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Das Hängenmattenbuch

  • Erscheinungsdatum: 05.06.2013
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Das Hängenmattenbuch

Ausspannen, entspannen, genießen. Gerade rechtzeitig fürs Frühjahr und den Sommerbeginn erzählt das neue Hängemattenbuch Geschichten vom Leben und der Liebe, vom Fernweh und vom Zuhausebleiben, vom Glück und davon, was man damit anfängt. Einfach herrlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 05.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451345722
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3569 kBytes
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Das Hängenmattenbuch

Uwe Bork
Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken. Galileo Galilei

"Das Internet ist tot!" Die Nachricht kommt unerwartet, und sie kommt aus dem ersten Stock. Dort steht auf einem ausgedienten Schreibtisch bei uns seit Neuestern ein Computer, der nach dem Auszug unserer Kinder und der damit verbundenen Mitnahme ihrer Heimelektronik nun den Beweis dafür erbringt, dass wir technologisch noch nicht ganz zum alten Eisen gehören. Nach der Lektüre einer mittelgroßen Bibliothek mehr oder minder unverständlicher Handbücher habe ich ihn drahtlos mit dem weltweiten Netz verbunden. Per WLAN, wie wir Fachleute sagen.

Seitdem sind wir drin. Meine Frau und ich surfen, was die Flatrate hält und die Augen vertragen. Wir bestellen unser Abendessen beim Pizza-Service um die Ecke jetzt online, betrachten unser handtuchgroßes Grundstück fasziniert aus der Weltraumperspektive und befragen stündlich den nächstbesten Wettervogel im weltweiten Netz nach der Wahrscheinlichkeit verheerender Sturmfluten, Schneestürme oder Starkregen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Alles geht ja im Internet, nur jetzt ist es eben ...

"Tot! Alles tot!" Die Stimme meiner auf den virtuellen Wellen surfenden Ehefrau nimmt ein Timbre an, als hätte ein Angriff aus dem Weltall gerade die halbe Menschheit dahingerafft. "Kannst du bitte schnell mal raufkommen? Ich komm nirgendwo mehr rein!" Auf den ersten Blick wirkt alles ganz normal. Der Bildschirm zeigt eine Art Zeitungsseite, die sich von ihrem papierenen Gegenstück allenfalls dadurch unterscheidet, dass sie aussieht, als seien bei ihrem Entwurf alle Farben eines Malkastens wahllos und gleichzeitig verwendet worden. Für die gewählten Schrifttypen und die Größe der Buchstaben vertrauten die Webdesigner dann anscheinend ebenfalls auf das Zufallsprinzip.

"Kuckma", werde ich aus einem Mund aufgeklärt, dem gemeinhin allenfalls in Augenblicken höchster Erregung etwas anderes als druckreifes Deutsch entströmt, "kuckma, die Maus bewegt sich nichmamea!"

Von so viel augenscheinlicher Hilflosigkeit sehe ich mich zu einer ritterlichen Blitzexpertise herausgefordert und nehme vorsichtig eine Korrektur an der Darstellung des elektronischen Krankheitsbildes vor. Mit der angesichts weiblicher Empfindlichkeiten gebotenen männlichen Zurückhaltung stelle ich gleichzeitig eine erste, quasi semiprofessionelle Diagnose.

"Die Maus, mein Schatz, das ist dieser hellgraue Plastikknubbel unter deiner rechten Hand, und die bewegt sich augenscheinlich doch noch recht gut. Was sich aber absolut nicht mehr bewegt, das ist der Cursor, also dieser kleine Pfeil auf dem Bildschirm, den du mit der Maus steuerst." Ich lege eine Kunstpause ein, wie sie selbst einem Professor Brinkmann in der Schwarzwaldklinik angesichts eines medizinischen Problemfalles nicht ausdrucksvoller gelungen wäre. "Wahrscheinlich hat sich bloß der Server aufgehängt." Punkt.

"Ist mir doch scheißegal, wer oder was sich da aufgehängt hat. Ich wollte mir jedenfalls gerade ein neues Rezept für Ravioli mit Ricottafüllung ausdrucken, und wenn das verdammte Ding hier jetzt nicht bald wieder funktioniert, kannst du am Wochenende Käsebrot essen!" Ausrufezeichen.

Nun gut: Die Sprache wirkt vielleicht etwas rau und ungeschliffen, aber wo die unumschränkte Herrscherin über mein Herz – und damit meist auch über meinen Magen – Recht hat, da hat sie nun einmal Recht. Mit anderen Worten: Es ist höchste Zeit, aktiv zu werden. Superman sollte langsam mit seinem Landeanflug beginnen.

Während ich noch heftig über das Proble

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