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Lenja oder das himmlische Chaos auf zwei Beinen. von Fasola, Wilma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Lenja

Die Pubertät alleine ist für ein junges Mädchen bereits eine Herausforderung. Wird einem dann auch noch ein Schutzengel wie Lenja an die Seite gestellt, ist die Zeit doppelt spannend. Die auf der Erde als junges Mädchen, aber nur für ihren Menschen sichtbare Lenja unterstützt die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens und vor allem hilft sie den Mädchen, die daneben auch noch mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dass sie bei ihrer neuen Mission auf der Erde aber plötzlich selber in Schwierigkeiten gerät, damit hat sie nicht gerechnet und kann auch erst einmal gar nichts damit anfangen. Eines aber ist hier klar, dieser andere Engel, dieser Emil bringt irgendwie alles durcheinander.

1980 in Ostwestfalen geboren, begann sie mit dem "offiziellen Schreiben" 20 Jahren später. Heute lebt und liebt sie in der Schweiz und arbeitet für verschiedene Lifestyle- und Wirtschaftsmagazine. Sie ist verheiratet und Mutter eines Sohnes.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 412
    Erscheinungsdatum: 22.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738691009
    Verlag: Books on Demand
    Serie: Lenja .1
    Größe: 387kBytes
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Lenja

EINS

In diesem Punkt unterscheidet sich Lenja nicht von anderen Mädchen. Auch sie hat Geheimnisse. Vorsichtig und mit einem Lächeln auf den Lippen legt sie das kleine Bild zurück in den Tresor, schließt die Tür und drückt ihren Daumen auf die dafür vorgesehene Vertiefung, bis sie ein Klicken hört.

Dann schaut sie sich noch einmal in ihrer Einheit um. Alles ist an seinem Platz.

In der kugelförmigen, hellgrünen Mini-Waschmaschine links neben dem Tresor drehen sich ihre sieben Kleider und zwei Umhänge. Drei Mal rechtsherum und zwei Mal in die andere Richtung, dann eine Minute Pause. Auf der rechten Seite befindet sich die ovale Schlafkoje, darin ordentlich gefaltet das Bettzeug aus Calma-Wolle. Schon allein beim Anblick vermisst sie es. "Wenn die Menschen doch endlich verstehen würden, was sich alles aus alten Laubblättern zaubern lässt", sagt sie zu sich selbst. "Dann würden sie mit Sicherheit besser schlafen und hätten weniger Rückenschmerzen."

Sie geht zum Schreibtisch, der den Mittelpunkt des Zimmers bildet. Bis auf eine saubere Unterlage und einen Briefumschlag ist er leer. Lenja greift nach dem geschlossenen Kuvert. Die im Papier eingewebten Silberfaden glitzern, als die Sonnenstrahlen, die durch die lichtdurchlässige Kuppel der Einheit dringen, sie berühren.

Die vier darauf geschriebenen Buchstaben sind gut zu erkennen. ANNA steht dort. Lenja steckt den Umschlag in ihren Lederbeutel, schaut noch einmal nach, ob sie die Puderdose, den goldenen Löffel und das Handy eingesteckt hat und geht ohne einen weiteren prüfenden Blick zur Tür.

Sie weiß auch so, dass alles sauber und ordentlich ist. Sie wird nicht ohne Grund von den anderen Engeln manchmal "putzig" genannt.

Bevor sie sich auf den Weg macht, schaut sie noch einmal auf die Lücke, die zwischen ihrer und der benachbarten Einheit klafft.

"Ich hoffe, dir geht es gut. Wo auch immer du jetzt bist", sagt sie leise und denkt an ihren ehemaligen Nachbarn, der erst vor wenigen Tagen mitsamt seines Zuhauses Atlantis verlassen hat. Doch sie weiß, dass es nicht lange dauern und ganz bald eine neue halbkugelförmige Einheit auf den vier dicken Pfählen aus Zedernholz ruhen wird. Bis dahin verschwinden die Holzpfosten ein wenig Herrenlos in den hellgrünen Wogen des Sees Califfa. "Genau sechszehn Meter im Durchmesser und acht Meter hoch. Genug Platz für einen Engel", wiederholt sie die Worte ihrer Lehrerin. "Auch wenn ich gegen ein paar mehr Meter nichts hätte."

Ihr Wolken-Kart parkt direkt neben dem Steg ihrer Einheit.

Eigentlich gleicht er einem dicken, weichen, weißen Wattebausch und verfügt weder über Reifen, Fenster, einen Kofferraum oder Türen. Zum einsteigen, braucht sich Lenja daher auch nur mit einem Sprung mitten hineinfallen lassen, um dann nach einem kurzen Abtauchen mit dem Kopf und Oberkörper wieder zum Vorschein zu kommen. Gesteuert wird das atlantische Auto über den Gedankenweg und so macht sich Lenja auf den Weg. Um diese Uhrzeit ist auf der Milchstrasse natürlich eine Menge los. Doch die gigantische Uhr am Firmament zeigt erst kurz nach elf. Lenja muss um halb zwölf atlantischer Zeit am Großen Tor sein, und so bleiben noch ein paar Minuten für einen kleinen Abstecher.

Sie gleitet an den anderen Einheiten vorbei. Andere Engel kommen ihr entgegen, nicken freundlich und sie lächelt zurück. Andere Karts sind leer, fahren aber ordentlich eingereiht im Verkehrsfluss mit.

Kurz darauf erreicht Lenja die Einheit von Gane. Sie würde den jungen Engel zwar nicht als Freundin bezeichnen, denn so etwas wie Freunde, Familie und Liebesbeziehungen gibt es nun einmal unter Engeln nicht. Doch Gane besucht die gleiche Klasse wie sie, sie sind im gleichen Wolkyball-Team und sie gehört auch zur Gruppe der Schutzengel. Daher verbringen sie viel Zeit zusammen, wenn sie beide nicht gerade auf einer irdischen Mission sind.

Lenja steuert ihren Kart auf den kleinen Steg vor Ganes Zuhause, steig

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