzentrum mit seinen Second-Hand-Läden und Apotheken, der Feuerwehr, dem Rathaus, den wenigen Plattenläden und Fachgeschäften, die ihre Kundschaft noch nicht ganz an den Wal-Mart verlor

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