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Wie wir alt werden, ohne zu altern 7 Ideen gegen die Verholzung des Denkens von Eisenhauer, Gregor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2016
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Wie wir alt werden, ohne zu altern

Die Angst vor dem Alter macht uns mehr zu schaffen als das Alter selbst. Ständig prüfen wir uns auf Verfallssymptome. Die Furcht vor der Vergreisung ist uns von Kindesbeinen an mitgegeben: Ständig stehen wir unter der Beobachtung unseres Egos. Was sein Gutes haben könnte. Denn Senilität ist häufig keine Alterserscheinung, sondern selbstverschuldete Frühvergreisung. Wenn Sie eine höflichere Formulierung bevorzugen: Unser Horizont verengt sich mit den Jahren nicht deshalb, weil die Welt um uns herum kleiner wird, sondern weil unser Blick sich immer mehr zu Boden senkt, bis wir irgendwann nur noch die Fußspitzen am Ende des Sarges sehen. Gregor Eisenhauer beschäftigt sich in Wie wir alt werden, ohne zu altern Die 10 wichtigsten Fragen des Lebens - in aller Kürze beantwortet

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 21.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832189358
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Größe: 1232 kBytes
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Wie wir alt werden, ohne zu altern

VORWEG: SIE WERDEN ÄLTER, ALS SIE DENKEN!

Das ist kein Versprechen, sondern eine statistische Tatsache. Wir täuschen uns, was unsere ganz persönliche Lebenserwartung angeht. Nicht nur um Wochen oder Monate, sondern um Jahre, zuweilen um Jahrzehnte. Die meisten von uns werden älter, als sie es in jungen Jahren je für möglich hielten. Und sie bleiben länger gesund. Was früher eine ferne Insel war, das hohe Alter, nur von wenigen erreicht, ist inzwischen ein Kontinent mit gewaltigen Ausmaßen, besiedelt von Millionen, bald schon von Milliarden Menschen. Wie leben diese - Alten?

Wozu die Frage? Die Antwort liegt nahe: Irgendwann werden auch Sie diesen Kontinent betreten. Die meisten von uns werden alt, mit ein wenig Glück und Umsicht sehr alt. Aber die wenigsten von uns sind darauf vorbereitet. Zumal die Informationslage verworren ist. Es gibt schreckliche Nachrichten von dieser Neuen Welt der Alten, Gerüchte über Retortensiedlungen, in denen wohlhabende Rentiers sich freiwillig dem hyperaktiven Nichtstun ergeben: Yoga für Yetis, Tantra für Untote, Bridge für Prüde. Krankheiten ohne Zahl, so die Reisewarnungen des medizinischen Dienstes, suchen die Eingeborenen heim. Demenz, Parkinson, Alzheimer sind die Geißeln derer, die den Tod scheuen, raunen die Missionare der Jugend. Viele, denen der Zutritt zu den reichen Seniorenparks verwehrt ist, schlafen unter Brücken, weil die Armut ihnen das Heim raubte, andere arbeiten in lebenslanger Sklaverei für niedrigste Löhne oder nisten sich mitleidlos bei ihren Kindern ein.

Die Fakten: Nur jeder Siebte hierzulande ist derzeit von Altersarmut betroffen, nur jeder zehnte der über Neunzigjährigen wird dement. Warum dann so viele Schreckensmeldungen? Die Söhne und Töchter schreiben lieber über die Leiden ihrer Eltern als über deren Freuden. Es ist die Rache der Jungen an der neuen Lebenslust der Alten, die solche Katastrophenbelletristik befördert. Dahinter steckt oft wirkliche Sorge, aber häufig genug auch Neid. Selbst die Unzahl der Reportagen über die neue Agilität der Alten ist selten frei von Häme. Aber auch die Alten selbst schlagen gern einen missgünstigen Tonfall an, allen voran alte Schriftsteller. "Alter ist ein Massaker", jammerte der amerikanische Autor Philip Roth in einem Spiegel -Interview, aber er jammert auf sehr hohem Niveau, denn er verdient gut als Chorleiter der Selbstmitleidigen.

Altern ist der einzige Kampf, bei dem es sinnvoll ist, seine Niederlage von vornherein einzugestehen. Das Leben fordert unser Verschwinden. Dieses unerbittliche Gesetz der Evolution können Sie nicht früh genug verinnerlichen. Denn Leugnung kostet Kraft. Je angestrengter Sie versuchen, jung zu bleiben, desto schneller altern Sie. Das ist die einzige Erkenntnis der Altersforschung, die unumstritten ist.

Warum wird dennoch so unverhältnismäßig viel gejammert? Weil sich die Alten an den Jungen messen. Würden sie sich an den Alten der ärmeren Länder dieser Welt messen, sie wüssten nicht mehr ein noch aus vor Glück. Die große Mehrheit der alternden Menschen in den reichen Ländern könnte derzeit ein glückliches und unabhängiges Leben führen. Warum das nicht immer so ist, hat in erster Linie keine materiellen, sondern mentale Ursachen.

"Sind Sie aufs Alter vorbereitet? Können Sie es sich überhaupt leisten, alt zu werden?"

"Aber ja", kommt dann prompt die Entgegnung, "wir haben gut vorgesorgt!"

Haben Sie tatsächlich? Ihre Rente ist sicher, Ihre Wohnung, Ihr Haus längst abbezahlt, ein wenig Erspartes liegt auf dem Konto, aber - was werden Sie tun, wenn Sie nichts mehr zu tun haben? Garten, Enkel, Hobby, Sport, Freunde, Freizeit - alles wird bleiben, wie es ist, nur dass nun endlich mehr Zeit für alles bleibt. Das könnte sich als verhängnisvoller Irrtum herausstellen.

Mit mehr Zeit wissen die wenigsten gut umzugehen. Das ist tragisch. Denn die magische Zeitspanne zwischen dem sechzigsten und dem neunz

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