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Wort-Gefechte Sprachliche Gemeinheiten aus Politik, Kunst, Wirtschaft & Sport von Vogl, Gerhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2013
  • Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
eBook (ePUB)
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Wort-Gefechte

Dieses Buch ist böse! 'Gruselbauer', 'Westentaschler', 'Schottermizzi', 'Alpen-Picasso', 'Gedärmewüterich', 'Kredenz auf Radln': Die Österreicher verstehen es meisterlich, einander mit Worten aufs Übelste zu traktieren. Sie tun es in der politischen Auseinandersetzung ebenso wie in intellektuellen Debatten um Kunst und Kultur, im sportlichen Schlagabtausch genauso wie im wirtschaftlichen Disput. Die Kontrahenten sind dabei erbarmungslos, manchmal führen sie die feine Klinge, doch manchmal kommt auch der grobe Klotz zum Einsatz. Gerhard Vogl hat diese sprachlichen Gemeinheiten akribisch gesammelt und pointiert kommentiert. Das Ergebnis ist lesenswert und gewährt tiefe Einblicke in die Abgründe der österreichischen Befindlichkeiten. Schmunzeln erlaubt! Die Österreicher sind Meister im Schmieden böser Worte und Gerhard Vogl ihr unübertroffener Archivar. Profunder Kenner der österreichischen Geschichte und Mentalität, ist er Besitzer einer schier unerschöpflichen Sammlung von Anekdoten und Bonmots aus und über Österreich. In diesem Buch kann man wunderbar nach Stichworten schmökern, etwa 'Architektur', 'Hochkultur', 'Jagdgesellschaft', 'Spießer', 'Verbal sexual' etc. Zu jedem Bonmot, zu jedem 'Sager' erzählt Gerhard Vogl auch den Hintergrund, vor dem dieser entstanden ist, und vermittelt damit auch ein Stück politische Bildung. Im Vordergrund aber steht der - oft beißende - Humor, wie das Beispiel 'politisch korrekt essen' zeigt: Den 'Mohr im Hemd' gibt es nicht mehr, er heißt jetzt 'Kuchen mit Schlag'. Aber, so fragt Gerhard Vogl, wie sieht es dann mit der 'Kardinal-Schnitte' aus, oder mit dem 'bsoffenen Kapuziner'? Darf man die so nennen? Und der 'Große Braune', das Traditionsgetränk in Wiener Kaffeehäusern? Schrammt der nicht am Verbotsgesetz vorbei?

Prof. Gerhard Vogl, mehr als dreißig Jahre im ORF, TV-erprobt von Innenpolitik bis Opernball, als langjährige rechte Hand Gerd Bachers auch die 'Pranke des Tigers' genannt. Spürt seit vielen Jahren der Anekdote und dem Zitat als Miniatur des Zeitgeschehens nach. Acht Bücher sind dabei entstanden: Von 'Roda Rodas Erben' bis 'Land der Pointen: Österreich'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 05.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783218009058
    Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
    Größe: 594 kBytes
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Wort-Gefechte

Bundesländer-Spott

Sich über Menschen lustig zu machen, die man anders sieht als sich selbst, ist ein beliebter Zeitvertreib. Den Wienern habe ich dazu ein eigenes Kapitel gewidmet (siehe Seite 207), wie es einer Hauptstadt auch zukommt. Die anderen Österreicher, so sie nicht ohnedies längst "eingewienert" sind, bekommen hier ihr Fett weg.

Nicht-Wiener heißen generell: "Gscherte" , also Landbewohner. Die Bauern durften durch Jahrhunderte als Unfreie keine langen Haare tragen, wurden also geschoren, daher der Name. Heute gilt das ja eher als sexy. So ändern sich Zeiten und Geschmäcker.

Jüngere Leser werden sich nicht mehr an die alten, schwarz-weißen Autokennzeichen erinnern können, die es nur mehr in ein paar hundert Exemplaren für Nostalgiker und Fahrer von Oldtimern gibt. Damals gab es für alle in Niederösterreich angemeldeten Fahrzeuge Kennzeichen mit einem großen N am Anfang, was den Niederösterreichern oder solchen, die mit so einem Taferl fuhren, den Spottnamen "Neandertaler" einbrachte, was auch oft mit der zögerlichen Fahrweise eines Provinzlers in der Großstadt zu tun hatte. Die Steirer, die ein ST vorangestellt hatten, wurden taxfrei zu "Sterzfressern" erklärt, in der Meinung, der "Sterz" – für Nichtösterreicher: ähnlich dem Schmarren – sei nach wie vor die Hauptnahrung des Volkes jenseits des Semmerings. Eine andere uncharmante Bezeichnung für die Steirer: Die "Kropferten" . Doch den Kropf gibt es nicht mehr, denn der ist ausgestorben, jawohl, der steirische Kropf wurde " wegjodiert" ; nicht weggejodelt, sondern weggesalzen, mit Jod im Salz vernichtet.

Zwei Redewendungen sind auch über die Steiermark hinaus im Sprachgebrauch alltäglich: " Schmeck's, Kropferter!" Was so viel heißt wie: "Finde es selbst heraus." Und – die Sache, die Debatte, der Streit "ist so notwendig wie ein Kropf", sprich: überflüssig.

Und wenn wir schon in der Steiermark sind: Dort ist das Jodeln – eine Art Almschrei – in höhere Sphären gehoben worden, durch den allbeherrschenden Erzherzog Johann, der auch Namenspatron des nach ihm benannten Jodlers ist. Im Rest von Österreich ist der Jodler oft mit dem schalen Geschmack von Patriotismus und Volkstümlichkeit belegt. Ausgehend von Sendungen des Typs "Musikantenstadl" musste sich das öffentlich-rechtliche TV die Frage stellen lassen: "Verjodeln wir unsere Gebühren? – Fernsehen zwischen Qualität und Quote ." 17

Vor allem die Steirer schauen auf ihre östlichen Nachbarn, die Burgenländer, herab. Sie nennen sie verächtlich "Gelbfüßler", also Landarbeiter, die auf (gelbem) lehmigem Boden arbeiten.

Und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" findet: "Zum Burgenland fallen den meisten nur Wein und die Witze über seine Bewohner ein, die als ,die Ostfriesen Österreichs' gelten."

Die Oberösterreicher wurden, weil in diesem Bundesland der vergorene Apfelwein gerne verkostet wird, zu "Mostschädeln". Das ist insofern nicht korrekt, weil der Most ja auch außerhalb des Landes getrunken wird, etwa in Niederösterreich, das ja einen eigenen Landesteil, das "Mostviertel" hat.

Die Salzburger, vor allem die Bewohner der Landeshauptstadt, haben es mit dem Stier. Sie nennt man bis heute "Stierwascher", wiewohl den wenigsten die Herkunft des Spottnamens gelä

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