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Wild Cards - Die Cops von Jokertown Roman von Martin, George R. R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.09.2018
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Wild Cards - Die Cops von Jokertown

"Für Fans klassischer Fantasy ist Wild Cards Pflichtlektüre." Subway Joker ... Das sind von einem außerirdischen Virus Veränderte; Mutanten; Freaks! Sie leben seit 70 Jahren unter den Menschen, und man hat sich an sie gewöhnt. Fast. Denn die meisten der New Yorker Joker leben in Jokertown, einem Ghetto im Süden Manhattans. Dies ist die Geschichte des fünften Polizeireviers, dessen Cops in Jokertown für Recht und Gesetz einstehen. Für manche ist es eine Zuflucht, für andere ein Ärgernis - aber für die meisten ist es die letzte Festung gegen die Freaks! George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos "Das Lied von Eis und Feuer" wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie "Game of Thrones" verfilmt. George R.R. Martin wurde u.a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 24.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641233402
    Verlag: Penhaligon
    Originaltitel: Wild Cards - Fort Freak
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Wild Cards - Die Cops von Jokertown

Die Tretmühle

von Cherie Priest

Teil 1

Leo klemmte sich das Telefon zwischen Schulter und Ohr, rieb sich die Augen und stöhnte. Dabei brummte er: "Mein Gott, nicht noch eine."

"Noch eine was?", fragte die Frau am anderen Ende der Leitung. Da er nicht schnell genug antwortete, musste sie erneut fragen: "Noch eine was , Dad?"

"Noch eine Flitzerin. Tinkerbill bringt sie gerade rein."

Die fragliche Person war unbekleidet, hübsch, blond und in den Zwanzigern. Dazu hatte sie einen funkelnden pinkfarbenen Glorienschein, den man allerdings nicht als Kleidung durchgehen lassen konnte, zumal das Glitzern Bill Chens Beitrag war und bis zum nächsten Morgen wieder erloschen wäre. Wahrscheinlich.

Leo hielt den Hörer vom Mund weg und rief: "Kann jemand der Kleinen mal ein T-Shirt oder so was bringen?"

Blind griff Bill nach einer Polizeijacke, die an der Garderobe hing, während er die sich wehrende Gefangene zur erkennungsdienstlichen Behandlung bugsierte. Er warf sie ihr über die Schulter, doch sie wandte sich so heftig zu ihm um, dass sie sie fast wieder abschüttelte. "Sie machen einen Fehler!", erklärte sie ihm. "Ich ... ich hab nicht einfach meine Schlüssel geschnappt und bin so aus dem Haus gerannt, das müsst ihr mir glauben!"

"Ich glaube Ihnen", sagte Bill unbeeindruckt und mit seiner seltsamen kindlichen Stimme. Aus einem Mann seiner Größe und Gestalt - knapp zwei Meter von der Mütze zu den Zehen und so breit wie das Tor einer Feuerwache - sollte eigentlich keine solche Stimme herauskommen. Er schüttelte erst seine kräftigen Schultern, dann den Kopf und schob die noch immer so gut wie nackte Frau barfuß durch die dreckigen Flure des fünften Reviers.

Man nannte es nicht umsonst "Fort Freak".

"Dad?"

Leo richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf das Telefonat. "Melanie, tut mir leid, Liebes. Du hast mich hier bei der Arbeit erwischt. Du weißt ja, wie es ist."

"Oh, verstehe. Wie könnte mein Überredungsversuch auch je wichtiger sein als ein Zimmer voller nackter Leute?"

"Nur eine. Eine nackte Person."

"Pass mal auf, Dad. Hör auf, das aufzuschieben."

"Aber was, wenn ich nicht umziehen will nach ..." Er kramte auf dem Schreibtisch herum nach der Broschüre, die sie ihm vor einer Woche hatte zukommen lassen. Er fand sie unter drei oder vier Stapeln eingegangener Berichte, Gerichtsakten, Aktennotizen und Erinnerungen. Die umgestürzten Stapel begruben alles andere unter sich, sogar das Namensschild: DETECTIVE - INVESTIGATOR , 1 ST GRADE : LEONARD STORGMAN .

Seine Tochter half seinem Gedächtnis ungeduldig auf die Sprünge. "Nach West Palm Beach."

"Ja, Florida." Nachdem er die knallbunte Broschüre endlich in den Fingern hatte, überflog er die Zusammenfassung in Werbesloganform: Erste Wohn- und Baugemeinschaft exklusiv für Joker! Er seufzte. "Ich weiß, dass du viel gearbeitet hast, um das auf die Beine zu stellen, aber ich glaube, ich bin noch nicht bereit für eine Seniorenparzelle."

Leo schob einen Finger unter seinen Hemdkragen, zog an dem schweißgetränkten Stoff und ließ ihn wieder an seinen Hals zurückschnellen. Die Augustschwüle drückte in das alte Gebäude hinein, und die antike Klimaanlage der Wache pfiff und klapperte tapfer vor sich hin, richtete aber wenig aus. Fast erschauderte er bei dem Gedanken, das ganze Jahr über eine solche Hitze ertragen zu müssen.

"Du glaubst ja auch nicht, dass du bereit für den Ruhestand bist." Melanies Tonfall wechselte von einem Augenblick zum nächsten von dem einer abgebrühten Wohngemeinschaftsplanerin zu dem einer bettelnden Tochter. "Dad, ich wünschte, du würdest darüber nachdenken. Komm in den Süden! Hier ist es schön, und ich wohne hier - und ich würde mich besser fühlen, wenn ich dich in der Nähe wüsste, falls etwas passiert."

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