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Wächter Roman von Baxter, Stephen (eBook)

  • Verlag: Random House E-Books
eBook (ePUB)
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Wächter

Das Geheimnis der Odyssee Dreißig Jahre nach ihrem ersten Auftauchen erscheinen die Erstgeborenen erneut im Sol-System und richten eine zerstörerische Waffe, die Q-Bombe, auf die Erde. Die Lage scheint aussichtslos, doch Bisesa Dutt will sich nicht geschlagen geben und reist durch die Galaxie, um einen Schutzschild gegen die Q-Bombe zu finden. Doch wohin sie auch kommt, überall begegnet ihr vor allem eins: große Furcht vor den Erstgeborenen. Als sie fast schon aufgibt, zeigt sich doch noch ein Verbündeter, der bisher Lichtjahre entfernt war ... Stephen Baxter, 1957 in Liverpool geboren, studierte Mathematik und Astronomie, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er zählt zu den international bedeutendsten Autoren wissenschaftlich orientierter Literatur. Etliche seiner Romane wurden mehrfach preisgekrönt und zu internationalen Bestsellern. Stephen Baxter lebt und arbeitet im englischen Buckinghamshire.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641032616
    Verlag: Random House E-Books
    Serie: Die Zeit-Odyssee Bd.3
    Originaltitel: Firstborn
    Größe: 832 kBytes
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Wächter

{4} WENN DER SCHLÄFER ERWACHT Februar - März 2069
Bisesa war froh, als sie die Tiefschlafeinrichtung endlich verließ. Es stank nach faulen Eiern; das lag am Wasserstoffsulfid, mit dem die Sauerstoffaufnahme der Organe unterbunden wurde. Im Krankenhaus dauerte es drei Tage, bis die Ärzte ihr wieder Blut in die Adern gefüllt hatten, die Organe zur Sauerstoffaufnahme überredet und sie einer Basis-Physiotherapie unterzogen hatten, sodass sie mit einer Gehhilfe zu gehen vermochte. Sie fühlte sich uralt, älter als ihre biologischen neunundvierzig Jahre, und sie war obendrein ausgezehrt - ein Opfer der Hungersnot. Und die Augen machten ihr ganz besonders zu schaffen. Sie litt anfangs an Sehstörungen, sogar an leichten Halluzinationen. Und sie hatte das unangenehme Gefühl, dass sie nach ihrem eigenen Urin roch. Nun ja - seit neunzehn Jahren hatte sie keinen Puls und kein Blut mehr gehabt, die elektrischen Aktivitäten im Gehirn waren ausgesetzt, das Körpergewebe hatte keinen Sauerstoff verbraucht und sie hatte so lang in einer Tiefkühltruhe gelegen, dass beinahe ihre Zellen geplatzt wären. Da war es ganz normal, dass man leicht lädiert war. Hibernaculum 768 hatte sich verändert, während sie im Tank gelegen hatte. Es sah inzwischen aus wie ein Hotel der gehobenen Kategorie, mit gläsernen Wänden, weißen Fußböden, Kunstledersofas und lauter alten Leuten - zumindest sahen sie alt aus - in Morgenmänteln, die umhertappten. Und die gravierendste Veränderung war, dass man das Hibernaculum verlegt hatte. Sie ging zu einem Fenster und erblickte eine klaffende Wunde in der Erdkruste - eine Schlucht mit Schichten in den staubigen Wänden, die wie die Seiten eines gigantischen Folianten aussahen. Man sagte ihr, das sei der Grand Canyon. Es war ein wirklich spektakulärer Anblick, für die Schläfer im Hibernaculum freilich eine ziemlich überflüssige Darbietung. Sie fand es im Nachhinein beunruhigend, dass die komplizierte Tiefkühltruhe, in der sie ihren traumlosen Schlaf geschlafen hatte, von der Stromversorgung getrennt, gleichsam entwurzelt und über den ganzen Kontinent transportiert worden war. Während der Rekonvaleszenz setzte sie sich immer wieder an ein Aussichtsfenster und ließ das statische geologische Drama des Canyons auf sich wirken. Sie hatte bisher nur einmal einen Ausflug zum Canyon unternommen. Dem Lauf der Sonne am Frühlingshimmel nach zu urteilen musste sie sich am Südrand befinden, vielleicht irgendwo in der Nähe von Grand Canyon Village. Die lokale Flora und Fauna schien sich von der globalen Verwüstung durch den Sonnensturm wieder erholt zu haben; das Land war mit Kakteen, Yucca-Pflanzen und Blackbush übersät. Bei ihrer geduldigen Beobachtung machte sie eine kleine Herde von Dickhornschafen aus, erhaschte einen Blick auf einen Cojoten, und einmal glaubte sie sogar eine Klapperschlange zu sehen. Auch wenn der Canyon sich wieder erholt haben mochte, schien sich doch sehr viel geändert zu haben. Am östlichen Horizont erkannte sie eine Art Struktur, ein flaches metallisches Gebilde auf Beinen wie das Gerüst einer im Bau befindlichen Einkaufspassage. Manchmal sah sie auch Fahrzeuge um und unter diesem Gerüst umherfahren. Sie hatte aber keine Ahnung, was das darstellen sollte. Und manchmal sah sie Lichter am Himmel. Da war ein heller sich bewegender Funke, der in vierzig Minuten oder so den südlichen Abendhimmel bestrich: Da musste etwas Großes im Orbit sein. Aber es standen noch seltsamere Zeichen am Himmel, und viel größere: fahle Flecken im blauen Tageslicht, und verschwommenes Sternenlicht des Nachts. Ein fremdartiger Himmel in dieser neuen Zeit. Sie sagte sich, dass sie nicht allzu neugierig und schon gar nicht ängstlich sein sollte, und anfangs war sie das auch nicht. Doch das änderte sich schlagartig, als sie das Brüllen hörte. Es war ein tiefes Grollen, b

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