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Der Nil, ein Schiff und etwas Liebe von Schenk, Imke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.05.2015
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Der Nil, ein Schiff und etwas Liebe

Der wunderbare Debütroman einer hoch talentierten deutschen Autorin - originell, warmherzig und herrlich humorvoll! Birtes Alltag könnte kaum unspektakulärer sein. Tagsüber sortiert sie Zahlen im Rechnungsprüfungsamt, und die Abende verbringt sie mit ihrer depressiven Mutter. Bis eines Tages das rätselhafte Erbe ihrer Großmutter Birtes Leben auf den Kopf stellt: Mit einem bunten Sonnenschirm und einem geheimnisvollen Brief im Gepäck soll sie auf Nilkreuzfahrt gehen! Aber traut Birte sich überhaupt zu, alleine nach Ägypten zu reisen? Und kommt ihre Mutter ohne sie zurecht? Doch vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass Birte ihr ruhiges Fahrwasser verlässt. Mutig packt sie ihre Koffer, und das Abenteuer kann losgehen. Auf dem Nil erwarten Birte nicht nur ein Krokodil in der Kabine, eine vertrackte Dreiecksgeschichte an Bord und ein älterer Herr, der sich ausgerechnet für ihren Sonnenschirm interessiert - sondern auch etwas Liebe ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 08.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955307219
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 712 kBytes
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Der Nil, ein Schiff und etwas Liebe

Der Anruf Wieder fiel eine Knospe des Hibiskus auf den Schreibtisch, ohne geblüht zu haben. Das Telefon klingelte. Birte schnipste die lebensmüde Blüte vom Tisch und hob ab. "Birte Rütter, Rechnungsprüfungsamt der Stadtverwaltung Braunschweig. Was kann ich für Sie tun?" Ausnahmsweise war es ein privater Anruf. "Montinari von der Kanzlei Bernhard. Herr Dr. Bernhard bat mich, Sie daran zu erinnern, dass Ihr Erbe in vierzehn Tagen verfällt, wenn Sie nicht ..." Die Anruferin zögerte, als sei es ihr unangenehm, am Telefon über die Details des Testaments zu sprechen. "Ja, ich weiß. Vielen Dank." Birte versprach, sich in den nächsten Tagen in der Kanzlei zu melden, und legte auf. Zwei Wochen. Monatelang hatte sie ihre Entscheidung aufgeschoben und sich eingeredet, ihr bliebe noch unendlich viel Zeit. Ihr Herz schlug lauter als der Zeiger der alten Uhr, die über der Bürotür hing. Sie schenkte sich aus ihrer Thermoskanne einen Tee ein und ging zum Fenster. Wenn sie den Himmel sehen wollte, musste sie sich über die Heizung beugen und ihren Kopf in den Nacken legen. Es sah nach Regen aus. Als ihr Blick auf die dünnen, braunen Sträucher fiel, die in dem winzigen Innenhof des Gebäudes dahinvegetierten, entfuhr ihr ein Seufzer. Kein Vergleich zu der bunten Pflanzenvielfalt im Garten ihrer Großmutter. Die ganze Welt hatte vor einem Jahr an Farbe verloren. Ein Bohrgeräusch riss sie aus ihren Gedanken. Auf der Metallplatte des Schreibtisches zeigte ihr Handy vibrierend den Eingang einer Nachricht an: "Hast du gleich Zeit? 17 Uhr in unserem Lieblingscafé? Keine Ausreden heute, ich will dich endlich mal wieder sehen. Liebe Grüße, Sonja." Der Minutenzeiger sprang auf 16.02 Uhr. Noch achtundzwanzig lange Minuten Akten wälzen und Rechnungen prüfen. Natürlich hatte sie Zeit.
Birte löffelte den Schaum von ihrem Latte macchiato. "Wenn ich die Nilkreuzfahrt nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen buche, verfällt mein Erbe. Willst du wirklich nicht mitkommen? Alleine traue ich mich nicht." Sie neigte ihren Kopf zur Seite und sah Sonja mit großen Augen an. Vielleicht konnte sie ihre beste Freundin ja doch noch umstimmen. Doch Sonja ließ sich von Birtes Mimik nicht beeindrucken. "Keine Chance. Und hör auf, mich mit deinem blauäugigen Dackelblick anzusehen." Sie schüttelte den Kopf. "Tut mir leid, aber Tunesien hat mir gereicht. Da saß ich die halbe Reise mit Durchfall auf der Toilette. Und seit den Anschlägen auf die Touristenbusse kriegen mich keine zehn Pferde nach Ägypten." "Du machst mir Mut." Birte seufzte. "Warum sollte schon jemand ausgerechnet unseren Bus in die Luft jagen?" Ganz überzeugt war sie selbst nicht, aber bei einer Nilkreuzfahrt von Luxor nach Assuan könnte sie endlich die Tempelanlagen besichtigen, die sie seit ihrer Kindheit faszinierten. Die Sitzkolosse in Abu Simbel mussten überwältigend sein. Ihr Herz fühlte sich leicht an, als sie daran dachte, aber die Realität holte sie schnell wieder ein. "So wie meine Mutter mich zurzeit in Beschlag nimmt, komme ich sowieso nicht hier weg." "Quatsch, Birte!" Sonja stellte ihr Latte macchiato-Glas so vehement ab, dass der Löffel auf der Untertasse schepperte. "Ägypten war immer das Land deiner Träume, und jetzt willst du wegen deiner Mutter nicht hinfahren? Obwohl du mal Ägyptologie studieren wolltest?" Sonja war einer der wenigen Menschen, die von Birtes früherem Berufswunsch wussten. Obwohl sie vollkommen verschieden waren, hielten Birte und sie seit der fünften Klasse zueinander wie Pech und Schwefel. Die extrovertierte Sonja nahm mit ihren funkelnden braunen Augen und ihrer schwarzen Lockenmähne selbst zu wildfremden Menschen schnell Kontakt auf und strotzte nur so vor Selbstbewusstsein. Zumindest kam es Birte so vor, die von Natur aus eher zurückhaltend und mit ihren schulterlangen, blonden Haaren auch optisch das gena

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