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Ein Engel auf vier Pfoten von Katz, Jon (eBook)

  • Erschienen: 19.10.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Ein Engel auf vier Pfoten

Rose ist eine treue, hingebungsvolle Hirtenhündin, die ihre Aufgaben ernst nimmt. Sie hütet die Schafe und bewacht auch die anderen Tiere auf der Farm, allen voran ihren Besitzer Sam, der seit dem frühen Tod seiner Frau Katie allein lebt. Als ein Jahrhundertblizzard die Gegend verwüstet und Sam schwer verletzt wird, muss Rose ihren ganzen Mut zusammennehmen, um ihn, die Tiere und die Farm zu retten.

Jon Katz ist der Autor zahlreicher Romane und Hundebücher Er hat unter anderem für die New York Times, das Wall Street Journal und Rolling Stone geschrieben und für CBS News und die Washington Post gearbeitet. Zusammen mit der Künstlerin Maria Heinrich, seinen Hunden Rose, Izzy, Lenore und Frieda sowie zwei Katzen lebt er auf der Bedlam Farm nördlich von New York.

Produktinformationen

    Autor: Katz, Jon
    Größe: 868kBytes
    Herausgeber: Piper
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 272
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783492972574
    Erschienen: 19.10.2015
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Ein Engel auf vier Pfoten

Eins

Im Farmhaus hob Rose den Kopf und spitzte die Ohren. Sie hörte ein Schaf keuchen, das gerade ein Lamm zur Welt brachte, und sah aus dem Fenster in die Dunkelheit hinaus. Draußen war es neblig, aber sie konnte den Schlamm auf dem Boden und die rötlichen Schatten der Stallgebäude erkennen. Sie stellte sich vor, wie die Schafe hinter der Futterraufe schliefen.

Rose hob die Nase und nahm Witterung auf. Von der Weide wehte der starke, schwüle Geruch von Geburt herüber, der Geruch nach Lamm, Schafsmist und Angst.

Sie hörte wieder ein Keuchen, ein Laut des Todes und der Verzweiflung. Dann blökte ein Mutterschaf. Es schien ängstlich nach den anderen zu rufen. Rose stand auf, trabte schnell vom Fenster zum Bett des Farmers und blickte dann in sein schlafendes Gesicht. Sie bellte einmal eindringlich und laut.

Sam, der Farmer, schreckte in der dunklen Januarnacht auf. Er hatte gerade von Katie geträumt und murmelte: "Bist du sicher?" Dann brummte er etwas von Nachtschlaf, stand aber auf und zog sich Hose und Pullover an.

Er wusste, dass er besser auf Rose hören sollte, vor allem wenn die Geburt eines Lammes anstand. Es war, als hätte Rose eine Art Blaupause der Farm in ihrem Kopf, ein Bild davon, wie alles sein sollte. Sie wusste sofort, wenn etwas nicht in Ordnung war, wenn ein Tier krank oder ein Zaun kaputt war oder wenn sich ein ungebetener Eindringling auf dem Gelände der Farm befand. Dann machte sie Sam darauf aufmerksam, indem sie schnüffelte, bellte und aufgeregt im Kreis lief. Es kam Sam dabei immer so vor, als würde Rose diese Blaupause ständig aktualisieren.

Manchmal versagte die Karte oder verwirrte sie nur, aber das kam selten vor. Sam achtete darauf, dass Rose stets auf dem neusten Stand aller Veränderungen war - damit sie ihre Blaupause anpassen konnte.

Seinen Freunden gegenüber nannte Sam Rose seine Betriebsleitung. Seit sechs Jahren waren sie jetzt zusammen, seit er damals zur Clark Farm in Easton gefahren war und dort den Wurf Bordercollie-Schäfer-Mischlingswelpen gesehen hatte. Er hatte damals noch mit sich gerungen, ob er sich wirklich einen Hütehund anschaffen sollte, denn er hatte keine Ahnung, wie man einen solchen Hund erzog, und außerdem hatte er keine Zeit dazu.

Vielleicht hatte sie die Schafe gerochen, jedenfalls war Rose gleich zu ihm gelaufen und hatte dabei mit ihren gerade einmal zwei Monaten so eifrig ausgesehen, dass er sie mit nach Hause genommen hatte. Ein paar Wochen danach waren einige Schafe durch ein unverschlossenes Gatter ausgerissen und auf die Straße gelaufen. Rose war durch die neu eingebaute Hundeklappe gestürmt, hatte die Schafe zusammengetrieben und sie zurückgebracht. Sie war dabei allein ihren Instinkten gefolgt. Zumindest hatte ihr Sam nicht geholfen, denn er hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal bemerkt, was passiert war. Seitdem arbeiteten Sam und Rose zusammen.

Sam schüttelte immer den Kopf, wenn er im Fernsehen die komplizierten Übungsmanöver von Hütehunden sah. Rose war in diese Rolle von selbst hineingewachsen, sie schien einfach zu wissen, was zu tun war. Er sagte immer zu seinen Freunden, dass die Farm der beste Hundetrainer der Welt sei. Die Schafe gehorchten Rose, und das war für Sam das Wichtigste. Das Treiben der Schafe musste nicht perfekt aussehen, obwohl es manchmal wirklich schön war.

Erst wusste Sam gar nicht, wie ihm geschah, denn er hätte sich nie vorstellen können, dass ihn mit einem Hund eine so enge Freundschaft verbinden könnte. Es war beinahe wie eine Beziehung, hatte er Katie erklärt, ein gegenseitiges Verstehen, das keiner Worte bedurfte. Es war etwas, das er lebte, nichts, worüber er nachdachte.

Manchmal sagte Katie scherzhaft, dass er den Hund wohl mehr liebe als sie. Dann wurde Sam rot und fing an zu stottern. Sie ist doch nur ein Hund, widersprach er dann, denn er konnte nicht erklären, was ihm Rose tatsächlich bedeutete.

Jetzt hörte er an

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