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Wächter des Morgen Roman von Lukianenko, Sergej (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Wächter des Morgen

Nach den Bestsellern "Wächter der Nacht", "Wächter des Tages", "Wächter des Zwielichts" und "Wächter der Ewigkeit" nun der Höhepunkt in Sergej Lukianenkos einzigartiger Saga um die "Anderen" - Vampire, Hexen, Magier, Gestaltwandler -, die seit ewigen Zeiten unerkannt in unserer Mitte leben. Längst ist der Friede zwischen den Mächten des Lichts und den Mächten der Dunkelheit zerbrochen, und auf Moskaus Straßen tobt eine unerbittliche Schlacht. Eine Schlacht, von der eine Prophezeiung sagt, dass nur ein junges Mädchen sie entscheiden kann ... Sergej Lukianenko, 1968 in Kasachstan geboren, studierte in Alma-Ata Medizin, war als Psychiater tätig und lebt nun als freier Schriftsteller in Moskau. Er ist der populärste russische Fantasy- und Science-Fiction-Autor der Gegenwart, seine Romane und Erzählungen wurden mehrfach preisgekrönt. Die Verfilmung von 'Wächter der Nacht' war der erfolgreichste russische Film aller Zeiten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 10.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641102166
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The New Watch
    Größe: 2903 kBytes
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Wächter des Morgen

Obersergeant Dima Pastuchow war ein guter Polizist. Sicher, es kam schon einmal vor, dass er einen allzu frechen Besoffenen mit Maßnahmen, die nicht in den Dienstvorschriften vorgesehen waren, zur Besinnung brachte, zum Beispiel mit ein paar kräftigen Kinnhaken oder Tritten. Jedoch immer nur, wenn der Saufbold ernsthaft Widerstand leistete oder sich strikt weigerte, sich in die Ausnüchterungszelle zu begeben. Auch bei ein paar Scheinchen, die ihm irgendein Ukraino oder Schlitzauge ohne Aufenthaltserlaubnis zusteckte, sagte er nicht Nein, schließlich war das Gehalt eines Polizisten derart niedrig, da konnte das Bußgeld dieser Burschen ruhig in seine Taschen wandern. Er hatte auch nichts dagegen, wenn er in einem Imbiss in seinem Revier ein Glas Wasser bestellte - und einen Kognak bekam. Oder mit einem Hunderter bezahlte - und einen Tausender Wechselgeld kriegte.

Arbeit war schließlich Arbeit. Dazu war sie zu anstrengend und gefährlich, auch wenn das auf den ersten Blick gar nicht so aussah. O ja, eine gewisse materielle Kompensation hatte er sich da schon ehrlich verdient.

Immerhin knüpfte Dima niemals Prostituierten und kleinen Zuhältern Geld ab. Prinzipiell nicht. Etwas in seiner Erziehung verbot ihm das. Auch Leute, die zwar angetrunken waren, aber noch einigermaßen klar denken konnten, verfrachtete er nicht in die Ausnüchterungszelle. Sobald er aber von einem echten Verbrechen hörte, jagte er vorbehaltlos jeden Dieb, ging jedem auch noch so kleinen Hinweis nach, nahm den Fall (falls die Opfer darauf bestanden) zu Protokoll, ja, er versuchte sogar, sich die Gesichter derjenigen einzuprägen, die zur Fahndung ausgeschrieben waren. Er konnte bereits mehrere Festnahmen verbuchen, darunter einen waschechten Mörder, der zunächst den Liebhaber seiner Frau erstochen hatte, was verzeihlich war, dann die Frau, was verständlich war, dann jedoch mit dem Messer auf den Nachbarn losgegangen war, der ihm von der Affäre seiner Frau berichtet hatte. Der Nachbar, empört über diese Undankbarkeit, hatte sich daraufhin in seiner Wohnung verschanzt und die Polizei gerufen. Pastuchow, der damals Dienst hatte, verhaftete den Mörder, der gerade mit den schwachen, wenn auch blutverschmierten Fäusten eines Intelligenzlers auf die Eisentür einhämmerte, und kämpfte tapfer gegen den Wunsch an, diesen Denunzianten von Nachbarn ins Treppenhaus hinauszuzerren und ihm ordentlich die Fresse zu polieren.

Alles in allem hielt Dima sich also für einen guten Polizisten - und war damit gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt. Im Vergleich zu einigen Kollegen nahm er sich tatsächlich angenehm wie ein Bilderbuchmilizionär aus. Zum Beispiel wie Pfeifstengel aus dem alten Roman über Nimmerklug in Sonnenstadt .

Der einzige Fleck in Dimas Dienstbiografie datierte in den Januar des Jahres 1998, als er, damals ein frischgebackener und unerfahrener Polizist, zusammen mit Sergeant Kaminski an der Metrostation "Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft" Streife lief. Kaminski leitete ihn, den jungen Milizionär (ja, damals hießen sie noch so, damals gab es das modische Polizist und das beleidigende Polyp noch nicht) an und war sehr stolz auf diese Rolle. Seine Ratschläge und Tipps zielten jedoch ausschließlich auf die Möglichkeiten, sich problemlos das magere Gehalt aufzubessern. Deshalb stieß Kaminski prompt einen begeisterten Pfiff aus, als sie einen betrunkenen jungen Kerl sahen, der durch die Fußgängerunterführung an der Metro stürmte und dabei sogar noch eine angebrochene Viertelliterflasche billigen Wodkas umklammerte. Kurzerhand hielten die beiden ihn an, überzeugt, von dem Saufkopf gleich einen Fünfziger, wenn nicht gar einen Hunderter zugesteckt zu kriegen.

Nur lief dann irgendwas aus dem Ruder, es kam zu einer Teufelei, die sich einfach nicht erklären ließ. Dieser betrunkene Kerl sah sie mit einem überraschend nüchternen Blick an&nb

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