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Wolkenkrieger - Die Amtrak-Kriege 1 Roman von Tilley, Patrick A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Wolkenkrieger - Die Amtrak-Kriege 1

Vor Tausenden von Jahren endete das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, in einem gewaltigen Atomkrieg. Nun ist die Menschheit in zwei verfeindete Parteien geteilt: Die Amtrak-Föderation ist eine hochtechnisierte, hochzivilisierte Kultur, die in unterirdischen Metropolen lebt - geschützt vor der tödlichen Strahlung. Und dann gibt es da noch die sogenannten "Stummen" - jene, die sich an die lebensfeindlichen Umweltbedingungen an der Erdoberfläche angepasst haben und die in den Augen der Amtraks keine Menschen mehr sind. So denkt auch der junge Pilot Steve Brickman, der bei seinem ersten Einsatz an der Oberfläche von den "Stummen" entführt wird ... Patrick Tilley, 1928 in Essex geboren, studierte am King's College der University of Durham Kunst und arbeitete nach seinem Abschluss 1955 als Grafikdesigner in London. 1968 gab er diese Laufbahn auf, um sich dem Schreiben zu widmen: Er begann mit dem Verfassen von Drehbüchern für Filme und TV-Serien und zog in die USA. 1975 erschien sein erster Roman "Fade-Out", 1981 folgte "Mission", der schnell Kultstatus erlangte. "Die Amtrak-Kriege", deren erster Band "Wolkenkrieger" 1983 erschien, ist seine erfolgreichste Science-Fiction-Romanserie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 14.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641250409
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Cloud Warrior - The Amtrak Wars Book 1
    Größe: 1427 kBytes
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Wolkenkrieger - Die Amtrak-Kriege 1

1

Cadillac saß neben Mr. Snow auf dem Boden und hörte dem weißhaarigen, bärtigen Alten mit halb geschlossenen Augen zu, als er den nackten Kindern des Clans die Geschichte vom Krieg der Tausend Sonnen erzählte.

Cadillac kannte die Geschichte auswendig. Er hörte sie nun zum hundertundachten Mal. Sie war auch den sechzig kleinen Kindern der Ansiedlung nicht neu, die im Halbkreis um sie herum hockten. Doch es machte ihnen nichts aus. Die Kinder saßen noch ebenso gebannt da wie beim ersten Mal und lauschten jedem Wort. Die meisten von ihnen wussten nicht mehr, dass Mr. Snow die Geschichte schon einmal erzählt hatte. Und ebenso wenig wussten sie, dass sie das meiste vergaßen, was ihnen erzählt wurde; sie behielten selten etwas für längere Zeit - und das würde sich auch nie ändern.

Cadillac hingegen vergaß nichts.

Cadillac behielt alles. Er vergaß nichts, was er je gesehen oder gehört hatte. Er erinnerte sich an die geringsten Details. Aus diesem Grund hatte Mr. Snow ihn auch auserwählt, alles zu lernen, was das Prärievolk seit Anbeginn der Neuen Zeit erlebt hatte. Wenn Mr. Snow sie verließ, um zum Himmlischen Grund zu gehen, würde Cadillac seinen Platz als Clan-Erzähler einnehmen. Und dann war es seine Aufgabe, ein Kleinkind zu finden, das fähig war, sich die vielfältigen Ereignisse einzuprägen, aus denen die neun Jahrhunderte umspannende Geschichte des Prärievolkes bestand.

Vor ihrer Geschichte hatte es eine nicht in Zahlen erfasste Zeitspanne gegeben, die selbst über das Erinnerungsvermögen Mr. Snows hinausging. Sie wurde die Alte Zeit genannt, aber auch damals hatte die Welt vor den Großtaten von Helden mit Vollgasnamen gezittert.

Mr. Snow kannte einige Geschichten über die Alte Zeit. Damals, als es auf der Erde so viele Menschen wie Grashalme gegeben hatte, hatte man die Hütten aufeinandergestellt und Ansiedlungen gebaut, die so hoch in den Himmel ragten wie die fernen Berge. Und die nun zerfallenden Hartwege, die das Land wie Adern durchzogen, waren in einem nie versiegenden Strom von riesigen Käfern erstickt worden. Sie hatten die Menschen von einem Ort zum anderen getragen, und man war nie für sich allein gewesen.

Als Mr. Snow mit den Fingern über seine Arme strich, um zu verdeutlichen, wie die herabstürzenden Sonnen im Krieg das Fleisch aller Lebewesen verbrannt hatten, stand Cadillac auf und ging über einen Abhang zur Ansiedlung hinunter. Die Morgensonne, die seinen nackten Rücken wärmte, malte vor ihm einen schlanken, breitschultrigen Schatten auf den Boden.

Cadillac holte tief Luft, dehnte seinen Brustkorb, breitete die Arme nach beiden Seiten aus und führte sie über dem Kopf zusammen.

Sein Schatten tat das Gleiche.

Es faszinierte Cadillac immer wieder. Er war stolz auf seinen Schatten, denn er unterschied sich von denen der meisten seines Clans. Sein Schatten war ein schlanker, glatter Umriss und wies lange, gerade Arme und Beine auf. Die Hände seines Schattens hatten einen Daumen und vier Finger. Sein Schatten sah aus wie der eines Sandgräbers. Zwar hatte Cadillac noch nie einen Sandgräber gesehen, aber aus Mr. Snows Beschreibungen wusste er, wie sie aussahen.

Der heimliche Feind lebte im fernen Süden, an einem Großen Wasser, und er schickte seine Eisenschlangen und Wolkenkrieger zu ihnen, vor denen man stets fliehen musste.

Cadillac M'Call, nun achtzehn Jahre alt, gehörte zu einem der zahlreichen Clans der She-Kargo-Nachkommen, die durch die mittleren und nördlichen Prärien streiften. Laut Mr. Snow waren ihre Vorfahren am Anbeginn der Zeit auf dem Rücken von Riesenvögeln hier angekommen, deren Flügelschlag das Geräusch gewaltiger Wasserfälle erzeugt hatte.

Sie waren an einem Ort namens O'Haya gelandet, am Ufer eines großen Sees. Dort hatten sie, um das Ende ihrer Reise zu feiern, die Vögel geschlachtet und gebraten und sich einen ganzen Sommer lang von ihnen ernährt. Dann, als der Winter gekommen war,

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