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Zwillingsblut - Die Magie der Elben Roman von Lambertus, Hendrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.01.2019 per Download lieferbar

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Zwillingsblut - Die Magie der Elben

Die Zwergen-Zwillinge Gorin und Galdra und die Elben-Geschwister Elyami und Elyamur haben beim Versuch, die Welt vom Joch des Kettenfürsten zu befreien, einen Rückschlag erlitten. Doch aufzugeben kommt nicht infrage. Gemeinsam fassen sie den Plan, eine mächtige Waffe zu schmieden. Dafür müssen die Geschwister zu den vier Quellen der Elemente reisen, um dort jeweils eine Aufgabe zu erfüllen und so die Essenz des Elements zu gewinnen. Eine jede dieser Aufgaben wird einen der Helden besonders auf die Probe stellen ... Hendrik Lambertus, 1979 geboren, lebt mit seiner Familie in Norddeutschland. Er studierte in Tübingen Skandinavistik, ältere Germanistik und Indologie und widmete sich danach seiner Doktorarbeit zur spätmittelalterlichen Literatur Islands. Noch heute dient ihm die Auseinandersetzung mit alten Texten aus den unterschiedlichsten Kulturräumen als Inspiration für das eigene Schreiben. Mit Zwillingsblut legt er seine erste Fantasy-Trilogie vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 607
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732560899
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Zwillingsblut .2
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Zwillingsblut - Die Magie der Elben

PROLOG

D er Tod kam durch die Luft ins heilige Malyún.

Die weißen Türme und Kuppeln des Silberklosters erhoben sich auf einem kühnen Brückenbogen, der sich über einen Abgrund spannte. Ein zu Eis erstarrter Wasserfall glitzerte unterhalb des Klosters in der Schlucht und verschwand nach vielen Hundert Metern in den Schatten. Aus der Entfernung sah es so aus, als würde Malyún in der klaren Bergluft schweben, ein filigranes Traumbild mitten im Nichts. Tatsächlich ruhte der Brückenbogen des Klosters an zwei Stellen auf dem Fels der Berge, während seine Gebäude sich frei über dem Abgrund erstreckten.

Dank dieser Lage hatte das Festungskloster seit den alten Tagen der Silber-Elben jedem feindlichen Heer standgehalten. Vor dunkler Magie und dem Zorn geflügelter Drachen war Malyún durch ein machtvolles Zaubersiegel geschützt. Doch nun hatte jemand dem Tod die Tore geöffnet.

Thuramur, Priester der göttlichen Weberin Iyanuri, bemerkte erst spät, dass etwas nicht in Ordnung war. Der Silber-Elb hatte auf einer der Turmplattformen unter dem Vollmond meditiert und war durch ein Gefühl von nahendem Unheil ins Hier und Jetzt zurückgerufen worden. Nun schritt er beunruhigt den westlichen Wandelgang entlang.

Zu seiner Linken schauten zahllose offene Bogenfenster über die Eisgipfel der Gletscherberge. Schnee lag in jedem einzelnen Fensterrahmen und bedeckte auch den gekachelten Boden. Unter einem der Fenster erblickte Thuramur rote Flecken im reinen Weiß des Schnees. Er hielt inne. Einige Meter entfernt lag eine reglose Gestalt am Boden. Es war Hvitbjörn, einer der Tempelwächter. Sein bleiches Gesicht war zu einer Maske des Schreckens mit weit aufgerissenen Augen verzerrt. Der blonde Menschenmann hatte dem Kloster Malyún sein Leben lang gedient, so wie seine Eltern, seine Großeltern und seine Urgroßeltern vor ihm. Thuramur hatte sie alle gekannt.

Blut quoll aus einer Wunde an Hvitbjörns Hals und färbte den Schnee rot. Eine Gestalt in einer grauen, zerfetzten Kutte hockte über ihm und saugte gierig den Lebenssaft in sich hinein. Als der Kuttenträger Thuramurs Präsenz erspürte, hob er den Kopf. Ein bleicher Schädel grinste unter der Kapuze hervor. Die scharfen Eckzähne waren grotesk verlängert und glänzten rötlich. Eine Lamia, ein blutgieriger Schrecken der Unterwelt.

Frohlockend streckte die Lamia Thuramur ihre Knochenarme entgegen und schwebte auf ihn zu. Jeder Geschichtenerzähler wusste, dass die ruhelosen Toten das immerjunge Blut der Elben mehr als jede andere Beute begehrten. Rasch zog Thuramur ein Amulett unter seiner Robe hervor. Es war eine kleine Silberspindel, das Zeichen der göttlichen Weberin Iyanuri. Der Priester hob den Anhänger und rezitierte einen Segensspruch in der ehrwürdigen Sprache seines Volkes.

Die Lamia zischte wütend und schnappte nach ihm, doch sie vermochte ihn nicht zu berühren. Iyanuris Segen beschützte ihren Diener. Thuramur spürte einen Hauch von Erleichterung, denn in der letzten Zeit war es für die Priesterinnen und Priester immer schwieriger geworden, die Macht der Weberin anzurufen. Er war sich keineswegs sicher gewesen, dass der Schutzsegen wirken würde.

Dann hörte er ein grabkaltes Zischen von der Seite. An sechs oder sieben Bogenfenstern des Wandelganges krallten sich knöcherne Hände in den Stein, während grinsende Schädel mit Fangzähnen hereinschauten. Weitere Kuttengestalten zogen sich in den Gang. Thuramur sog scharf die Luft ein. Eine einzelne Lamia war bereits ein schrecklicher Gegner, selbst für einen erfahrenen Priester. Gegen eine ganze Horde der Unterweltlichen konnte er nicht bestehen.

Thuramur wich zurück, fort von den todbringenden Töchtern der Unterwelt. Er wandte sich um und hastete schnellen Schrittes tiefer ins Kloster hinein. Hinter ihm zischten die Lamiae gierig, wagten es aber nicht, den von Iyanuri Gesegneten zu verfolgen.

Auf den Gängen und Treppen fand er weitere blutleere Leichen

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